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Der Israelit · 1902-08-21 · Heft 67 (21.8.1902) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 67 (21.8.1902)
Date
1902-08-21
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1422 4>ö schon eine Organisation auch wäre und so gerne ich meine Dienste dazu freifielle, ist es doch meine persönliche Meinung, daß die Stellenvermittelung uns Angestellten wenig praktischen Wert zufügt und zwar aus dem Grunde, weil es äußerst wenige Chefs gibt, die stch fur das Judenthum intereffiren, selbst wenn es sich um derartige soziale und humane Einrichtungen handelt . - ' - '" Auch abgesehen davon erachte ich es für Pflicht, daß sich die jüdischen Angestellten zusammenthun, um. in positiver Weise das jüdische Interesse und die Wissenschaft zu erhalten und verpflanzen, daß wir auch den den Kaufleuten oft zugefügten Schmähungen energisch entgegentreteri und. boshaften Angriffen widerstehen können. - ' ' Selbstverständlich ist, daß Jeder, der sich dieser Organisation anschließt und bereits anderen guten und einflußreichen kaufmännischen Vereinen als Mitglied angehört, keinen Anlaß hat auszutreten, wir auch Niemand sich zurückhalten wird diesen Vereinen, beizutreten. \ Betrachtet man den antisemitisch angehauchten ..Deutsch-nationalen Handlungsgehilfen. Verein", dessen Mitglieder, was nebenbei bemerkt sein soll, theilweise in jüdischen Geschäften angestellt sind und trotzdem als sichtbares Zeichen sich mit der Vereinsnadel schmücken, dann, meine ich müßte sich Jeder an der Organisation betheiligen, und der Ruf ertönen: Alle Mann an Bord! - Ern st Ho f man n. Letzte Nscheichtev. " Bukarest, 19. Äug. (König K ä r o l u n d die rumänische Judenfrage.). Von durchaus gut unterrichteter Seite geht dem „V. T." aus Bukarest folgende nicht unwichtige Mittheilung zu: . Der König Karol hat in der letzten Zeit zwei hervorragende jüdische Persönlichkeiten in besonderen . Audienzen empfangen. Beide.Male hat die.Lage der Juden in seinem Königreiche den Gegenstand der Unterredung gebildet. Marco Mendl, ein bedeutender Exporteur aus Galatz, hat dem Könige die traurigen Verhältnisse der Juden in dieser Stadt geschildert und zugleich auf die Gefahren hingewiesen, welche durch die unausgesetzt andauernde Ausloanderung der Juden für die Gemeinde Jassy entstehn müssen. Der König gab die Berechtigung dieser- Auffassung zu und ersuchte den Jassyer Kaufmann, alles aufzubieten,' was in seinen Kräften stände, um der überhandnehmenden Auswanderung der Juden aus Rumänien überhaupt zu steuern. , Von größerer - Bedeutung war. indessen der Empfang des Londoner Oberrabbiners Dr. Gäster, .eines hervorragenden Gelehrten, der vor ca. 15 Jahren, obwohl Rumäne von Geburt, dennoch aus diesem Lande - ausgewiesen wurden weil er es gewagt hatte, sich seiner . Glaubensgenossen anzunehmen. Dieser Rumäne nun hielt dem König einen Vortrag über die verzweifelte Situation der rumänischen Juden, denen kernanderer. /. -' . Ausweg als eben die Auswanderung bliebe. Der König : antwortet ihm, daß doch-die Auswanderung für beide Theile ungünstig sei, für die Juden sowohl, wie für Ru-- , mänien. Darauf setzte Dr. Gaster auseinander, daß, um der Auswanderung zu steuern, kein anderes Mittel; bleibe, als die Gesetze gegen die Juden -zu milderm Besonders das Austveisungsgesetz müsse aufgehoben , werden,- und die Gemeinden müßten die Erlaubniß erhalten, sich zu organisiren. Beide Forderungen erkannte der König als gerecht an, und er fügte wörtlich hinzu: „Ich hoffe, daß Sie, wenn Sie in zwei oder drei Jahren dieses Land wieder besuchen, eine neue Situation hier finden werden."/.'- .. -. - >, - - .: So weit der Gewährsmann des „B.T.". das daran die folgenden Bemerkungen knüpft:- An dem guten Willen des hochgebildeten und human denkenden Königs Karol, den barbarischen . Zustqndett - in . Rumänien ein Ende zu machen, haben wir niemals auch nur den leisesten Zweifel gehegt. Anders freilich, stellt . sich die Frage, ob der König in Rumänien einen genügenden Machteinflnß gegenüber jenen Bojaren, zu entfalten vermag, um auf eine Abänderung der dortigen „sogenannten" Gesetze zu dringen oder wenigstens eine ' anderweitige gesetzliche Desinirung der verhängnißvollen Bezeichnung „Fremde" in den betreffenden Gesetzen herbeizuführen.. Es ist ja nachgerade weltbekannt gewor->- den, daß die rumänische Gesetzesauslegung und Verwaltung unter der Bezeichnung „Fremde", lediglich „rumänische Juden" versteht, auch wenn sie in Rumänien . geboren sind, von in Rumänien geborenen Eltern abstamen, ja sogar, wenn sie in der rumänischen Armee - ihrer Dienstpflicht, genügt haben. Das ist ja gerade, das Empörende an. diesem rumänischen ,Treiben,-daß sogar noch die Majestät des. Gesetzesbegriffes durch eine in ihrer Rabulistik beispiellose Gesetzesauslegung beleidigt wird.. ' -V'/- ' v ' ,.■ " Der Medaettoir. . M. Heller, Lehrer in Duisburg: Auf Wunsch bestätigen wir Ihnen, daß Sie nicht der Verfasser deS s. Zt. in unserem Blatte erschienenen Nachrufs über für sel. Mar' Kahn zu Offenbürg gewesen ' GriefLaften der ExpedMon Auf versch. Anfragen theilen mit, daß unser Blattln den . Lescsälen ca. 500 deutscher Badeorte u. Kuranstalten aufliegt. ' Nenes vornehmes Pensionsbans 1. Banges unter Ansicht Sr. Ehrwiirden Heues vornehmes Pcnsionshaqs-T. Ranges unter Aufsicht Sr. Ehrwiirden . ' Herrn ltabb. Dr. A uerbach, Halberstadt, mit Genehmigung Sr.Ebrw. - Herrn Landrabbiner Dr. R 01 f, Brannschwcig. ' Streng: rituelles Etablissement. Am Walde an gebannt. - staubfreier Lage, 4G Salons, mit Balkons der STeazelt . eleganteingerichtet, Bekanntanssergewöhalleltgute . ■ . -• ’ Süehe. - .; . -. / Diners and % 1a carte znjiMler Zeit, volle Pension .mit extra guter Ver-, - - * pflegnng incl. Wohnung von 6,50 Mk. an. Jeden. Samstag ..Gottesdienst' in eigener von Herrn Professor Geb, Hannover, erbauten Synagoge im - Parke des Hotels.* - - {3769.- Geöffnet vom 1. Mai bis 1. Oktober. - Besitzer: Hsx Hecht.; ./ .]

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