Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 71 (4.9.1902)
- Date
- 1902-09-04
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1501 für Bayern, wo er einer der Ersten war. die sich der Anregung anschloffen. Dann rief noch der Neffe. Herr Lehrer Stiebe! in Lübeck, dem geliebten Onkel, Erzieher und Bildner mit von Schmerz erstickter Stimme den tiefinnersten Dank nach. Auf dem Friedhofe zu Heidingsfeld, woselbst auch die Eltern des ruhen, sprach zunächst tiefergriffen Herr Distrikts-Rabbiner Bamberg er und schilderte mit kurzen, kernigen Zügen das Leben und Wirken des Betrauerten, seine Bedeutung als “irhn s:n, seine Verdienste als Lehrer, seine edlen Eigenschaften, die ihn zu einem ran pnx machten. Auf ihn könne man anwenden, wie es im Talmud von vn f*5p.*T baiav heißt: vbp M22K vbs \spb m rjn er verdient es wahrhaft, über ihn Weinen und Klagen zu erheben, jpn bbn b& innbrn w /non n ^bv v»k ncwa Als er starb, rief man aus: «Dahin ist der. Fromme, dahin der Bescheidene, ein wahrer Schüler Hille!." Und als tick '21 starb, da sagte man, daß die Säulen von "hd? wankten und weinten, da sich seines Gleichen unter den Stützen, worauf die Weltordnung und Wellerhaltung beruht, nicht mehr befand. Wegen des py9 wollte der ehrwürdige Redner den neon mit weiterer Ausführung nicht verlängern: Hierauf sprach Herr Dr. Tachauer als Studiengenosse und Kollege am Seminar und erklärte die Midraschstelle: u’p «n inron „thue mir kund, 0 Herr, mein Ende." David wollte sein Ende wissen, damit er das Fehlende an seiner Lebensaufgabe noch ergänzen könne. Gott aber antwortete: men jdbc „wann du auch stirbst, du wirst dein Werk vollendet haben." David in seiner m» aber fühlte sich noch zu sehr als Mensch und befürchtete rarr rev Trsz „ich werde noch am vrv d. h. unvollkommen und unvollendet sterben." Der Hingeschiedene gehe nun auch am Sabbat zur ewigen Ruhe ein, er hat seine Aufgabe vollendet, er starb als ran pnx. Dann ergriff Herr Lehrer Gold st ein - Heidingsfeld als Schüler des Entschlafenen und Vorstand des jüdischen Lehrervereins, für das Königreich Bayern das Wort. Als Schüler hob er hervor, wie der Verblichene so sehr das *pwo ybv ran -peSn *102 -tp beobachtete, wie es nie verletzend war. Er' rief ihm nach Tjrrrcn 'ebx '21, mein Lehrer, mein Führer, mein Freund. Mein Lehrer, nicht nur im Seminar, sondern bis in die letzte Zeit; mein Führer als langjähriger Vorstand des Lehrervereins; mein Freund im Umgang und als aufrichtiger Berather. Zum Schluffe sprach noch Herr Präzeptor H. O p p e n h e i m e r seinen und der gegenwärtigen Schüler des Seminars, die der Ferien halber sich nicht an bem Leichenbegängniß betheiligen konnten, innigsten Dank dem geliebten Lehrer aus und betonten, daß die Erfolge desselben in dessen Lehrmethode lägen und diese sich auf Salomon's Spruch gründetet» twV *pjn ix» tb» 16 ppr '2 03 oti w er dachte sich stets in die Weise, in die Individualität des Schülers und behandelte ihn danach im Unterrichte. So glaubte er, bleibe das Gelehrte Eigenthum und entschwinde auch im Alter nicht. ... . v Alsdann schloß sich das Grab über dem. Theuren, zum Schmerze aller r'2Vp bxi '2 alle standen ihm nahe, ns'ab pnx 127 Sein Andenken wird stets ein gesegnetes sein! Der frommen Gattin aber möge Trost und Stärkung werden, den herben Verlust standhaft zu ertragen. J ..... . - Zettungsnachrichten und vorrespon-enzen. D e u t f ch I ö R b. : ■ / Nürnberg, 28. Aug. Bei einem Besuche in Hürben nahm ich Gelegenheit, die jüdische Ferienkolonie der M ü n ch n e r i sr. Ge - m e i n d e kennen zu lernen. Was ich da sah und hörte, bereitete mir große Freude. Der Verein besitzt dort sein eigenes Heim, welches für diesen Zweck umgebaut wurde. Dasselbe hat eine vorzügliche Lage, einen großen Tummelplatz an der Kammel, wo die Kinder baden können, so viel sie wollen.. Zuerst waren 25 Mädchen da mit einer Lehrerin und jetzt sind 25 Knaben mit einem Lehrer angekommen. Zn allen Städten sind die Volksfreunde an der Arbeit, die große Wohlthat eines Landaufenthalts immer mehr armen Kindern zu Thcil werden zu lassen, welches Streben nicht genug anzuerkennen ist. Von Seiten der großen isr. Gemeinden hört man da aber: noch sehr wenig. Und wie groß ist das jüdische Proletariat in den Großstädten! München hat den Weg gewiesen, möge dies Beispiel bald recht viele Nachahmung' finden. Ueberall gibt es edle, hochherzige Menschen, und nicht zum wenigsten hier \n Nürnberg, die gern bereit wären, ihr Scherflein zu diesem wahrhaft edlen ' Zwecke beizutragen, wenn sich die richtigen Personen an die Spitze stellen. Unter der Leitung eines tüchtigen Pädagogen kann.der Einfluß dieser Colonien auch für die jüdische Erziehung nur ein sehr ersprießlicher sein. Also auf, ihr Philantropen,-und erbarmt Euch der bedauernswerthen isr. Jugend, die in den elendesten Wohnungen nur zu oft den Keim für späteres Leiden in sich! aufnehmen muß. Machen wir sie wenigstens widerstandsfähig. Ach, schon das freudestrahlende Gesicht dieser glücklichen Kinder wäre Lohn, der reichlich lohnt: S ch w e is.;; Basel, 1. Sept. Die hiesige israelitische Gemeinde > bezw. deren Vorsteher, sandte ein Schreiben an die „Comp, generale transatlantique". worin auf die Un-