Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 69 (28.8.1902)
- Date
- 1902-08-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1452 - -- - ----- Nechunlahantwortete: 5* wa» .vb.'jm 'vdap 16 mr. was . pnn : wib.' Ein anderer Weiser erwiederte: MtK >NVN ato,- wen raa tos? vh Ein dritte Antwort lautete: rr*7VLp rswn wa'flwifc,- Diese drei Aussprüche," so führt der Redner aus, „lassen sich insgesammt auf Dr. P lato " anwenden. Das Leben betrachtete er nicht als ein Geschenk, sondern als ein Gut, das durch Emsigkeit und unermüdliche Thatigkeit man sich verdienen . müsse. Nie peMng in seinemLeben ein Tag, der nicht ein Tag war, eine Zahl, der nicht seine Bedeutung gehabt hätte. Und er begnügte sich, nicht mit den Geistesanlagen, die: ihm vom Schöpfer verliehen waren, sondern suchte immerfort sich zu vervollkommnen. Nicht nur die iälmudischen Schriften machte er zum Gegenstände seines Studiums, sondern auch den profanen Disziplinen wandte er seine Aufmerksamkeit zü^ und da er die Nacht' zum Tage machte, so brachte er es dahin, wie der Redner hervorhob, daß er weit über die Grenze des Vaterlandes, wohl als der Einzige dasieht, der mit den tiefen Kenntnissen der talmudischen Bücher eine umfassende Gelehr-, samkeit auf allen Gebieten der profanen Wissenschaften besitzt. - Allen ging er mit gutem Beispiele voran, ein Muster für Schüler üttb Lehrer. Als Erster war er auf dem Platze und bis auf den Mutigen Tag that er seine Pflicht. Lehrend und lernend gab er allen denen geistige Anregung, die das Glück hatten, ihn zum Lehrer zu haben. Neid seinen Mitmenschen und speziell seinen Kollegen gegenüber kannte er nicht. Selbst wo er in Meinungsverschiedenheiten mit ihnen gerieth, gingen seine Entgegnungen nie über den Rahmen des Sachlichen hinaus; daher auch die allgemeine Achtung und Verehrung, die der Jubilar bei Leuten aller Richtungen genießt. Nie machte er die Synagoge zu einer Durchgangshalle. Er benutzte das Veth ha-Kneseth nicht, um von Stufe zu Stufe zu immer höheren Ehren zu gelangen, sondern blieb der Adaß Jeschurun fein Leben lang treu. Leicht hätte er eine führende Stellung in einer der Großgemeinden erreichen können. Doch solches Streben widersprach seiner Bescheidenheit. Keinen persönlichen Vortheil suchte er durch seine Stellung sich zu verschaffen, sondern that alles vNb tfOBF." Indem Redner dann am Schlüsse die Gattin des Jubilars feierte, die nächst Gott nicht'zum wenigsten dazu beigetragen,- daß der Jubilar ein so hohes Alter erreicht habe, und die in den mildthäiigen Werken — die sie gegründet hat und noch leitet — als große Tochter des uns allen unvergeßlichen S. R. Hirsch sich . bewährte,: schloß er mit dem Wunsche, daß es uns ver- ' gönnt sein möge, das edle. Paar noch lange, lange Jahre . unter Uns weilen zu sehen.' zum Wöhle der Gemeinde und'der Grsammtmenschheit. Mit. dem von jungen - Mitgliedern und Schillerndes Seminars wirkungsvoll-vorgetragenen Psalm 128 schloß die erhebende Am Nachmittage erschien eine Deputation der Synagogengemeinde Cöln, dem JMlar die herzlichsten Maffeltoff-Wünsche zu Überbringer - . - - In der Frühe des folgenden Tages schon erschienen die Kleinen der von Frau Dr. Plato geleiteten Kinderbewahrschule, ihre Glückwünsche därzubringen dem Manne, der den Anlaß gegeben hat'zür Gründung der des weitverbreitetsten Rufes sich erfreuenden Anstalt. Rührend war es zu sehen, wie die kleinen Knaben und. Mädchen,. selbst Blumen gleich, - in den. mit Blumen - reichdekorirten Zimmern — es waren alles Beweise der Anerkennung von Nah und Fern — sich bewegten, um ihrem „Vater" und ihrer „Mutter" zu gratuliren. Ein geschmackvolles Blumenarrangement brachten sie dar als Zeichen ihrer Dankbark«1 -; So wie die Kinderbewahrfchule mit allen dazu gehörigen Wohlthätigkeitseinrichtungen einer Eingebung des Jubilars ihr Entstehen verdanken, so auch , die Frauenvereine nen wb'ck und sb m:; SSon: fbem Jubilar kam ddr Gedanke, von seiner Gattin die That.' Die Vorstände der beiden Vereine ließen es sich daher nicht nehmen, der langjährigen Präsidentin und ihrem edlen Gatten zu ihrem Feste ihre dankbaren Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Die eigentlichen Ovationen begannen um 11 Uhr. Es erschienen ü. cu die Kura-- toren des Lehrerseminars, die Lehrer und Schüler des-' selben, der Vorstand der Adaß Jeschurun und der Chewrah i« wro. In Vertretung des Vorsitzenden des Curatoriums brachte Herr G. R othschild dem Jubilar die Glückwünsche sowohl der ansässigen, wie auch auswärtigen Mitglieder und überreichte eine von Herrn Max Viktor künstlerisch ausgeführte. Adresse. Gleichzeitig theilte er mit, daß das Kuratorium einstimmig beschlossen haben den Jubilar zum Ehrenmitgliede zu ernennen. - p < - - Dann ergriff Herr Seminarlehrer Max Schwärzt schild im Namen der Lehrer sowie der alten und jetzigen Schüler das Wort zu einer längeren Ansprache. Redner, der numehr 40 Jahre, zuerst als Schüler des Jubilars, dann als Lehrer am hiesigen Seminar mit. Dr. * Plato zusammen verlebt hat, war wohl die geeignetste Persönlichkeit, um den Achtzigjährigen als Lehrer und Erzieher zu schildern. Die tiefempfundene, in Form und Inhalt gleich vorzügliche Rede hatte so ungetheil- . ten Beifall, daß allgemein der Wunsch ausgesprochen wurde, dieselbe im Wortlaut wieder zu geben. Diesem Wunsche kommen wir an anderer Stelle nach^^ Adressen überreichten noch Herr Wallach für die - Adaß Jeschurun und Herr Seligmann für die Chewroh Tat um Beide Redner hoben hervor^ daß der" Jubilar nicht nur der Gründer der genannten Institutionen ist, daß er in selbstloser Weife thatkräftig für dieselben' gewirkt und sie zu ihrer heutigen Blüthe gebrächt hat.- Aufmerksam hatte der Greis den Worten einest Jeden gelauscht, und mtt zu Herzen gehenden Wortes