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Der Israelit · 1902-07-31 · Heft 61 (31.7.1902) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 61 (31.7.1902)
Date
1902-07-31
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Ceilttal-Organ für das orthodoxe Judenthum. kälter für die israet. Schule. 31. Juli 1902.] ><► *9% Wr. 16. von A. Mannheimer—Dettelbach. Von gar vielen Dingen im Leben spricht man nicht selten als von einem „unentbehrlichen Nebel." Diese oft scherzhaft gebrauchte Redewendung will wohl nichts anders sagen, als daß schwerlich Jemand die Existenzberechtigung,den inneren .Werths des. so beurtheilten Verhältnisses oder auch Gegenstandes wird bestreitenkönnen; andererseits aber treten wir nur ungerne, nicht mit „voller Lust und Brust" in Beziehung zu dem Gegenstände, der uns höchstens als Mittel zum Zwecke erscheinen will, und dessen wir uns so bald als möglich zu erledigen suchen, wenn wir den gewollten Zweck, das ersehnte Ziel erreicht. Es ist aber immerhin kein beneidenswertes Geschick, die untergeordnete Rolle eines bloßen „Mittels zum Zwecke" zu spielen, auf jedes Selbstbewußtsein, auf eigene Werthschätzung verzichten zu sollen. Kein Wunder dann, wenn die gekränkte Ehre stch dagegen aufbäumt, wenn die nützliche Dienerin nicht in knechtischer Unterdrückung ihr Leben lang dahin kriechen möchte; kein Wunder, wenn der Kampf zwischen Herrn und Diener entbrennt, wenn die Machtsphären Beider immer unbestimmter abgegrenzt, wenn die scheidenden Linien immer mehr verwischt werden. Auf wessen Seite ist nun das Recht? Diese Frage, stellte und stellt immer noch die Grammatik an uns innerhalb der übrigen Unterrichtsdisziplinen. Es gibt wohl schwerlich eine Disziplin in unseren Lehrplänen, die von jeher so von der Parteien Gunst und Haß verwirrt, so in Inhalt und. Betrieb hin- und hergezerrt, so hoch als Zeichen wahrer Geistesschulung gepriesen und andererseits wieder so tief verachtet und in den Staub getreten wurde, als gerade die Grammatik. Das ist bei der hebräischen Grammatik um nichts anders als bei ihrer deutschen Schwester. Ja, es dürste stch empfehlen und von Vortheil sein, hier auch einige Schulmänner zu vernehmen über den deutschen Grammatikunterricht; grifft doch dasselbe f a st genau für den hebräische« Sprachunterricht zu, müssen doch beide in vielfacher Hinsicht unter den g l e i ch e n Gesichtspunkten betrachtet werden: Mittel zum Zweck, Fassungskraft der Schüler, Nutzen für's spätere Leben! 7 Der deutsche Grammatikunterricht, noch ein junges Kind unserer Volksschule, hatte eigentlich in Ratichius den ersten Vorläufer, da dieser den ersten Versuch gemacht, die deutsche Sprache statt der l ateinischen dem Unterrichte zu Grunde zu legen. C o m e n i u s wies dann in seiner .Tanna linguarum des weiteren noch auf die formalbildende Kraft des Sprachunterrichts hin, und auf seiner Schulter'standen die P h i l a n t r o p i n i st e n, welchen das Verdienst gebührt, zum ersten Male den natürlichen Weg der Analyse gegangen zu sein. Das war schon ein glücklicher Gedanke, ein bemerkenswerther Fortschritt- Rochow und Pestalozzi bilden weitere Etappen in der methodischen Förderung des deutschen Sprachunterrichtes. — Zwei litterarische Erscheinungen vor jetzt beinahe 100 Jahren, nämlich 1798 und 1799 in Köthen und Berlin aufgelegt, dürfen unser besonderes Interesse beanspruchen; es sind dies Vollbeding „Katechismus der deutschen Sprache" und Wilmsen „Anleitungen zu zweckmäßigen deutschen Sprachübungen in Beispielen und Aufgaben für Lehrer in Bürgerschulen." Ersterer sagt u. a.: „Man spreche

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