Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 50 (23.6.1902)
- Date
- 1902-06-23
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1063 Kenntnisse durch fleißiges Lesen in einer deutschen Bibel vervollständigen. - - 3) Dieses Lesen in der deutschen Bibel ist nicht nur dem häuslichen Fleiß zu überlassen, sondern soll auch Gegenstand des Schulunterrichts werden. 4) Mit dem Bibellesen soll möglichst srüh, etwa mit dem 12. Lebensjahre begonnen werden. 8) Der hebr. Unterricht darf unter keinen Umständen durch das deutsche . Bibellesen Einbuße erleiden. Die für dasselbe erforderliche Zeit ist vielmehr durch Kürzung der für den Unterricht in der syfiem. Religionslehre bestimmten Zeit zu gewinnen. 6) Am geeignetsten für diesen Unterricht ist ein für die Jugend bearbeiteter'Auszug aus der Bibel, wie Auerbach, Tachau. 7) Mit der Anerkennung des Bibellesens als eines wichtigen Bestandtheiles des - Religions-Unterrichtes wird eine Aenderung der vorhandenen Normallehrpläne für den jüdischen Religions-Unterricht zur Nothwendigkeit.? : . . Ueber die Methodik resp. Stoffvertheilung für. diesen Unterricht soll in der nächsten Sitzung verhandelt werden und übernehmen die Kollegen Norden und Emmrich dementsprechende Referate. Kollege Münz übernimmt die Erörterung eines von ihm bereits namhaft gemachten'talmudischen Themas? Auf den von Kollegen Kopfstein zu erstattenden 1»fi«r: i*a^j_Vuiä . - dem letzten Gemeindetag verzichtete die Versammlung im Einverständniß mit dem Referenten, da dieselbe über die Versammlung genügend aufgeklärt wurde durch die , in den jüdischen Zeitungen veröffentlichten 'Berichte-. — Schluß der Sitzung *45 Uhr. " " - Könitz i. W., 20. Juni. In der Winter'schen Mordsache hat, nach der „Ostdeutsch. Tagesztg.". der Veriheidiger von Adolf und Moritz. Lewy. Rechtsanwalt Maschke-Konitz von dem Ersten^ Staatsanwalt heute den Bescheid erhalten, daß der Strafsenatdes Oberlandesgerichts Marienwerder, am 4. Juni den Antrag des Rechtsanwalts Hahn-Charlottenburg auf gerichtliche Entscheidung gegen den ablehnenden Bescheid des Oberstaatsanwalts in Marienwerder vom 20. Feb. 102 verworfen hat. Damit erlangt ein weiteres Untersuchungsverfahren gegen Adolf und Moritz Lewy. die abweisende Verfügung des. Ersten Staatsanwalts rn Könitz vom 28. September 1901 Rechtskraft. ■ * Strasrbürg, im Juni. (VerbesserünZ der isr. Kultusverfassung.) Auf Grund, der am 2. April hier im „Englischen Hofe" einstimmig angenommenen Resolution hat sich seither ein . Komitee gebildet, welchem etwa 50 angesehene Männer der verschiedensten religiösen Richtungen aus allen Therlen des 'Landes angehören. Es befinden.stch darunter.Theologen, Juristen, Mediciner, Pädagogen, Fabrikanten und Geschäftsleute.; Dieser Tage fand nun.hfer eine.Lom^ teefitzung statt. In derselben wurde mitgetheilß daß bisher die Israeliten von etwa 30 Gemeinden sich mehr oder weniger vollzählig durch Unterschrift auf den Boden der Resolution gestellt haben und daß die Beitritts- _; erklärungen aus zahlreichen - anderen' Gemeinden in . allernächster Zeit zu erwarten sind.- . Es-llrurde beschlossen, in die noch ans stehenden Gemeinden eine Aus- Forderung des Komitees zur Unterzeichnung der Resolütion zu senden. Sodann wurde der von Komiteemitgliedern ausgearbeitete Vorschlag einer Verordnung be- . treffend die Verfassung des israelitischen Kultus, eingehend berathen und einzelne Aenderungen ange- - nommen. . 5: i U-../ :i ‘ 4 u n g a t n. - ' '' Budapest, 20. Juni. Vor Schluß der Sitzung des Abgeordnetenhauses beantwortete Ministerpräsident v. Szell die Interpellation Buzath. .(klerikale Volks-? Partei), bezüglich der Maßregeln gegen die Einwanderung rumänischer Juden. Der Minister führte aus, . es sei mit Rumänien vereinbart , worden^ daß (jene, Ju- A den, welchen der Uebergang nach Ungarn versagt wi^d, in Rumänien wieder Aufnahme finden. Den Einwan- ' derern würden Bedingungen gestellt,' die die. Nieder- , lassung dieses Proletaritas verhindern sollen. Die An-' gelegenheit könne vom antisemitischen Standpunkt nicht behandelt Werden. Die Regierung sei!aüs sozialpoliti-- scheu Gründen genöthigt, unter Aufrechterhaltungihrer Die Antwort! würde einstimmig zur Kenntniß genommen. t-r . . - " E n g I a n d.; ' -;" London. Die „größte Volksschule der- Welt" ist wohl die jüdische Freischule in BellLane, „Spitajs-? fields, einem der' ärm sten Stadttheile des Londoner . Ostends. Ihr. bescheidener Anfang fällt in das Jahr ( 1791. - Nach und nach wurde ste vergrößert, die Ball- . und Erhaltungskosten werden namentlich durch : den > - verstorbenen Sir Moses Montefiöre . und (die.', Roth- /schild's bestritten. - Zu Anfang der 80er Jahre genossen!!., dort etwa 500 Kinder Unterricht. Als aber dann.die Massenemwanderung der russisch-polnischen Juden begann, die die jüdische Bevölkerung Whitechapels binnen ,; zehn Jahren verzehnfachte (von 6000 auf 60,000), . wurde die Schule zu klein. Lord . Rothschild legte' sichin^s Mittel, und unter der Mithilfe . einiger ' (reichen, ) Glaubensgenossen wurde die gegenwärtige 'Schule er- . .'baut, die 44 große Klassenräume für Knaben und! 27.? Schulzimmer für Mädchen enthält... Nicht weniger^äls 4000 Kinder erhalten dort unentgeltlich llnterricht uyd > die Unterrichtsresültate sind Jo.. vorzüglich, ((dass die '. Schulkommission in.ihrem offiziellen Berichte??die "jübische. Freischule als die beste.aller Londoner ^Schulen?