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Der Israelit · 1902-08-07 · Heft 63 (7.8.1902) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 63 (7.8.1902)
Date
1902-08-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
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48, fofaam. ( Jg 68. KeyLrat-Hrgan für das orLHodoAe IudenLHuw. " Begründet von . ©*. IT&Iptramt in Wlulu$. ' Dontterstag, de« 7. Auguft 56S2 (1S02). Zum 9- Aw. Bei der unendlich hohen Bedeutung für die Bekenner der meisten u. bedeutendsten Religionen, bei der außerordentlichen Würde und Erhabenheit, die unter den wahrhaften Israeliten mit dem Namen Jerusalems für alle Zeiten verknüpft ist, scheint es besonders in der gegen- > w'ärtigen Zeit, wo wir trauererfüllt das Andenken der heiligen Stadt feiern, nicht überflüssig, in einer kurzen. Abhandlung)-wetnr auch nur referirend,. Uns die Lage der Stadt und ihre Zustände zu vergegenwärtigen, wie sie die historischen Berichterstatter zur Zeit ihrer Zerstörung vorfanden. Denn in der Erinnerung an die Vergangenheit liegt ja ein wesentliches Moment für die Erhaltung aller jener jüdischen Institutionen, welche die Hauptstützen des jüdischen Lebens bilden und die Kette unverkürzt fortsetzen, die uns mit unseren Vorfahren auf's Innigste verknüpfen. Daß das Golus, in das wir seit Jahrtausenden durch die allgerechte göttliche Vorsehung getrieben wurden, noch nicht aufgehört, daß wir auch heute noch keinen Grund haben — auch wenn wir es dürften —jene Erinnerung an den Untergang des heiligen Tempels und mit ihm unserer nationalen Selbstständigkeit aufzugeben, das führen uns all' die Feindseligkeiten und Gehässigkeiten vor die Seele, denen wir selbst in den aufgeklärtesten Staaten des aufgeklärtesten 20. Jahrhdts. noch ausgeseht find. Wir möchten deßhalb hier eine Schilderung folgen lassen, die Josephus (jüd. Könige Buch 27, Cap. 9, § 1,2.3) von der Stätte nach der Zerstörung durch Titus gibt: „Als Titus einzog, bewunderte er unter Anderem die Stärke der Stadt und ihrer Thürme, welche die Herrscher aus Unverstand verlassen hatten. Als er ihre außerordentliche Höhe, die Größe eines jeden Felsens, die Sorgfalt in der Harmonie, ihre Breite und Ausdehnung sah, rief er aus: „Mit Gottes Hilfe haben wir gekämpft, und,Gott war es, der die Juden dieser Bollwerke beraubte, da Menschenhände und Maschinen gegen diese Thürme nichts ausgerichtet hätten." - Sodannäußerte er sich vielfach in dieser - Weise gegen seine Freunde, die Gefangenen des Beherrschers aber, die in den Festungen gefangen worden waren, entließ er. Und während er den einen Theil der Stadt zerstörte und die Mauern niederreißen ließ, ließ er diese Thürme stehen als Erinnerung an sein Glück, mit dessen Hülfe er dies Uneinnehmbaren sich bemächtigt hätte. Als aber die Soldaten vom Morden ermüdet waren, und noch einer große Menge übrig geblieben war, befahl der Kaiser, die BewafsnetenundWiderstandLeistenden^zniod!en,'die" Uebrigen aber lebendig zu sangen. Dem Befehle gemäß tödteten sie die Alten und Schwachen, die Jüngeren.und Brauchbaren aber trieben sie in den Tempel zusammen, und schlossen sie in den Vorhof der Frauen ein. Zum Aufseher bestellte er über sie einen Freigelassenenseinen. Freund Fronto, welcher über das Schicksal eines Jeden entscheiden sollte. Dieser tödtete die Aufrührerischen und Plündernden, die sich einander zur Anzeige'brachten. die Größten und Schönsten von den Jüngeren aber ■ suchte er aus und bewahrte sie für den Festzug. Von der - übrigen Menge ließ Titus die über 17 Jahre alten binden und schickte sie in die ägyptischen Werke, die meisten aber verschenkte er in die Provinzen, damit sie in den Theatern durch Schwertund wilde Thiere ihren Aod fänden; die bis zu 15 Jahren wurden verkaufte^§s kamen aber innerhalb der Tage, an denen Fronto die Entscheidung traf, aus Mangel tausend bis zehntausend um, die Einen, da sie aus Haß der Wächter an der Tafel nicht Theil nahmen, die Andern, da sie die gereichte Nahrung nicht annehmen wollten.- Bei den Meisten , aber herrschte Mangel an Lebensmitteln... Bon. allen Gefangenen, welche während des ganzen Krieges ge-' fangen genommen wurden., betrug die Anzahl 97,000; von denen, die während der . ganzen Belagerung ihren . Tod fanden, 1.100,000.. Von diesen waren die meisten stammverwandt, aber nicht einheimisch. Sie waren ' nämlich vom ganzen Lande zum Passahfeste zusammen-

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