Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 52 (30.6.1902)
- Date
- 1902-06-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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durch ein lautes »St!* ab, und verlegt sich, von ben an* bern keine Notiz nehmend, allein auf den Verdächtigen, dem er, -wenn er sich nicht durch ein rechtzeitiges Erinnern aus der Klemme zu ziehen weiß, einen tüchtigen Verweis ertheilt. - :; ■: r r - v : /! Ungefähr eine Stunde, oft auch langer, geht es in diesem Tempo fort, bis endlich der Rabbi durch Zuschlägen drr Gemaräh das Ende des Verhörs anzeigt, nach welchem alle Vachurim, wie nach der Entledigung einer schweren Last, erleichtert aufathmen. ' Sonntag, den 28. September 18.. > Heute sind es acht Tage, seitdem ich in der Jeschiwah bin.. Ich will dm heutigen Tag dazu benutzen, die Eindrüüe niederzuschreiben, die das „Kosttage-Essen" auf mich gemacht hat. . Sonntags bei Reb Moscheh Fischer, Montags bei Reb Perez Buchbinder, Dienstags bei Reb Lemel Rosenzweig, Mittwochs bei Reb Josse! Rosenzweig, Donnerstags bei Reb Chajim Steinmetz, Samstags bei Reb Fischet Zuöermann. Freitags habe ich keinen Kosttag. In erster Reihe ist es die Ueberzeugung, die es verdient, ausgeschrieben zu werden, zu der ich gleich am ersten Tage gelangte, daß nämlich ein jüdisches Sprichwort- , Recht.^it,. wenn es sagt: „Ueberall ist's gut, doch daheim; ist's am besten." Geradeso wie "einem die Wohlthat deS. Lichtes, erst dann in ihrem ganzen Umfange recht klar wird, wenn man dasselbe entbehren muß, so fühlt und lernt man erst dann die ganze Innigkeit kennen, die in dem Worte „Daheim" liegt, wenn, man in der' Fremde .weilt.. In noch gesteigertem Maße trifft dies bei dem Vachurim zu, die, durch ihre Verhältnisse 'dazu gezwungen, genöihigt find, Kostiage zu essen. Wie we^ muß es einem jungen, noch kaum den Kinder- Der „ZS8geltt* u2o!honS!2oti ouetnsl, EZ©siten3 aeü , jsdeSmÄ!» mintrherÄ. L^"i Dogm.' §rüS pro Mer-sljchr bÄ der Post S Mark ohne DrstÄgeld. QrSlsnd entsyrechmd höher. Ma» eboünm grmMMch, chcWjHrKch eder visrielMMH. Me VuchhLndlungen und ZssiSmter nehmen BesteLmgen an. — .. n . ITT .fX ** ä « 1A Xt* ti!«rAalnaTlBitr . fJoapß«dIi%ü2 oLsr tzsrm Nimm. pro Zchrgaug für DrÄsEcmd und Öeßsrretch 14 ReiHS-MkÄ oder iS Kronen österr.. firr's Ünsland 18 Mark. an.die VxNsLÄon franes Msendsn. PoßreiLungslistr 87S3. Telephon 101S. schuhen entwachsenen Bachur. thun, der es. bis jetzt ge-- wohnt war, von der theuren Mutter das Schönste und > Beste vorgelegt zu bekommen.und der am, elterlichen Tische nach Herzenslust nachverlangen durfte/ wie schwer' wuß es einemsolchenKindeum's Herz' seiM wenn'es -— wie dies' oft geschieht mit-den Fleischab^ fällen zufrieden .sein, ^uud^.das .sehnsüchtige Der--I langen nach mehr gewaltsam'ersticken Muß^ Wie Mutz es wieder einen erwachsenen Bachur tief betrüben, und - ihm jeden Bissen zur bitteren Pille machen,' wenn er im- ' bei bedenkt, daß jedes Stücken, das er ißt, geschenkt, / oft sogar ungern geschenkt ist! Ein Almosen hat einen' / doppelten Werth, wenn der Geber unbekannt, bleibt und --- eine Wohlthat verliert diesen. Namen, sobald derjenige, der sie ausübt, sie als solche anerkannt wissen will- Und wo ist dies mehr der Fall, als beim Kosttage-Essen. Es gibt Leute, die nach jedem Bissen, die der Bachur zu sich nimmt, ein „ich danke" hören möchten. Ich hoffe,' noch öfter auf dieses Thema zurückzukommen und wist mich heute blos darauf beschränken, meine Kosttage zu ' schildern: > - - .> / - r - - /XSottfe^^ttnsrfolgt)Üv' Wschm-KslsnLev. Donnerstag. 3. Juli. 23. Siwan. fvpÄ'* . . . . ■ Frettag, 4. Juli. 29. Siwan. Sabbat-Anfang in Mainz und Frankfurt cü M. 8Ühr Min. Samstag, 5. Juli. 30. Siwan. 'L 7» P"S irr* 'H rw N1P Sabbat-Ausgang in Mainz und Frankfurt ant 9 35 Min, — Berlin 9 Uhr 31 Min. — München 9 Uhr — Hannover 9 Uhr 41 Min. — Stuttgart 9 Uhr' 18 Prag 9 Uhr 05 Mm. — Stratzburg 9 Uhr 25 Min. - 9 Uhr 19 Min. - Stettin 9 Uhr 36 Min. " 1-- / Sonntag, a Juli. 1. 2amu8. mn'3W; * - r. 9Mr 08 Mn. Min. — > (ÄltMLuug emes folchss. . IHsnptblE): Testatoren und Lehrerstand, — Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: Hamburg. Remagen. Gnilingen, Oesterreich: Wien. England; London. — Feuilleton: Alls.dem Tagebuche eines Bachur's. (FortsetzunL) - 7 SnSsJJ fcc* SclScss: Arme mrd reiche Juden: — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Essen (Ruhr), Posen. Ungarn; Dndayeft. — Letzte Nachrichten: Lonbon. Newoork. .—^Vermischtes/ .. /*•»- . - fSr"-s.57?.-? 77 77^"' ' s- . VerantworMüe E&stUon: SLear Lehmann in Mainz, — Ewedttlon des /JSraelit". SchoMtraße Nr. 2. Mainz. '. - ... l7^lcg der Joh.lIirth'schen HofbuchdruSerei Actien-SefeMchaft in Mainz, v - VsLlagerr. '