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Der Israelit · 1902-08-28 · Heft 69 (28.8.1902) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 69 (28.8.1902)
Date
1902-08-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
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:nm 1457 Exschwiegervater gegenüber Matz.-: . < >. „Also wie geht's, Papa, nach dem gestrigen famosen Hochzeitsfeste?-- •/ «Ich verbitte mir diese vertrauliche Benennung, zu der Sie kein Recht mehr haben.-. .? . „Bitte, Papa, nehmen Sie die Sache nicht so tragisch, es laßt sich ja alles wieder in's alte Geleise bringen.-^ - : :*• - ----- —<; - - -v. ' -v „Jn's alte. Geleise, ja, so wie es vor Ihrer Verlobung war, denn so stehen die Sachen.. Ich habe alles versucht, aber alles vergeblich.- „Was eigentlich haben Sie versucht? Sie haben den absonderlichen Einsals gehabt, den ungeschickten Rabbiner zu Martha zu schicken. Was kann. man. von. diesem erwarten?-. , — y7—7 „Sprechen. Sie nicht so verächtlich von dem Rabbiner, Doktor! Er hat seine Sache gut gemacht, nur allzugut, — aber für sich- — fügte er im Flüstertöne „Wie meinen Sie das, Papa? Was haben Sie da. von dem Rabbiner gemurmelt?- - . * v „Nichts, nichts," sagte rasch der Alte, dem daran lag, daß die Affaire mit dem Rabbiner nicht in die Oeffentlichkeit dringe, „ich meinte blos,' daß da nichts mehr zu machen sei.- / ^„Papachen, ich habe mich heute-entschlossen,, noch einmal Vorstellungen bei Martha zu versuchen, ein Mädchen, wie dieses, gibt man nicht so leicht auf. Ich hätte.zwar keine Sorge um eine andere'Bra'ut. Samson B.uxbaum gäbe mir gleich seine Tochter, auch andere angesehene Männer haben mir heute schon ihre Unterhänd- ' ler geschickt, ich habe aber einmal Martha gerne, und möchte mit keiner anderen glücklich sein. Wo finde ich Martha. Papa?" —- ' .. Der Alte wurde ganz verlegen und kraute sich'in seinem spärlichen grauen Haare. „Zu Hause nicht,. Doktors sie ist abgereist.-1 K K . - - ... „Sie haben sie weggefchickt? -Das sollen Sie mir .büßenl"^ .—77 7;. 7-';:' „Büßen? Warum und womit? 7 Wollte sie .etwa hier bleiben und all' das Gezische! und Gespött mit-- . anhören?-; -k „Und ich,, der ich unfchuldigerweise zur Zielscheibe dieses Gespöttes geworden bin, ich soll alles , über mich ergehen lassen? Mit'diesen Worten haben Sie selber Ihr Urtheil gesprochen. Sie werden mir Ersatz schaffen — nicht - nur für Me wirklichen Auslagen Und für meine vergeudete Zeit, .sondern auch für meine gehabte Aufregung, für mein verlorenes Ansehen und gefährdete - Ehre./ Rechnen Sie gut, Papa Honig, ob weine gerechten Ansprüche nicht die Summe übersteigen 'werden, welche Sie Ihrer Tochter zur Mitgift bestimmt haben.- „Ha, ha, ' ha. Sie gefallen mir gut, Herr Erschwiegersohn, ..sich auf die gekrankte Unschlud hinauszuspielen. Was. ist es denn mit Emma Kolinsky, was?" Der Doktor war bis in die Lippen erblaßte Dei Name, welcher ihn in her. letzten Zeit' immerwährenl verfolgte, war ihm jetzt entgegengeschleudert worden wo er glaubte, seinen lchten, größten Trumpf. auSgespielt zu haben. Jedoch galt es, kaltes Blut zu behalten, sonst war seine Sache verloren. - Und dies dürft« doch nicht geschehen, denn zu viel stand für ihn Huf dey Spiele.? « - -!77- - „Emma Kolinsky? Der Name ist mir sehrbekannt, er .müß in meinem Leben schon eine Rolle gespielt haben, nur kann ich mich unmöglich im Moment, darauf besinnen. Ich bin heute so aufgeregt ,und Nack dem gestrigen Tage und der schlaflos verbrachten Nach / „Der. Name kommt Ihnen sehr bekannt vor.' Natürlich, wie denn nicht, Sie haben sich pon dieses.'Mädchens Vater, dem alten Religionslehrer, ,ernähren lassen als Gymnasiast, " weil Sie der Syhn seines Jugendfreundes waren, und als Student, weil Sie Vorgaben seine. Tochter Emma zu lieben, mit den heiligsten Eider ihm noch auf seinem Sterbebette versprochen? sie -'|ö heirathen, sobald Sie eine Stelle haben' werden.-?! „Wer hat Ihnen diesen schön zusammengestellteu Roman erzählt, Herr Hönig?" fragte der Döktor, verlegen die Enden ftines Schnurbartes zupstnd?- „Gelesen Hab' ich es, Freund Piesen/ gelesen ui einem Briefe, den Martha vor der Trauung aus Prae bekommen hat. Sie ließ mich darauf in ihr - Zimmer bitten und flehte mich an, die.Partiezurückgehen zu lassen, oder wenigstens die Trauung aufzuschieben?: Do ich aber auf die Ehre brannte, der Schwiegervater' des Herrn Doktor Presen zu werden bei diesen Morten verbeugte sich der Genannte eben so ironisch, als diese Worte gemeint waren — „konnte ich ihren Wunsch nicht erfüllen. So kam das, was kam. Jetzt führen. Sie Prozeß, Hert Doktor!-- - r - . ---. 7—— 1 Ms der Letztere sich an schickte, eine Entgegnung zu machen, kam ihm Honig mit der Bemerkung zuvork ^hre Baaräuslaaen werde ich Ihnen selbstverständlich .ersetzen, vielleicht noch. etwas ‘ mehr, wenn Sie - - verständig sind, aber das sage ich Ihnen im^ vorhinein: Mit einem Prozeß erreichen Sie nichts' durchleben diesen Briest- ' : ,Das wird sich zeigen, Herr Hönig,- sagte Piesen,' und entfernte sich—^—>;—7—;.— 71——— ' '7-.,' Trotz dieser, direkten Meherläge/gäbM^MeseU die Sache, noch nicht verloren Und beschloß, Martha in Prag äufzusuchen,. umeine - persönliche -Aussprache mit ihr herbeizuführen. 5. 3« ®tö—~ : ' Der ölte Hönig'hatte ganz richtig kälkulirt, Schatz Martha direkt nach Prag gereist.fei,- Und hatte-sichuüch in der Annahme nichtgetäuscht,^ däß sieTvörf-geblieben^ - Martha wurde in Prag freündlich^aüfgenommen? Vor der Hand unter einem frechdey Ramen^als Marie!

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