Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 52 (30.6.1902)
- Date
- 1902-06-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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43. Jahrgang. M 8Z. für das orthodoxe - - Begründet von' - / ' * &*. 3fe&«sra?m in Hisini. / ,; o n L a g , V e it 30. A u n i STSL (LS02) Testatoren und Lehrerstand. Boy Ben MenaHem./ - 'Daß die Wohlthatigkeii in Israel feit alten Zeiten zu Hause ist, daß eskein Jahrhundert gab, in dem nicht zahllose, milde Werke geübt wurden, ist wohl, eine Thatsuche, über, die kein Mensch schlechterdings streiten wird. .Immer' .'und allerwärts fanden sich edle.Herzen und hilfsbereite Hände, mochte es welchem Zwecke auch immer gelten. - Alle Stände und Berufsarten waren vertreten' und betheiligt nach der . alten Devise: , „isch - kmatn^'Mau^.Sollte-doch selbst der Arme, der „vor^ //den^Uhüren hsMmKhi/7^der^Maase^flW^^ Schon der gleiche Druck, der auf allen Volksgenossen' lastete, die. Beschränkung der bürgerlichen Freiheit und Rechisbefugniß, unter .der sie.alle litten, das gleich große soziale Elend, in-dem .sich unsere Vorfahren befanden, trugen nicht wenig dazu bei, die Lage der minder Beglückten. besser verstehen, zu lernen und zu. würdigen/ Was ' man am.. eigenen Leibe empfunden, - das konnte, man umso eher und lebendiger . dein '.'.anderen, nachfühlen und nachempfinden. Der.Druck. von außen bewirkte den engeren gegenseitigen.Zusammenschluß im: Innern und. wurde so die. Triebfeder zu. mancher guten That, die vielleicht in Zeiten.größerer.Freiheit.- unterblieben, wäre.Mit Recht konnte schon in der talmudischen Zeit zur Kennzeichnung eines, wahren Juden, gesagt. werden,. daß. er. zu den B'ne rachmomm und gaumle chasodim gehöre, .sich, durch Herzer^milde und wohlthatige.Werke auszeichne,/.:.: . Die.Wohlthätigkeit.sollte -jedoch ihren eigentlichen und inneren Werth erst, dadurch sich als Herzenssache erweist. „Wer.'-noch so viel/aber mit Verdruß spendet,, hat seiner, . Pflicht nicht., genügt." (Maimonides') Das kalte: Geld allein, ist noch nicht das Ganze' was zur Wohlthatigkeii gehört. .'Ja, unter,; ’ Umständen könnte mau mit hem Gelde anstatt ' wohl' Auch bei dem besten Willen ist:.die Wohlthatigkeii 'S nicht immer vor Jrrgängen - und - Fehlern . geschützt,- W Auch der beste Wille kann sein . Ziel nichts erreichen/den kO guten Zweck verfehlen oder-doch, nur sehr unvollkommen M erfüllen, -' . Das..ist..der Fallwenn, die Wohlthätigkeit// .ausschließlich Sache des Gefühls bleibt; denn das Ge-/ fühl ist eine blinde Macht und muß durch den Verstand.,/ .beherrscht oder reguliert werden. ,.Auch auf. diesem - Ges/ biete ' darf und kann sich in gewissem Sinne das „Strenge mit dem Zarten, das.Starke init; dem Milden / .paaren." /;• f; Unsere heilige Lehre, die in so vielen Fällen-das'^ ^einFRenschlHMe;üäMtig/und/hrrvOrhebt,:hat-auch/p /hier sich als: beivährte Führerin und' Rathgeberin dokü- H. mentirt. Gewiß steht durch unsere Thora'die Armen-/I . Unterstützung auf einer höheren, schöneren Stufe, als: £ irgendwo, j Das Gesetz nennt sie einfach „Zedokoh", einen Akt der Gerechtigkeiteine dem Nebenmenfche'n / gegenüber geübte Pflicht, für die jener, sich nichvzu be-/ dankenbraucht. -: Damit ist' der Armenunterstützung alles Beschämende und- Erniedrigende benommen/ bas/' in dem Worte Almosen liegt. Nunistes ja leicht an-.-'^ zunehmen, daß man mit einem armen Manne oft mehr /: Mitleid hat, als mit dem in Armuth noch nicht vollends / Gesunkenen. . Das Gottesgesetz aber ermahnt uns ge<> rade, unser Augenmerk . auf 'den - erst Sinkenden zu/ richten, -da der Gefallene schwerer' aufzurichten - ist- (3. B. M., 26. 36.) Hier soll offenbar das Gefühl/das"' durch die äußeren Verhältnisse noch im 'Halbschlummer/ begriffen,- durch den Verstand geweckt und geleitet wer-^/ . den.. - Erspare dem Fallenden, die Demüthigung/ als ' Armer einst Dein Mitleid zu erregen^ Viel höher/als i /Zedokoh" steht, es,. Jemandem die Möglichkeit - zu vn-) schaffen, sich'in „Ehren zu ernähren." 'Im 6. 16, 7. wird. uns die' praktische Lebensregel mbrrmittelt// bei der Unterstützung die nächst -Verwandten unddie; s nahe Wohnenden zu. berücksichtigen.^ „Der Bruder von väterlicher Seite hrt. — natürlich 'bei gleicher MürdW-! keit.-^- das Vorrechtgegenüber, dem? von: mütterlicher/'