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Der Israelit · 1902-07-03 · Heft 53 (3.7.1902) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 53 (3.7.1902)
Date
1902-07-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1127 T! i Zänkereien unterlassen, und daß wir Alle ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses treu Zusammenhalten. Protestanten, Katholiken und Israeliten. Ich nenne von dieser Stelle die IsraeKten mit Vorbedacht, weil ich weiß, daß ich damit im Geiste des Stifters unserer heiligen Religion spreche, welcher das Vorbild der Duldsamkeit ist, im Sinne meines kaiserlichen Herrn, welcher stch in seiner prachtvollen Rede Gott sei Dank unter das Kreuz gestellt hat, im Sinne des heil. Vaters, welcher in seiner hohen christlichen Auffassung alle Andersgläubigen, die ehrlich sind, mit derselben Liebe und Achtung umfaßt. Ich nenne die Israeliten aber nicht allein als Christlich nenne sie auch als Soldat, denn ich finde nun einmal in dem christlichen und dem Soldatenkatechismus keine Widerspruche. Von diesem Standpunkte und in diesem Sinne habe ich vor 14 Tagen in diesen Räumen zu meinen alten Husaren gesprochen. Protestanten, Katholiken und Israeliten, denn auch die Letztgenannten hatten stch im stolzen Bewußtsein ihrer Regimentsangehörigkeit zu meiner Freude hier zusammengefunden. Ja wahrhaftig, zu meiner Freude.' Denn unter ihnen befindet stch einer der tapfersten Husaren des Feldzuges, ein Bonner Kind. Er ist für seine Tapferkeit mit dem eisernen Kreuz geschmückt und ich drücke ihm bei jeder Begegnung die Hand, weil ick ihn hochachte. Wie ich nachträglich vernommen, sollen meine damaligen Worte bei einigen Zeloten Aergerniß erregt baden, namentlich meine Berufung auf den heil. Vater. Wenn dies wahr ist, so muß ich mich mit dem Gedanken trösten, daß die Eiferer wahrscheinlich zu jung sind, um den Krieg gesehen zu haben, und deßhalb die Soldatensprachr nicht verstehen. Wenn der Kaiser fein Volk wieder zu den Fahnen rufen sollte, so weiß ich, daß seine Soldaten ihm alle ohne Unterschied des religiösen Bekenntnistes mit derselben Freudigkeit folgen, werden, wie damals die Väter seinem Großvater. Dafür bürgt tue Persönlichkeit des Kaisers, wie sie sich zuletzt in Aachen vor der ganzen Welt gezeigt Hai. Die Antwort des Kaisers auf die Ansprache des Stiftspropstes und des Oberbürgermeisters hat seinen Besuch in Aachen zu einem weltgeschichtlichen Ereignisse gestempelt. In seinen Worten offenbart sich die hohe Aust sassung von seiner Stellung an der Spitze der mächtigen Nation, welche ihm zujubelt, sein fester Wille, nach dem Vorbilde seiner Vorfahren, das Heil seines Hauses, die Stärke seines Reiches in der Aufrechterhaltung des christlichen Bekenntnisses zu finden, seine Gerechtigkeit gegenüber seinen Unterthanen jeder Konfession, denen er die freie Ausübung ihrer Glaubensvorschriften gewährleistet, zuletzt seine Befriedigung über die guten Beziehungen zum heil. Vater, welcher durch den Iubiläumsgesandten dem. Kaiser seine gute Meinung von der Frömmigkeit der Deutschen, zumal der deutschen Soldaten, seine Freude über die staatliche Ordnung in Deutschland, speziell die Glaubensfreiheit der Katholiken aussprechen ließ. Der Eindruck, welchen die mächtigen Worte des Kaisers auf die im Rathaussaale versammelten Zuhörer hervorbrachte, ist unbeschreiblich.* S p r e chsaa l. ~ Friedrichshagen b. Berlin, 1. Juli. Sehr geehrte Redaktion! - - Wenn wir Betrachtungen über die Sympathien, die man dem kranken König Eduard von England von allen Seiten der Welt entgegenbringt, anstellen, so möchten wir meinen, daß wir Juden an erster Stelle berufen und verpflichtet sind, auch besonders-für Genesung und Erhaltung seines theuren Lebens unsere Schuld dadurch abzutragen, daß wir alle Samstag ein heißes Gebet in allen Synagogen für den theuren Oheim unseres Kaisers einschalten. . Wenn wir stets für die Leiden unserer Brüder, mögen sie wohnen, in welchem Lande auch immer, Auge, Ohr und Herz haben, und, so weit es in unseren Kräften steht, unsere Opfer bringen, warum sollten wir nicht auch unseren Dank und unsere Liebe zum Ausdruck bringen, wo uns Liebe und Dankbarkeit dazu^ veranlassen? In welchem Lande genießen unsere Brüder so in vollem Maße die Gleichberechtigung, als in dem des Königs Eduard? Wir wollen öffentlich gern bezeugen, daß wir an dem Wohlergehen unserer Brüder in dem großen Reiche Englands ebensoviel Interesse haben, als an dem theuren Leben ihres geliebten Königs. Briefkasten der Medaetion. Sehr wichtig zu antworten: Ist nicht Rheingegend. Stadt. Wende» Sie st» an Dr. I. Baßfreund ln Trier (Mosel).; ■ - . Hamezaveh Lochern: Wenden Sie sich an Herrn Rabbiner Dr. Breuer, Frankfurt a. M. ,!; ULM" Ans den unserer heutigen Nummer beiliegenden Prospekt des „Hotel Terminus" in Karlsbad, gestatten wir nnö aufmerksam zu machen. Wir ve« merken noch besonders, daß das Hotel auch im Winter geöffnet ist. :• <:; Souc* rorm-hmc* Pensonahaus I. Range* unter Aufsicht Sr. Ehrwiirden Herrn Kahb. Dr. Auerbach, Halbcrstadt, mit Genehmigung Sr. Ehn». Herrn Landrabbiner Dr. RUlf, Brann«chwrlg. . v gteng rituelles Etablissement. Am Walde an schönst, staubfreier Lase, 40 Salons mit Balkons der Keuselt elegant eingerichtet, bekannt anssergewöhnlleh gute Diner» und ä la carte zu Ji-d.-r Zeit, rolle Pension mit .extra guter Verpflegung incl. Wohnung von 0,50 Mk. an. Jeden Samstag Gottesdienst in eigener von Herrn Professor Qi>b, Hannover, erbauten Synagoge lm Parke des Hotels. „ J®76f Geöffnet vom 1.11 si bis 1. Oktober. Besitzer: Hecht*

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