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Der Israelit · 1902-09-04 · Heft 71 (4.9.1902) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 71 (4.9.1902)
Date
1902-09-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
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43, Jahrgang. . . Rabbi Zizckak Schlenker?'N. Seminarlehrer in Vürzburg. I'SN -L2. Ein Frommer hat vollendet seinen Lebenslauf und damit auch seine Lebensaufgabe. Rabbi Jizchak SchIenker, fast vier Dezennien Lehrer am? jüdischen Seminar zu Würzburg, ist nicht mehr; ge- I Mosten ist der- Mund, dem mit klarem Verständniß ' und wahrer Begeisterung die Lehre Gottes'entströmte,; den Geist erleuchtend, das Herz mit nrrii man ran« d*cb> erfüllend. Lange schon bangte es der Familie, den zahlreichen Freunden und Verehrern um den Theuren, Geliebten, seitdem am 23. Febr. dss. Js. ein Schlaganfall das Leben desselben bedrohte. Die Gebete fanden Erhörung. es trat Wiedergenesung ein und damit die Hoffnung auf seine Erhaltung für lange Zeit. Jedoch nur otnn ib ibdiiü, nur für einige Monate ist er uns geschenkt worden; ein wiederholter Anfall warf ihn bleibend auf's Lager, von dem er sich nicht inehr erholen sollte. Am 28. Aug. d*wö n*2 hauchte er seine .Tfims jraw aus. ccm nuny myr, ip pny ns'p mit dem Scheiden des Frommen aus der Stadt, aus dem Kreise, in dem er gelebt und gewirkt, wird man erst recht seines Wcrthes gewahr, fühlt man erst recht, was er uns gewesen und was wir an ihm verloren. Ein solches Leben verdiente es dann auch, in der weiten .Oeffentlichkeit erkannt und gewürdigt zu werden, verdient es, sich dasselbe nochmals zu vergegenwärtigen und sich daran zu erbauen. v"n c’mp3 cruvcn pjk o'pmy die Frommen, sie sollen auch nach ihrem Tode noch in uns fortleben. Rabbi Jizchak Schlenker s. A. war der Sohn wahrhaft frommer, für nun und n-my begeisterter Eltern, die kein Mittel versäumten und kein Opfer scheuten, ihre Kinder in ,*rm zu erziehen. Ganz besonders erkannten sie mit Recht in dem Hingeschiedenen schon in der frühesten Jugend den starken Geist und Willen, sich dem Thorastudium zu widmen.. So erhielt er frühzeitig die besten Lehrer, empfing die Anfangsgründe bei iybnnv by-i:yo ’n, und als die Eltern ihren Heimathsort Fuchstadt verliehen und nach dem durch rrnn rnv'b und die dort herrschende Frömmigkeit bekannten Zell verzogen, da wurde rtpKtafin p'i'ir "> als Hausrabbi engagirt. der er auch geblieben, nachdem man geschäftshalber nach Heidingsfeld übersiedelte. Schon um diese Zeit zeigte der junge pnxy n von welch' guten Erfolgen die Bestrebungen seiner frommen Eltern waren. indem seine Kenntnisse p»nn2 schon hervorragend waren. Bald war er dadurch befähigt, -den in» Bei "i :*rra pion lynyooio ltwybyimit Verständnitz und Erfolg besuchen zu können.. Um aber auch noch andere rw zu frequentiren, begab er sich nach Ungarn, .besuchte die Jeschiba in Eisenstadt, unter Dr. Israel Hildesheimer s. A. und in Kowersdorf.. Mit erweiterten Kenntnissen kehrte er von dort zurück und besuchte abermals den nun? des b'n pwn in Würzburg, .daneben auch wistenschaftliche Bildung im Profanen sich aneignend, so daß er das Lehrerexamen am kgl. Seminar mit gutem Erfolge bestand. Um in die Praxis überzutreten, übernahm er Anstellung an der neubegründeten Schule der Religionsgesellschaft zu Mainz und von da'aus eine solche in Mors a. Rh. Mit der Gründung einer Existenz u. Familie wollte er auch nicht säumen, und hier zeigte sich s'2'b« •pfy nur., .W yn2; vrrr denn wie er sich die. Gründung einer jüdischen Familie dachte, so führte ihm. die göttliche Fügung , eine Frau zu, eine pn m in der Tochter des durch mm und nipiL . ausgezeichneten. bwi ' bi iyv".ivi yii aus Fulda, die an hoher Gesinnung für alles Edle und Gute, an nriouw nurn non» so ganz mit ihm Lbereinstimmte. Doch nicht lange duldete . es das edle Paar in Mörs, es fand hier nicht den geeigneten, gewünschten Wirkungskreis; nach der Heimath, nach einem nun vipo war «sein Sehnen, und bald sollte sich zur Erfüllung desselben die schönste Gelegenheit bietey. Ein großer Gedanke erfordert einen großen Mann. Die Gründung eines jüdischen Lehrerseminars auf orthodoxer Grundlage und in dem uo'b min Hauptzweck, beschäftigte dann als den Größten seiner Zeit; den Würzburger bi 2i, und sobald das Werk seiner Entstehung entgegen ging,, erkannte der Meister und Schöpfer desselben in seinem . früheren Schüler vpivbv pnr m auch diejenige Lehrkraft, die den Zwecken bestens dienen werde. Mit der Eröffnung des Seminars im Herbst 1864 wurde Schlenker für den Gemara-Unterricht an demselben ängestellt. Die Folge rechtfertigte die Wahl und die daran geknüpften Erwartungen. Hier sah'sich Schlenker am rechten Platz und hier entfaltetete er während der 38 Jahre eine segensreiche Lehrtätigkeit. Er hatte Gelegenheit zu erfüllen N2in orrabn msyno und denselben nicht nur sein reiches talmudisches Wissen^zu bieten, sondern ihney auch mm nonw nam einzuflößen. Dieses aufrichtige, hingebungsvolle Wirken fand in den Herzen der Schüler ein getreues Echo, sie hingen mit Liebe und Verehrung an. ihm und werden seiner stets in dieser Weise gedenken. Aber nicht nur im Seminar, sondern , Ido; immer sich Gelegenheit bot nvbbi mobb, da war er bereit und stellte Zeit und Mühe selbstlos zur Verfügung. So in mt ■am» mon/ deren langjähriger Vorstand er gewesen, und in mm mobil mnn. Wie in Vereinen, so war er auch für jeden Einzelnen bereit zu

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