Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 69 (28.8.1902)
- Date
- 1902-08-28
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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ZettNSgsNachrrchLeK urrv SsreesporwsrzZSN. Den L f ch l a ud. - Frankfurt a. M., 24. Aug. Die Jüdisch-Litterarische Gesellschaft, über deren Begründung und erstes Preisausschreiben Sie seinerzeit berichtet haben,*) hat von den Hinterbliebenen des in Homburg verstorbenen Herrn Salomon Juda Sachs aus Dünaburg ein Legat erhalten, das von dem Vorstand der Gesellschaft als. „Schlomoh Jehudah Sachs-Stiftung" verwaltet werden und zur Dotirüng von wissenschaftlichen Preisaufgaben "dienen soll. Damit das Andenken des Mannes, dessen Namen die Stiftung trägt, schon alsbald durch eine derartige Publikation geehrt werde, wird aus einer besonderen Schenkung schon jetzt von dem Vorstande ein Preis von Mk. 300 ausgesetzt auf eine kurze, in deutscher Sprache abzufassende Geschichte der Geonim, welche zum ersten 'Jahrzeitstage des sel. Sachs (7. August 1903) erscheinen soll. Später sollen die Zinsen des Kapitals je mehrere Jahre lang admaffiert und dann jemals ein dementsprechender höherer Preis vergeben werden. ' t) e st e r r e i ch.' ■ - Aus Mähren, 24. Aug. Der Voskowitzer Rabbiner Dr. Funk hat ein Werk, betitelt „Die Juden in Babylonien von 200—500 v. d. gew.Zeitr." herausgegeben, dessen Bedeutung nicht genug gewürdigt werden kann. Das vorige Jahrhundert kann in gewisser Beziehung als Aichüngs- und Wendepunkt im wissenschaftlichen Leben des Judenthums bezeichnet werden. -Jedoch hat es den Forschern dieser Zeitperiode mitunter an genügender Kenntniß der talmudischen Lehre und Denkweise gefehlt, um sich in den Geist, der in den Hochschulen Babylons und Palästinas herrschte, eindcnken zu können. Unter anderem wußte man z. B. keinen Unterschied, zwischen der in der Schule herrschenden Lehrmethode und der bei halachischen Entscheidungen gepflegten Denkregeln. Gebührend müssen wir bei dieser Gelegenheit Samson Raphael Hirsch's, des großen Kämpfers gedenken, der in Flugschriften die Schwächen der Geschichtsbauerei Grätz' hervorhob und in scharfer Weise charakterisirte. Jedoch war .es wohl unserer Zeit. Vorbehalten, eine wahrheitsgetreues Bild jener dunklen, geschichtlich noch wenig erhellten Zeit. da die Juden in Babylonien waren, zu liefern. Nach Halewi's groß angelegtem Werke v'Zwrn im hat es Dr. Funk, der sich ein enges Gebiet zum Gegenstände seiner Forschung machte, verstanden, die talmudische *) Unserem damalige» Berichte fehlte die Angabe, daß tzerr Direktor Lanze m Frankfurt Vorsitzender der Gesellschaft ist, und daß dieser, sowie der Schriftführer. Prooinzial-Nabbiner Dr. 58am* berger in Hanau, sowohl zur Kenntnisnahme von Beitrittserllärungen als zur Erthcilung von Auskünften gerne bereit sind. Red. ■j Epoche der Juden in Babylonien durch sein Werk/zu beleuchten. . Als besonderer Kenner des . altjüdischen Jeschiwa-Lebens und des. Talmuds ist eSHm gelungen^ ein ungefärbtes, lebensgetreues. Bild,.. sowohl. des Le- .... bens des jüdischen Volkes, wie des babylonischen. Hochschulwesens zu entwerfen, zu welchem Zweck der Per- T fasser nicht nur ausschließlich talmudische, sondern auch arabische und syrische Geschichtsquellen heranzog. wo- - durch auch die natürlicheErklärungzahlreicher, schwieriger und rathselhafter? Talmüdstellen gefunden' wurde. Das Werk ist so .populär,.: leicht faßlich und doch so anziehend geschrieben, daß man bum Lesen nicht ermüdet. Die Anführung zahlreicher, auf:.das Werk - Bezug habender Talmudstellen verräth nicht nur^ den j ungeheuren Fleiß des Verfassers, sondernauch^den" außerordentlichen Kenner'des Talmuds. .'Wir schließen mit der Behauptung, daß dieses Werk nicht nur alS ein originelles, sondern auch als bahnhrechendes. be-?. zeichnet werden muß.. . . . . > :: — Wenn-: 'eine. ./Gemeinde ihrem Rabbiner nach 25- oder 40jähriger Thatigkeit Ovationen- - bereitet oder Geschenke darreicht, so muß dies als.ein " Vertrauensvotum aufgefaßt werden, , Wenn aber eine Gemeinde sich veranlaßt sieht, ihren Seelsorger schon nach lOjährigem Wirken zu ehren, so genügt diese That-1 fache, um das Wirken des betreffenden Rabbiners im ' . schönsten Lichte erglänzen zu lassen. Die hiesige Kultusvertretung faßte den einstimmigen Beschluß, unseren Rabbiner Dr...David F e u ch t w a n g in ge- .' bührender Würdigung' seiner Verdienste ein kostbares Geschenk zu überreichen und hat diesen Beschluß auch durchgeführt. Durch diese Ehrung hat die, hiesige Kultusgemeinde sich selbst ein ehrendes Denkmal gesetzt.-- Dr. Feuchtwang hat es verstanden, während seiner,- zehnjährigen Wirksamkeit sich die Liebe der Gemeinde-- Mitglieder zu erwerben, durch, seine formvollendeten, > geistreichen Predigten auf die Herzen der Zuhörer einzuwirken, durch seine angeborene Herzensgute, die sich, in Freud und Leid äußerte, das Vertrauen seiner Mit< bürger sich zu verschaffen.' Sein tadelloser, .streng religiöser, zu Nachahmung aneifernder C^lrakter, hat den hohen Ruf, den die Gemeinde Nikolsburg seit jeher gehabt, erhalten. Seinem thatkräftigen Einflüsse ist es zu verdanken, daß die hiesigen religiösen Jnsti-. tutionen erhalten geblieben sind, daß als Angestellte fast ausschließlich konservative Kräfte wirken -und daß der Religionsunterricht, den er organisirte, auf einer solch hohen Stufe steht, wie wohl selten in; einer Gemeinde. Deßhalb begrüßen wir mit Genugthlüing" die Ehrung, womit die Gemeinde. ihren Seelsorger-, bedacht.;; r - Zwicker. /j.,i A r g e n t r n :i ' In Buenos-Aires, dem Hauptabsatzgebiet der ' Mädchenhändler, hat man von den Bestrebungen der deutschen Rabbiner zur Unterdrückung dieses schänd-