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Der Israelit · 1902-07-31 · Heft 61 (31.7.1902) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 61 (31.7.1902)
Date
1902-07-31
Page
– (sequence 18)
Language
German
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men urtb an welchen wir intereffirt sind (Wad-el-Chanin, Rechoboth und Katra) befinden sich in schwieriger Situation. Die Dürre, an welcher das Land litt, hat den. Getreidebau stark mitgenommen. Die Ernte der Kolonie Mischmar-Hajarden war schwach und unser Unternehmen in Chedera hat nicht den Erfolg gehabt, welchen wir erhofften. Das Unternehmen ist jetzt vollkommen örganisirt. Er erstrebt rationelle Methode und nützliche Verwendung der jüdischen Arbeiter. Die Anstrengungen, welche wir in Jerusalem gemacht haben, um die industrielle Arbeit zu fördern, geben nur langsam befriedigende Resultate. Der Kreditfonds, welchen wir dort Ende des Jahres 1901 gegründet haben, scheint wirkliche Dienste geleistet zu Habens und die Vorschüsse werden regelmäßig zurück- -gezahlt. . ~ j Die Reformen, welche in den von Baron Edmund -de Rothschild gegründeten Kolonien begonnen wurden, werden im Laufe dieses Jahres fortgesetzt werden. Es ist nothwendig, den Kolonisten Felder zur Verfügung zu stellen, welche ihnen gestatten, weitere Zweige des Feldbaues zu kultiviren. Der administrative Dienst ist reduzirt und die Kommunal-Lasten sind vermindert worden. Der Prozeß der Weinbereitung ist eingeführt und.dem Weinverkaufe eine, rationelle Entwickelung gegebrn worden. Die Niederlassung von Margo Chiflik auf Cypern wird von den Mitgliedern der Ahavas-Zion-Gesellschaft in London, welche sie gegründet haben, successive verlassen.. :■ ‘ . . Sie hat ihre Rechte unserer Gesellschaft übertragen, welche an ihrer Statt einige frühere Schüler der landwirthschafilichen Schule der „Alliance isr." angesiedelt hat. Wir ziehen einen Plan in Betracht, welcher diesem Werke eine große Ausdehnung geben soll. Die Weinstöcke in der Gegend von Arx in Kleinasien sind dieses Jahr von Krankheiten heimgesucht worden, welche ihr Erträgniß beträchtlich vermindert haben. Ersatz von unseren Weinstöcken in Or. Jehuda wird ihnen zukommen. Der Anbau von Cerealien lieferte eine Mittelernte, so daß wir mit dem Erträgniß dieses Grundkomplexes durchaus nicht zufrieden sein können. Die Zöglinge der dort errichteten Schulen nehmen an allen auf den Feldern ausgeWrten Arbeiten theil und erwerben so gleichzeitig mit elementaren Instruktionen landwirthschaftliche Kenntnisse. In Rußland setzen wir ein ersprießliches Werk fort. Unsere Agenturen verbreiten die besten Methoden der Landwirthschaft unter den jüdischen Bauern im Nordwesten des Gouvernements Cherson und Beffarabien. Sie lehren den jüdischen Bauern den Gebrauch der modernen Werkzeuge und die Behandlung des Viehs. Sie zeigen ihnen an praktischen Beispielen die Wirkung gewisser Prozesse., Sie lehren sie, ihre. Felder zu durchrauchern, und Krankheiten, welche die Ernte angreifen, zu bekämpfen. ';• Die russischen Behörden haben unseren Bestrebungen Gerechtigkeit angedeihen lassen und die Resultate derselben als vollendet anerkannt. Die Anstrengungen, welche wir in Rußland zur Gründung von Cooperativgenossenschaften gemacht haben, weisen weniger Erfolg auf. Wir fördern wechselseitige Sparbanken- und Kreditgenossenschaften und sind beftiedigt von der Art, in welcher diese Institutionen arbeiten, und von den Diensten, welche sie der hauptsächlich daran intereffirten Bevölkerung leisten. Die Kindererziehung hat ebenfalls unsere Beachtung. gefunden. Wir unterstützen in Rubland^und- Ruffisch-Polen Elementar-, landwirthschaftliche und Handelsschulen. Unser Bestreben ist es, überall den Stand des Unterrichtswesens zu heben und wir hoffen, einmal eine Hochschule für Landwirthschaft und Gewerbe zu schaffen. Die Gesellschaft zur Errichtung wohlfeiler hvgienischer Wohnhäuser, welche mit unserer Unterstützung gegründet wurde, hat noch nicht alle ihre in Wilna errichteten Baulichkeiten vermiethet. Die Zahl der vermietheten Wohnungen ist jedoch im Zunehmen begriffen. ' Die industrielle Krisis hat die Gesellschaft für' Spinnerei und Weberei gehindert, alle ihre Projekte -auszuführen. Sie muß sich mit der Erbauung einer Weberei zufrieden geben, und wir hoffen, daß das Gebäude im Laufe des Jahres 1902 fertig werden wird. In Rumänien ist die Auswanderungsbewegung, welche im vergangenen Jahre mit solcher Gewalt aufgetreten ist, in bemerkenswerther Weise örganisirt worden. Die Auswanderungen finden alle in regulärer Weise statt. Wir intereffiren uns für die Familien, die das Land in Ordnung verlassen, indem wir ihnen eine neue Existenz in freien Ländern gründen helfen. Eine Anzahl dieser Emigranten sind als Kolonisten und landwirthschaftliche Arbeiter in unseren argentinischen Kolonien untergebracht worden; andere wurden durch die Mithilfe der kanadischen Regierung installirt; einige sind nach Australien gegangen. Wir haben in Rumänien die Unterstützung der Elementar- und gewisser Handelsschulen., fortgesetzt. Um sich unsere Hilfe zu sichern, müssen, die Schulen jedoch das moderne und rationelle Programm annehmen, welches wir ihnen vorgezeichnet haben. Der Darlehensfonds in Galizien fährt in seiner Arbeit in befriedigender Weise fort. Die von uns in diesem Lande gegründeten industriellen Unternehmungen geben zahlreichen Familien Beschäftigung und sind dazu geeignet, Handwerker heranzubilden. Die Schule in Slobodka Leona erzieht zukünftige Landwirthe. Die Schüler erhalten hier eine praktische Erziehung und werden in methodischer Weise unterrichtet

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