Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 66 (18.8.1902)
- Date
- 1902-08-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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I, K i £ liH!" 43. Jahrgang. Ein . GenLrat-Hrgan für das orlhodoZe IudentHuw. ' - Begründet von : V '. .; ©r. in tSJatttj. V. Montag, den 18. Augitst 5682 (1S62). ' Zu Oaraschath Lkeb. Mainz', 16. August. „Und es wird sein, zum Lohne, daß ihr gehorchen, werdet . .Das Wort ist schwer zu erklären. Nach den Worten unserer Weisen, angeführt von Raschi zur Stelle, bedeutet es hier die „Ferse". '- pjfcäwi rapjn an cnxv nhp rroxon es, „wenn Ihr die gering scheinenden Gebote, die der Mensch geneigt, ist, mit der Ferse fortzustoßen, beobachten werdet, so werden Euch durch Gottes Liebe und Gnade alle köstlichen Guter dieser Erde: Gesundheit, Reichthum, Kindersegen etc. zu Theil werden." Es ist auffallend, warum gerade an die Erfüllung der gering erscheinenden Gottesgebote der herrlichste Lohn sich knüpfen soll. Wohl könnte man sagen, daß Derjenige, welcher die kleinen Gebote achtet, auch die großen nicht verletzen wird; doch liegt das nicht in den angeführten Worten der Weisen; es geht vielmehr daraus hervor, daß nur und lediglich dieser Lohn für die sonst mißachteten Gebote, und nicht für die großen, von aller Welt anerkannten in Aussicht gestellt wird. Welches ist wohl der Grund dafür? Am Schluffe der vorigen Sidra heißt es: ' ' itw* onsBpön jan ffpirn jytf rraion x» .vww!) um „Und Du sollst beobachten das Gebot und die Gesetze und die Rechte, die Ich Dir befehle heute sie zu thun.* . ' , ' Hierzu bemerken die Weisen (siehe Raschi zur Stelle) p*op tzivi» ton nbwb 'tvsbi urmfo.um. Heute sie zu thun, und morgen in der künftigen Welt den Lohn.dafür zu empfangen; denn nso vu r»H xobp 'uns der Lohn für die Uebung der Gottesgebote ist erst.im künftigen Leben zu erwarten; das heißt für. die Uebung der Gottesgebote; aber für die NM bv nnLV für die Freude, mit welcher man Gottes Gebote übt, belohnt Gott schon in dieser Welt; denn , Gott, der Allmächtige, bedarf unser nicht und nicht ün- ‘ seres Thuns und Wirkens; Er hat uns zu unserem eigenen Heile Sein heilig Gesetz gegeben und fordert keine andere Erkenntlichkeit von uns, als daß wir uns glücklich fühlen , in der Uebung Seiner Erhabenen ,Ge- , bote, und dafür belohnt Er schon in dieser Welt. ' / Wenn wir nun in der Lage sind, Irgend ein großes Gottesgebot zu. erfüllen, so ist die Freude daran etwas Natürliches und nicht eben besonders' verdienstlich. Wenn wir zum Beispiel mit schweren Opfern ein prachtvolles Gotteshaus gebaut haben, so ist die Freude an der Vollendung und Einweihung desselben selbstverständlich; ebenso wenn wir in vielen, . mühevollen Tagen und Nächten das Studium einer Maßechta vollendet haben; oder so Jemand seine Kinder sorgfältig ' erzogen und sie nunmehr freudevoll zur Ehuppah ge-. leitet; in diesen und in ähnlichen Fällen ist die Freude an der Mizwah etwas Selbstverständliches. Wenn aber Jemand von wahrhafter und echter Liebe zu Gott beseelt ist, so wird er auch die kleinste und oft wiederkehrende Mizwah mit wahrhafter Herzensfreude üben, so wird er jede Berachah freudvoll sprechenso wird, er jedesmal in Heller Freude sich zum Gebete stellen, .so wird er mit Freude die Gabe den Armen reichen, so. wird er voll Freude sich in das Thallis hüllen, mit dem Tefillin-Schmuck schmücken, so wird er, froh des zu erfüllenden GottesgeboO, die Mesusoth an die Pfosten seiner Thüren schlagen. .. . - v; .nnns? wb xbx rrm pK.pcBtti 2py rrrrt ■ „in dem Ausdruck „wehajah" liegt der Begriff der Freude (während, vro und namentlich w'2 etwas Schmerzliches andeutet), „wenn Ihr mit Freude selbst die gering erscheinenden Mizwoth üben werdet, dann wird Gott Euch schon in dieser Welt segnen mit Gesundheit, Reichthum und allen Gütern dieser Erde. während der Lohn für die Uebung der Gottesgebote auföewahrt bleibt für die zukünftige Welt.'