Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 74 (15.9.1902)
- Date
- 1902-09-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1562, ' lich hier fühlbar, doch dürste die Schaffung eines solchen Vereins gerade jetzt ohne Hilfe von außen oder auswärts kaum ausführbar sein. ' ' - ’ v; ' Emil Benjamin Langen, 10. Sept. (Synagogen-Einw e i h u n g.) . Hierselbst fand dieser. Tage die feierliche Einweihung der neüen Synagoge statt, mit deren Bau man vor Jahresfrist begonnen hatte. Das Gebäude, steht an der Dillenburgerstraße, am Südostausgange des Städtchens, es ist in rothen Backsteinen errichtet, und macht auf den. Beschauer einen guten Eindruck, Die Kosten zu dem Bau inklusive des Bauplatzes beliefen sich auf ca. 20,000 Mk.. eine Summe, die die Gemeinde aus eigenen Mitteln aufbrachte. Architekt war Herr Friedrich Munz--Langen. Eine israelitische. Gemeinde bestand in Langen schon vor dem Jahre 1853. Dem Gottesdienste der Israeliten diente bisher ein unscheinbares Gebaude.unweit des Ludwigsplatzes. Hier versammelten sich um die zweite Nachmittagsstunde die Teilnehmer an der Einweihüngsfeierlichkeit. Im alten Gotteshaus fand ein Abschiedsgottesdienst statl Nach dem Gebet und einem Chorgesang wurden die Thorarollen ausgehoben und an die Träger übergeben. -Sodann schritt man in gemeinsamem Festzuge nach der neuen Synagoge. Voran das verstärkte Mustkkorps der. Feuerwehrkapelle, ' ihm folgte der Synagogenchor ' mit dem Dirigenten, HerrnEisenberger an der Spitze. Hieran, schlossen sich eine Anzahl in Weiß gekleidete Ehrendamen, mit der Trägerin des Schlüssels der neuen Synagoge in der Mitte. Hinter ihnen schritten Rabbiner Dr.Marx--Darmstadt, der in vollem Ornate war, und Kantor Heilmann. Unter den Staats-und städtischen Behörden bemerkte man den Kreisratb von Ossenbach, Herrn v. Hombergk, und den Bürgermeister von Langen, Herrn Metzger. . Die schon genannten Baumeister und Bauleute bildeten im Zuge die Fortsetzung. Der Vorstand der israelitischen.Gemeinde, die Herren Schloß,. Metzger, Herz-Strauß, Simon und Wolfs, .schritt vor den sich betheiligenden Vereinen her, . welche sich wie folgt anschlossen: Vürgerverein, Schützenverein, Kirchengesangverein, Verschönerungsverein, Gesangverein,' „Eintracht", Gesangverein . „Frohsinn", Gesangverein „Liederkranz", Militärverein, Veteranenverein, Türugemeinde. Tnrngesellschaft, Turnverein, Turnverein „Vorwärts", Radfahrerverein, . Lehrerkollegien der Volks-und Bürgerschule, katholischer und evangelischer Kirchenvorstand, Gemeindemitglieder und Gäste beschloss en den Zug, der. vor der; neuen Synagoge angelangt, zunächst Halt. machte. '' Fräulein Rosa W o l f f .überreichte dem Rabbiner den , Schlüssel mit einer Ansprache in poetischer Form. Herr ' ■ öffnete' nun die Eingangspforte, indem er auf hebräisch die Worte sprach: „Oeffne sich nun die - Pforte, auf daß ein Volk einziehe, das. die Treue bewahrt. Wie Gott uns im ölten Hause geschützt hat, so möge er uns von nun an bis in Ewigkeit schützen." . Der Festgottesdienst wurde durch mehrere Gesänge des - Kantors mit dem Chor eingeleitet.. Die Festpredigk, - . verknüpft mit einem Gebet für den Landesfursten, hielt - nunmehr Herr Dr. Marx. Er sprach den Beitragszeichnern, * Bauleuten und der Stadtgemeinde Langen . . in erster Reihe den Dank für ihr Entgegenkommen und für ihre Verdienste um die .Errichtung des Gotteshauses ' aus. Im weiteren segnete er das Gebäude ein und wies . auf dessen Bedeutung. Bestimmung und Zweck hin. War der Umzug der Thorarollen schon vor der Predigt . geschehen, so stellte Man jetzt die Rollen in die heilige Lade, die am Ende der Feierlichkeit geschlossen wurde. Die Synagoge ist im Innern weiß gemalt, die Decke mit godenen Sternen verziert, sie besitzt eine Galerie, zu der ein besonderer Aufgang führt. Ein Pracht- - volles Gärtchen umringt das ganze Gebäude Und tragt zu dessen Verschönerung viel bei. r^ r Oest e.'r.r e i ch. *• v:- Wien, im Sept. '(Iuden a.ls Hölzflo.ßer auf dem Czeremosflüsse.) Inder „Forst- und Jagdzeitung"' finden wir eine interessante Schilderung „Die Trift auf dem Czeremosz-. flusse" vom k. k. Forstrathe L. Kochanowski, in welcher - auch über.die Eigenschaften der Flößer berichtet wird. Es heißt da: „Zu dieser Schilderung der. Triftverhältnisse im Gebier der Czeremöszflüsse fügen wir noch diejenige der Eigenschaften der Flößer hinzu, weil sich > hier langsam Verhältnisse vorbereiten, an welche man . ' bisher gar nicht gedacht Und die man nicht geahnt hatte. . Dem bäuerlichen Flößer erwächst nämlich eine nicht zu verachtende Konkurrenz seitens der Juden. Fürdie anfänglichen, beschränkten Verhältnisse sind, die einheimischen Kräfte mit ihrer Umgebung ausreichend ge? wesen. Mit dem Momente aber, als man begonnen ■ hatte, die Waldungen intensiver zu nützen,'ergab sich Mangel an eingeübten Flößern und Triftknechten. Mit . welchen Verhältnissen man hier zu kämpfen hatte, beweist der Umstand, daß im Jahre 1863 nach Inbetriebsetzung der Szybenyklause der damalige Besitzer der Domäne Jasienow. Sträßer, eigenhändig mithelfen mußte, um das Floß auf das Hauptwasser zu bringen, weil die vorhandenen Flößer dazu keinen Muth fanden. Man war gezwungen, fremde Flößer, und zwar "aus Ungarn, zu engagiren. Es läßt, sich jedoch.nicht leugnen, daß der Huzule viele angeborene Fähigkeiten besitzt. So geschah es, daß bald das Beziehen fremder Flößer überflüssig wurde, die einheimische Bevölkerung bewältigte vollkommen die gestellte Aufgabe und man - war mit ihren Leistungen vollkommen zufrieden. Seit etwa 5 bis 6 Jahren haben sich jedoch in das bis jetzt lediglich von den Huzulen beherrschte Arbeitsgebiet gefährliche Konkurrenten,, die Juden, hineingedrängt und behaupten siegreich das Feld. Die ersten Versuche. behaupten siegreich das Feld. Die ersten Versuche