Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 52 (30.6.1902)
- Date
- 1902-06-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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haben, die anderen Wohlfahrtseinrichtungen ganz öder doch zum' großen Theil erspart bleiben. Möge darum; jeder Kollege seinen Einfl.uß, wo nur immer - möglich, geltend zu machen suchen, daß die Vereinskasse sich mehr und mehr auch der Wohlthat von L e g a t e n . zu erfreuen hat. Ist in dieser Beziehung einmal mehr Grund, gelegt, so vollzieht sich der Weiterbau leichter.; Wo Tauben sind, da.fliegen Tauben zu. Bis dahin be- : darf es freilich noch i n t e n s i v e r A r beit; denn es fehlt oft thaisächlich nicht der gute Wille des. Testators, sondern, die Kenntniß der Sachlage, das Berstandniß unserer. Verhältnisse. Darum. Kollegen, wirkt . aufklarend und, aufmünternd, fördert damit Euer eigenes Wohl, lenkt den Strom des Segens, welcher -.- das jüdische Herz zur Quelle hat, auch auf ein bisher ' trockenes Gebiet: aus-das Feld der Lehrervereins-Hilfskaffen durch Erwirk.ung von Leg aten für die- HettuKgsttachrichterr und CorrespondemzeN. .Den t s chl. a n d. Hamburg, im r Juni. Gegen Herrn B a l l i n, den Generaldirektor der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrtgefellschaft, hatte, die agrarisch-antisemitische Presse wegen des Abschlusses des Schifffahrtsabkommens mit-den amerikanischen Gesellschaften ein förmliches Kesseltreiben veranstaltet. Graf Kanitz hatte auch schon eine geharnischte Interpellation im Reichstage angekündigt, sie aber auf Anrathen wohlmeinender Freunde in Folge der drängenden Vertagung des Reichstages bis zum Herbst zurügestellt. Hierzu schrieb nun u. a. die „Köln: Zeitung": „Wenn Graf Kanitz sich wirklich auf dem Gebiete des Schifffahrtswesens für eine so kenntnißreiche Autorität hält, daß er es wagt, die gerade jetzt so kostbare und für die Agrarier so wichtige Zeit des auseinanderstrebenden Reichstages mit seinen rein theoretischen und, wie er zugeben wird, jetzt jedenfalls praktisch , werthlosen Erörterungen über Schifffahrtstrust zu vergeuden, so thate er vielleicht am besten, seinen Großgrundbesitz schleunigst zu verkaufen und mit seinen Freunden eine neue und lohnende Rhederei zu begründen, die den von ihm getadelten Gesellschaften durch die Praxis zeigt, wie sie ihre Sache führen müssen. Ist er dagegen objektiv in. der Beurtheilung. fremder und seiner eigenen Verdienste, so muß er sich sägen, daß er jetzt von der ' agrarischen Presse trotz lobet vielleicht wegen seiner Beziehungen zum Kaiser so vielfach und so persönlich an- ,gefeindete Generaldirektor Vallin in oen letzten Jahrzehnten inehr für das Deutsche Reich und den deutschen Wohlstand gethan hat, als Graf Kanitz sam'mt seinen ostelbischen Freunden?. . Remagen, 26. Juni. Die Chebroh Kadischoh, - , „Verein zur Förderung deS Handtmrks unter den Ju-. . den," zu Remagen, hielt am.Sonntag,-.2L'Juni''d.' -ZS.,"', - ~ im „Hof von Holland" daselbst seine alljährige Generalversammlung ab. Der genaimte Verein ist einer der ältestem der sich das schöne Ziel gesteckt hat^ die soziale Lage unserer jüdischen Glaubensgenossen zu heben und. . insbesondere unsere'bedrängten Stammesbruder dem Kerne des bürgerlichen Mittelstandes züzuführeN, dem Handwerkerstande, der seit dem Mittelalter den Juden, - - die vor den Kreuzzügen noch den Weltverkehr vermittelt . hatten, verschlossen war; hat doch das Handwerkauch M heute nochtrotz der ü^rwüchernden' Fabrikarbeit ' goldenen Böden: y:\-y. Der Vorsitzende, Herr Moritz Faßbender . ausRemagen, gedachte bei Eröffnung.der zahlrehh .be-:. suchten Versammlung vorerst der großen Verdienste des im letzten Jahre dahingeschiedenen Ehrenmitgliedes^. des früheren Vorsitzenden, Herrn Abr. Cühn, dessen . rastlose Thätigkeit für die edlen Bestrebungen des Ver- ' - eins er in bewegten Worten Ausdruck gab; die' Anwesenden ehrten das Andenken des verblichenen lttüen'/ Berathers durch Erheben von den Sitzen, “-f Wie im vorigen Jahre, ' so hielt auch in diesenk Herr Dr. Rülf aus Bonn das Jahrgedächtniß der , verstorbenen Eheleute Heymann L ö w e n h e r z und , des früheren Ehrenmitglieds, ' Herrn Rabbiner Dr. . C ö h n,'ab, dem der ältehrwürdige Rabb. Dr. R ü l f eine Erläuterung der Eingangsworte des L Kapitels aus den Sprüchen der Väter in der ihm eigenen geistreichen Weise vorangehen ließ. Darauf trat die Generalversammlung in die reich besetzte Tagesordnung ein. Nachdem nach erfolgter Prüfung der Rechnungen für .... das Jahr 1900 durch die Rechnungsrevisören, Herren . Simon K a u f m a n n und Abr. G ö t t sch a l k aus Andernach dem Vorstande die Entlastung erthrilt. worden war, erstattete der Vorsitzende Bericht über die Per- . waltung des Jahres 1901. Eine lebhafte Debatte knüpfte sich an den Punkt, ob der Verein in das Ver- .einsregister eingetragen werden solle zwecks Erlangung ., der juristischen Persönlichkeit. Die Eintragung wurde ‘ - beschlossen und der Vorstand beauftragt, die Statuten- . , den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend vor der An- 7 Meldung zum Vereinsregister abändern zu lassen. Eine r nicht minder interessante Diskussion, hatten die Anträge . der Herren Simon Kaufmann und Dr. Weidenbaum aus Neuenahr, zur Folge, den sämmtlichen jüdischen - Gemeinden des Regierungsbezirks Koblenz 'durch .geeignetes Cirkulär von den Bestrebungen deS Vereins Kenntniß zu geben und gleichzeitig damit eine Aufforderüng zur Anmeldung - von Zöglingen,; die das Hand- 7. werk erlernen wollen, zu verbinden. Die rege Antheil- ''''? nähme andem zur Besprechung gestellten Gegenständ legte ein beredtes Zeugniß ab, mit wie warmem Inte- V resse die Mtglieder die edlen Bestrebungen des Vereins -