Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 73 (11.9.1902)
- Date
- 1902-09-11
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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1558 diese hatte ihr Baermann geliehen. Die Synagoge galt für einen der größten und schönsten Tempel damaliger Zeit, und zeitgenössische Berichte wissen uns von der prächtigen Ausstattung, die der Stifter ihr angedeihen ließ, gar vieles zu erzählen. Ja, die vielen Kostbarleiten haben sogar in späteren Jahren ihre Beraubung veranlaßt. .Als nämlich die Franzosen im siebenjährigen Krieg nach Halberstadt kamen, da wurde die stlbervergoldete Taube^ die 100 Pfund schwer von der Kuppel herabhing, und der massiv , goldene Thoraschmuck, den Baermann am Einweihungstag ' gestiftet hatte, eine Beute des FeindeL Auch für Baermann's Stiftungen hat die Sage allerlei Ursachen gefunden. Sie sollen der Dank sein für die Errettung aus schwerer Gefahr. Nach der Sage trachteten ihm geistliche Herren nach dem Leben, die, seitdem Halberstadt 1660 preußisch geworden war, ihre Pfründen geschmälert sahen und an Baermann verschuldet waren; sie schickten ihn . also mit einem verschlossenen Brief an einen Bischof in Böhmen, der angeblich Juwelen verkaufen wollte. Nun soll Baermann auf der Reise in Prag erkrankt sein. Um sein.Work zu halten, habe er den Brief durch einen Boten überschiÄ, und als er nach seiner Genesung zum Bischof gekommen, von diesem die Schreckenskunde erlangt: der Brief sei eingegangen, sein Inhalt erfüllt, der Ueberbringer beseitigt. Nach einer anderen Version sei Baermann nicht durch Krankheit an der persönlichen Uebergabe des: Briefes verhindert worden, sondern durch ein religiöses Geschäft. Ein armer Glaubensgenosse in. Böhmen habe den berühmten Mann .gebeten, seinen neugeborenen Sohn zu beschneiden. Hierdurch sei der achttägige Verzug und die Rettung entstanden. Darauf wird auch'der Wunsch Vaermann's zurückgeführt, es möchte der jeweilige Aelteste in seiner Familie als Möbel fnngiren. So hat sich die Sage Vaermann's auf Schritt und Trittbemächtigt, ein Beweis, wie sehr er der Liebling des jüdischen Stammes geworden ist. . (Schluß folgt.);; t ei s e :"r-vv. Für den folgenden Thell ist die Kedaction nicht verantworMch. §t» Drdactbm «mleruimmt niemals rwe Sröfimg t» §rprg auf Mt rvueilt AaotrläKskttt d, wenn fit in dieser Ziufitzt grsttzert sein wollen^ dir Kupreisaugra, Reserellsea etc. Schlatz der Ioseratenaunayme ist Kris: Kr die Montagsuummer« Sonntag Früh S Uhr, Kr dii_ ftuser glatt gelangt regelmäßig Montag and Sannerfiag tu den Abendstunden pua Versandt. Neciamationea wegen p» späten EiutreNen» o^ Urdt man brr der detrrssrudra ysstanfiatt »a matzen. Eiferten auf Etzttseraunoucen werden täglich, mit Ansarh ne von Samfiag und Sonntag, «eiterdefSrdert. . Frankfurter Unabhängiges Organ für Jedermann. Vierteljährlicher AbonnenrentspreiSr Eine Mark zwanzig Pfennige Sei allen Postanstalten (Postzeitungsliste 2631): ' mit „Frankfurter Humoristische Blätter Eine Mark fiinfzig Pfennige (Postzeitungsliste 2631»). 1 Auswärtige 300 3 Agenturen! Große Verbreitung in der Stadt Frankfurt a. M. und in den bedeutenden Industrie» orten Onenbach. Hanau. Hockst. Griesheim. Fechenheim rc> in den besuckten Taunus-- und Sveffnrtbädern, sowie in der weiten, dichtbevölkerten Umgebung (Regierungsbezirke Wiesbaden und Cassel. Großherzogthum Hessen. Rheingau. bayr. Kreis Unterfranken rc). Borziigliches Jnsertronsorgan! Anzeigenpreise: - oO ' die V-gesp. JnseratenzeUe. die 4-gesp. KeNavrer«»« Höchste Stabattfätze bei Wiederholungen. Probe-Nummern und Jnseraten-Offerte grat. u.ftc. Verantwortliche Redaction.: OSear Lehmann in Mainz. — Spedition des ^FSraelik'. Schottstraße Nr. 2. Mainz. Druck und Verlag der Job Wirth'schen Hofbuchdruckerei Aetlen-Gesellschaft in Mainz.