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Der Israelit · 1902-09-18 · Heft 75 (18.9.1902) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 75 (18.9.1902)
Date
1902-09-18
Page
– (sequence 17)
Language
German
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n- 43, Jahrgang. i! I! t f Wissenschaft oder — Gelehrsamkeit. yy/H : J. Sou. '-' ' -*,; ■• : ly" y Rabbiner De. Dattkel Fink-W L c n.; :" xm^ -; r; ' Mr kommen nun zu dem letzten Punkt, der für die ganze Art des Reformjudenthums von nicht minder -r charakteristischer Bedeutung ist.— Herr Dr. Jakob hat' bisher stets nur die Richtung nach dem negativen Pole;; 1 eingeschlagen. Als ein entschiedener Umschlag nach dem' entgegengesetzten Pole hin muß es angesehen werden,j; , wenn er auf einmal mit der Behauptung herausrückt, y daß der Glaube an ein ewiges Leben, „eine nicht abzuy weisende Consequenz des Judenthums sei." Das Zui. gestandniß ist wirklich von nicht zu unterschätzender Ve- I beutung! Allein wir können uns hier der Frage nicht y . entschlagen: warum gerade in diesem Punkte sich durchh aus auf die äußerste Folgerichtigkeit steifen, indeß doch |y in allem Uebrigen nur die Folgewidrigkeit als maß- ‘ gebend erachtet und ihr das Wort geredet wird? — Der s Vater dieses Gedankens war hier wohl jedenfalls der? Wunsch, es dem Christenchume gleich thun zu können, | das sich auf diese Seite seiner Lehre nicht wenig zu Gute hält. Dieser Umstand bringt es auch von selbst mit sich, daß man von jener Seite aus dieselbe dem Juf denthume streitig machen muffe. Andernfalls blieben, doch zu wenig der neuen Errungenschaften für die eigene: "Rechnung zurück!-;; v Ueber die Verunstaltungen, welche das Judenthum! dort und eigens zu dem Zwecke erfährt, um aus Grund dessen die eigene Religion desto besser heräussfreichen zu können, darüber soll hier nicht gerechtet werden. Wohl aber muß es im höchsten Maße verblüffen, wenn ein jüdischer Gelehrter sich dieser Art der Auffassung, odereigentlich der berufsmäßigen Verunstaltung unseres eigenen Religionsauellen vorbehaltlos ausliefert! Wenn er glaubt, durch derlei Zugeständnisse seinem wissen-- schaftlichen Ruf auch im jenseitigen Lager ein Geltungsbereich zu verschaffen, so befindet er sich entschieden auf dem Holzwege. Schon daß er dem Judenthume eine derartige Consequenz nur zugesteht, muß dort seinen Ra-' men um jeden Klang bringen. Wäre jedoch Herr Dr., Jakob im Stande, mit eigenen Augen in unsere Bibel' hineinzuschauen, ohne überall durch den. Reflex des Zerrspiegels, der von christlicher Seite ihm . vorgehal-| ten wird, sich blenden zu lassen, mußte er nicht'die Lehre der Unsterblichkeit an unzähligen Stellen unserer y y' •) BgL Nummer 73 & BL; , . ..c-yy..... . ' : Thora über allem Zwefel klar ünd.deutlich ausgesprochen: finden? Müßte ihm diese Zuversicht nicht aüs den Stirn-/ men zahlreicher Psalmen auf die eindringlichste Weise wiederklingen? Gewiß, wer: da glaubt) von einer Un-; sterblichkeit könne nur dort die Rede sein, wo die sinn-, lichen Freuden eines Paradieses in den üppigsten Farben die Fantasie berücken, -oder: wo die fürchterlichste. irdische Pein, als : „Heulen und Zähneklapperndals.: Schreckbild der Hölle erscheinen, der wird,: dem Juden-: thume gegenübrrgestellt; sich in Verlegenheit fühlen.' Allein gerade die keusche Zurückhaltung', die es in diesem, Punkte kethätigt, zeugt von der Hoheit seinerdiesbezüglichen Auffassung.- .--- yy-.y M fyy y Auf all düse Dinge^ im Einzelnen einzugehen, kann hier nicht der Ort sei»y Das müßte wieder eine beso.n-. dere umfangreiche Abhandlung abgeben. /Dochsoll hier wenigstens auf einige Punkte verwiesen' werden, welche die Lehre der Unsterblichkeit' über allen- Zweifel klar und-zugleich auf eine so erhabene Weise'zum Ausdrücke bringen, wie dies sonst in keiner Religion/ der Fall ist. Daß die Unsterblichkeitvonjeherzüdenallge.- meinsten und geläufigsten Ueberzeugüngen des Glaubens im Judenthume gehörte, darüber - kann kein Zweifel bestehen. Wenn der Prophet im Hinblick auf den erhoff-•' ten Wandel zum Bessern ruft: nny apw vna' nw .»6 ysj »npa vw . n&yoyrntna - „Nicht soll Jakob sich sürderhinschämen/nichtsein/Gesicht erbleichen müssen; denn wenn er erst sehen /wird) , wie seine Nachkommen/, die Frucht meiner Thätigkeit,/ den Namen Gottes heiligen" u/ s. w. ^ier sehen wir deutlich, wie der Prophet Jesaja von dem Erzvater Jakob so spricht, als wäre er mitten unter/ seinen Zuv Hörern anwesend. (Jes. 29, 22—23.) :: Oder/: :wenn her Prophet schildert: omjn '23 *Tiö» na ur« vs n'2a bv wirb ri:xD npä b? naaö: $rrv nai nyon jo' i'w ■cao wo. „Horch, in Sftama' wird ein Klagen und bitteres Weinen vernommen,>Rahel betrauert ihre Kinder, will sich um ihrer Kinder wegen, nicht trösten lassen/ denn es ist aus mit ihnen. . So. spricht der Ewige: „Laß deine Stimme nicht: weiter klagen, deine Augen nicht ferner in Thränen sich ergießen" u. s. w. (Jerem. 31,16 m 16), so frage ich: waS sollen wir, was die. Zeitgenossen der Propheten sich un-, ter einer solchen Szene denken, wenn die Unsterblichkeit nicht die sicherste und allgemeinste Ueberzeugung Ware?. Allein nicht darauf kommt es in erster Linie an, sondern vor allem aus die unerreicht dastehendn: hoheitsvollen Vorstellungen, welche, das Judenthum über diese'Fräge? uns bietet. . Im 5. B. M., 7,10 Haßt es: bv vxxfr pbvp b dbv* wv brr ürzsb vün / «b rnaunb d»' - „Er zahlt Seinen Hassern unmittelbar heim,'um sie äuSzü- 1.

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