Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 53 (3.7.1902)
- Date
- 1902-07-03
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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1144 ihre Spezialfond? zahlt. Zum andern Theil werden aus den Wohlthätigkeitseingängen auch für ganz arme Gemeinden und Beamten die Beiträge ganz oder theilweise bestritten. Die Kaffe zahlt bereits an sechs Gemeinden Beihilfen zum Beitrag zu je 50 Mk. p. a., die allgemein von der Kasse gewahrte Dividende'betragt z. Zeit 20 Mark für jeden Beamten und jede Gemeinde. Der Kaffe gehören bereits 33 Gemeinden mit 36 Beamten als Mitglieder an. Das ergibt mit den bei ihren Gemeinden in Selbstversorgung befindlichen Personen etwa zwei Drittel aller ostpr. Gemeindebeamten in gesickerter Versorgung. Die Kaffe sieht es als ihre vornehmste Aufgabe an, die rechtlich gesicherte Versorgung der jüdischen Beamten in Ostpreußen allgemein zur Durchführung zu bringen. Dabei findet die Verwaltung der Kaffe die regste Unterstützung seitens der Königl. Regierung zu Ostpreußen, die sich mehrfach in direkten Zuschriften an die Gemeinden gewandt und die Kaffe wärmstrns empfohlen hat. Eine bereits im ersten Jahre der Wirksamkeit der Kaffe fällig gewordene Reliktenpension ist mit 300 Mk. zur Auszahlung gelangt. Die Versammlung ehrte das Andenken des verstorbenen Kantors Wittenberg-Soldau durch Erheben von den Plätzen. Zum Schluffe dankte der Vorsitzende allen, die zur gedeihlichen Entwickelung der Kaffe beigetragen haben. ' Den speziellen Kassenbericht erstattete der Schatzmeister, Herr Jos. S i m o n s o h n - Königsberg. Das Gesammtvermögen der Kasse am Ende des ersten Verwaltungsjahres betrug 7320.60 Mk. Die Gesammteinnabmen beliefen sich 7936.10 Mk.. die Gesammtausgaben auf 616.50 Mk. Von den Gemeinden und Beamten wurden im Ganzen aufgebracht 3677.82 Ml. Zu Dividenden wurden pro 1901 im Ganzen verwendet 1065.04 Mk. Für das Jahr 1902/1903 wurden zu Dividenden und Beitrags-Beihülfen in Reserve gestellt 1618.61 Mk. Die Kaffe ist von den Kaffenrevisoren geprüft und für richtig befunden worden. Dem Schatzmeister wurde darauf unter allgemeiner Anerkennung seiner Thätigkeit die Decharge ertheilt. Es folgten die Wahlen zum Schiedsgericht und die der Decharge-Kommiffion. An Stelle des verstorbenen Kantors Wittenberg wurde Herr Kantor Schüler- Guttstadt zum Mitglieds des Schiedsgerichts ernannt. Alle übrigen Herren wurden wiedergewählt. Aus der Tagesordnung standen noch zwei Anträge auf Abänderung der gültigen Bestimmungen betr. der aus der Provinz Ostpreußens verziehenden Beamtenmitglieder (8 17 des Kassenstatuts) und auf Eintragung der Kasse in das Vereinsregister. Bezügl. des letzteren Punktes wurde beschlossen, bei der Regierung Vorfragen zu halten, ob dies für die Pension?fasse möglich fei; eventl. soll der Charakter einer juristischen Person' für die Kasse nachgesucht werden. - - In Sachen des näher bezeichnten § 17 des Statuts fand eine allgemeine Aussprache der Parteien statt. Am Ende wurde dem Vorstande aufgegeben, einen genauen Entwurf für diesen Paragraphen im Sinne der stattgefundenen Debatte auszuarbeiten und der nächsten Generalversammlung zur Beschlußfassung vorzulegen. „Gleichzeitig soll versucht werden, ein Uebereinkommen mit den andern Lehrerkaffen zu treffen, wonach verziehende Mitglieder einander überwiesen werden.* Es folgte noch eine lebhafte Aussprache über die Propagandathätigkeit für die Kasse. Danach schloß der Vor- , sitzende die Generalversammlung der Penstonskasse gegen 5 Uhr Nachmittags. - Herr Rabbiner Dr. V o g e l st e i n - Königsberg brachte der rührigen Kassenverwaltung den Dank der Versammlung durch ein Hoch auf den Kaffenvorstand zum Ausdrucke. Der Vorstand verbleibt auch für das neue Verwaltungsjahr, bestehend aus den Herren Rechtsanwalt S.chey-Allenstein, Vorsitzender, Verbandsvorsteher Stadtrath I. Eichelbaum-Jnsterburg, Gemeindevorsteher S. Jacoby-Osterode, Gemeindevorsteher Dr. med. Kannitzer-Allenstein, Gemeindevorsteher Jos. Simonsohn-Königsberg, Schatzmeister, Kantor Davidsohn-Rastenburg, Waisenhaus-Inspektor Peritz- Königsberg, Schriftführer und Prediger Sturmann- Osterode. Gin «««» SäsfäfS unserer Glaubensgenoncn gewonnen hat. bedeutete der Mangel einer Zeitschrift, die speziell der Sache der wirtbschaftlichen und kulturellen Neuerschließung des heiligen Landes durch die Juden gewidinet märe, eine cmpnudliche Lucke. Nur hie und da fand man in Organen, welche die gesannnten Interessen des Judentvums vertreten, einen mehr oder minder sachgemäßen Aufsatz über Palästina als Kolonisationsgcbiet. Um nun die wirthschaslliche Erforschung Palästinas in systematischer Weise zu betreiben und mit den gewonnenen Resultaten die indische Gesammthcit bekaimt zu machen, hat sich in Berlin ein Komitee gebildet, welchem die Herren Prof. Dr. Leopold Landau, Leo Maztin, Dr. Alfred Rostig, Prof. De. Martin Philippfon, Dr. E. Simonion, Davis Triets-h, Prof. Dr. Orto Marburg, ferner Rev. D. MoseS Taster—London, Vernarb Lazare—Paris, tt. Glnzburg (Achad Sa'am)—Odessa. Dr: S. Kornfeld,' Dr. Alexander Mintz, Richard Rappaport, Baurath Wilhelm Stiatznq, Leo Weift—Wien und A. Aronsohn» Dr. Sellin» Dr. 2. SoSttn, Dr. H. Yof6, I. Treidel, A. Meyerowift—Palastin» angehören. Im Aultrage des Komitees zur wirthschaftlichen Er» sorichung Palästinas irnd unter der Redaktion von Dr. Alfred Rostig rescheint eine Zweimonatsschrift „Palästina*4, deren ersten Heft uns eben vorliegt. Die geschmackvoll ausaestattete Zeitschrift zeichnet nch. durch einen streng sachgemäßen, wissenschaftlichen Ton aus und bringt ausschließlich Beitrage, die auf fachmaßigcm Wissen und tic,emn Erfassen der Gegenstände beruhen, ohne hierbei die populäre Darstellung aus dem Ailge zu lassen. So werden alle Palmtinaireunde mit Nutzen Mid Interesse den Plan von systematischen Erforschungsarbeiten in Palästina (Dr- A. Rostig). das Projekt einer Plantagen-Akticn-Gesellschast (Dr. Soskin), Ke Arbeiten über die Aufbewahrung von SScintcauöen (Prof.. Dr. Marburg). über die wirthichaitliche Lage des Bezirkes Gaza, sowie die neue,ten Berichte über den äutzcriten Südwcsten Palästinas (A. TrletiÄ. Rev stränge und A. R. Guest) zur Kenntnis nehmen, ^n der Zcitichrnr »Palästina nt cm informierendes, anregendes und unabhängiges Organ populär-wissenschaftlichen Charakters Zu beZruLeu. Man abonniert die, Zeitschrift m der Expedition von .Palästina. Berlm-Halensee. Ringbahnstrage 125. (Jährlich S H^lte voil durchschnittlich 40 Seiten Umfang; Jahresabonnement 3 mu Ml Ausland &oO Mk.. bei franco Zustellung. BerantworUiche Redaction Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des .Israelit". Schottstraße Nr. 2. Mainz. Druck und Deelag der Joh. Wir th'sch en Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft in Mainz.