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Der Israelit · 1902-08-14 · Heft 65 (14.8.1902) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 65 (14.8.1902)
Date
1902-08-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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wissen nicht, ob der hiesige Kultusvorstand die Postbehörde, eventuell das k. k. Handelsministerium, auf diese Neberschreitung der Verordung des letzteren, wonach derlei Unfug enthaltende Korrespondenzkarten von der Beförderung auszuschließen sind, aufmerksam machte. Aber auch von Ämtswegen hätte die Regierung für die .Einhaltung ihrer Vorschriften zu sorgen und wir hoffen daher, daß das Verbot der Verbreitung solcher Karten streng gehandhabt werden wird. Frankreich. Paris. (Ein Kongreß zu Gunsten der Juden in 91 umänien.) Wie aus Paris gemeldet wird, bereitet Vernarb Lazare einen großen Kongreß zu Gunsten der Juden in Rumänien vor. Au diesem Zwecke hat sich Lazare an alle politischen und sitterarischen Sommitäten in Frankreich, sowie an alle Mitglieder der „Gesellschaft der Menschenrechte" gewendet, welche die Campagne für die Rehabilitirung Dreyfus' unterstützt haben. Bis fetzt hat er bereits die Zustimmungserklärung einer großen Anzahl.von Politikern und Litteraten erhalten. Rach einer Anzahl von Berathungen, in welchen Vernarb Lazare die Läge der Juden und Bauern in Rumänien auseinandersetzte, wurde beschlossen, In Paris ein Zentralkomitee zu konstituiren, um die baldige Veranstaltung eines Kongresses zu Gunsten der Juden in Rumänien vorruberciten. Es wird bis jetzt die Tbeilnabme: folgender Persönlichkeiten, angekündigt: Trairieux, Senator und ehemaliger Minister, Francois Pressens«-, Chefredakteur des „Temvs", Jean Jaures, Deputierter und Führer der französischen Sozialisten, Emile Zola, Qciave Mirbean und eine Menge anderer Gelehrten, Litteraten und Politiker. Es wird ein Manifest veröffentlicht und die öffentliche Meinung Frankreichs zu einer Aktion zu Gunsten der Inden in Rumänien eingeladen werden. Svrethsaal. Brighton am Meer, 10. Aug.. Als ich am Freitag Abend in Folge des stürmischen Wetters daran dachte, statt des Spazierganges an der See,, mit meinem Freunde eine Partie Schach zu spielen, brachte^ mir der Briefträger den „Israelit", worin ich die interessante Correspondenz aus Würzburg, daß das Schachspiel am Sabbat verboten sei, entdeckte. Ganz besonders interessiren mich die Würzburger Neuigkeiten, da ich vor 46 Jahren die dortige Jeschiba des unvergeßlichen Distriktsrabbiners Seligmann Bär Bambcrger s. A. besuchte und mir das von Ihrem geehrten Correspondenten erwähnte Kapitel des nin rnv m *’D men« ziemliche Unannehmlichkeit verursachte, indem ich die verwickelten Erklärungen über das Beincken Tena nicht gut zurecht legen konnte. Leider stehen mir hier am Meeresstrande keine hebräischen Werke zur Verfügung, doch hatte der Rev. Mr. Jakobs, hiesiger Prediger und Cantor, trotzdem derselbe mit Vorbereitungen zum Gottesdienste anläßlich der Krönungsfeier beschäftigt tvar, dennoch die Güte, mir einen kleinen' cn rr-K zur Verfügung zu stellen, aber leider hat er keinen nrn nvui seiner kleinen Bibliothek. Was die nw nna betrifft, welche der Herr Correspondent vom nzv *n k"ö*i und rvv'iv rro^n yv herauslernt, kann ich dieselbe nicht unbedingt annehmen. Das i'^v welches der n'vi (Kap. 338} am Sabbat zu spielen erlaubt, trotzdem dabei Töne hervorgebracht ■" werden, ist das Schachspiel ,/-checs". Bei den .alten Schachspielen zur Zeit des K'Bi (starb ca. 1570} wur- . den die Figuren in das Schachbrett hineingedrückt oder besser hineingeklopft. Denn es befanden sich damals Vertiefungen in den Quadraten des Brettes und wenn man die Figuren bei den Zügen aufschlug, um sie in diese Vertiefungen zu versenken, entstanden immer Tone, namentlich bei den alten aus Metall gefertigten Spielen. .-/'V - ' v..;-- Obzwar es als bip nvvtp.n im eigentlichen Sinne nicht gellen kann, da es von dem Klange der Jnstrumentaltöne wesentlich verschieden ist, dennoch hätte man' es als verboten erachten können,' weil es rwspn. geschieht, deßhalb findet es der rr-vt für geeignet, das Schachspiel als am Sabbat erlaubt zu erklären.. Ich möchte sogar einen dp deduziren, daß unser heutiges Schachspiel, wobei jede Tonerzeugung voll-, ständig vermieden' werden kann, sicher gestattet,sein dürfte, nachdem UDi sogar das Schachspiel, wenngleich bei demselben Töne erzeugt werden solljen, erlaubt. Die Erklärung Ihres Correspondenten, daß der rr'2< ein dem Rußspielen ähnliches Kinderspiel mit Beinern gemeint habe, leuchtet mir nicht ein, denn-da bliebe doch, woher das V nvvvn kommt, noch schwer! } - Wie meinem Gedächtnisse borschwebt, spricht, schon 'vin' ein Schüler des p'ni der also vor 6—600 Jahren lebte, von dem Beinchen in '.n, und bemerkt dabei, daß die Kinder damit spielen, weil sich dieses Beinchen wie eine Figur aufstellen läßt. Es ist nun klar, daß wir nicht das T'P». des rev. 7t xw durch das in nw'is vter*; wähnte ypo Beinchen erklären können, sondern im Gegentheil, das Beinchen wurde von. den Kindern „Schach" genannt, weil es mit einer Schachfigur Äehnlichkeit hat. Das Schachspiel war doch schon zur talmudischen Zeit so allgemein bekannt, daß Damen und Kinder dasselbe spielten. Dies ist aus nir'w (ich glaube Seite 61 b) bewiesen, indem das dort erwähnte Frauenspiel Tema von Raschi mit 'prrpv, (das italie-? nische scacchi) „Schach" .identifizirt^wird.-.' (In einer Notiz in Nr. 28 des Jahrgangs 1875 des. „Israelit" wird auf eine Erzählung, das Schachspiel betreffend, im Jalkut Rubeni Wajechi hingewiesen. Dort wird auch die Stelle im Traktat Kethuboth erwähnt. Red. d. „Israelis".)..

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