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Der Israelit · 1902-08-11 · Heft 64 (11.8.1902) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 64 (11.8.1902)
Date
1902-08-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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43* Jahrgang. M 64# Genlrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von '• Vr. DshrrrKnrr in WLsinz. - .-'n-'L. Montag, den 11. Augrrst 56S2 (1VV2). Me Linheit des Gebeibuches.') (Schluß.) Wenn wir in unseren bisherigen Ausführungen gezeigt haben, daß der Sinn für die Einheit des Gebetbuches in Israel erstarkt ist, daß man jetzt nicht mehr so schnell bereit wäre, um geringfügiger moderner Anwandlungen Willen diese Einheit zu V zerstören, und daß da, wo diese Einheit schon zerstört ist, eine stille Sehnsucht nach Wiederherstellung der verlorenen Einheit in den Herzen lebt; wenn es uns gelungen ist, dies überzeugend darzulegen, — und wie wir aus vielen Zuschriften ersehen, i st es uns gelungen.— dann ist für uns, die streng gesetzestreuen Kreise des Judenthums, eine „dringende Mahnung und eine „große Pflicht" gegeben: -nayn vb /]jn di bi den in religiöser Roth und Gefahr befindlichen Brüdern nicht in gleichgültiger Thatenlosigkeit gegenüberzustehen, sondern ihnen nach besten Kräften zu Hülfe zu kommen. Das ist der echte „große Styl" des Judenthums: den Gefallenen nicht zu verdammen, sondern zu bemitleiden und ihn wieder aufzurichten, „den Fallenden aber zu stützen!" Das Judenthum lveiß, warum es verlangt:ro v\ib ono.k rat p n\i „Beurtheile jeden Menschen mit Milde!" Denn wenn Du strenge verurtheilst, verurtheilst Du Dich selber mit, denn nn ni D'2V barw* bs wir sind alle Bürgen einer für den andern: vielleicht hat der Bruder nur darum gesündigt, weil die Brüder nicht das Nöthige und das Richtige zur Verhütung gethan haben. Die Mahnung'und die Pflicht, das Nöthige und das Richtige zu thun, sind aber um so dringender, je mehr die Zeit eine umr rav und die Umstände günstige sind, und die Umstände sind am günstigsten, wenn man die Ueberzeugung hat, daß der verlorene oder *) Unlieb verspätet gefährdete Bruder „die Brüder such t" und man auf seine Theilnahme und Mitarbeit rechnen kann. Sollen wir dem Schmiede gleichen, der sein'Eisen erst kalt werden läßt und nachträglich über die Härte des Eisens schimpft? Nein, wir wollen den Hammer schwingen, so lange das Eisen weich und bildungsfähig ist!? Das Eisen ist weich und bildungsfähig: auf, ihr Schmiede! den Hammer in die Hand! . v; : Was können wir thun, um die E i n hei t des Gebetbuches auf Grundlage der traditionellen Tefillo zu erhalten, resp. wieder herzüstellen? Wir können den unvergleichlichen W e^r t h unse- " res altehrwürdigen Gebetbuches in, den Kreisen, wo die Einheit des Gebetbuches bereits gestört oder gefährdet ist, zur Geltung zu bringen suchen: 1) durch literarische Arbeiten, sei es durch Ar tikel in der periodischen Presse, fei es durch. Brochüren oder größere Werke; 2) durch Vorträge:n) innerhalb des Rahmens der bestehenden Litteratur-Vereine, d) in selbstständiger Propaganda. v Der unvergleichliche Werth unseres altehrwürdigen, traditionellen Gebetbuches braucht bei dem Kenner des Hebräischen nicht erst zur Geltung gebracht zu werden, es liegen darüber vorzügliche Arbeiten vor, zuletzt noch das Meisterwerk unseres großen Samson Raphael. Hirsch s. A., aus dem der Kenner des Hebräischen seine Begeisterung entflammen kann. Leider ist die Kenntniß des Hebräischen nicht Mehr Gemeingut in Israel, und das beeinträchtigt auch die \ Wirksamkeit des Hirsch'schen Gebetbuches, weil dieses auf tiefsinnige etymologische Spezial-Studien, wie alle Werke dieses großen Autors, gegründet ist. Durch die mangelnde Kenntniß des Hebräischen muß nach unserem Vorschlag das, was in diesen klassischen Werken als Goldbarren sich vorfindet, in populären Abhandlungen, Brochüren und Vorträgen dem großen Publikum nahe gebracht und zugänglich gemacht werden. — Ein hochbedeutsames Hilfsmittel in dieser Thatigkeit,

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