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Der Israelit · 1902-06-19 · Heft 49 (19.6.1902) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 49 (19.6.1902)
Date
1902-06-19
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1032 t)«n folgenden Gottesdienst, welche auf den Vorbeiertisch gelegt wurde. Damit schloß der Weihegottesdienst. Am selben Abend fand im Hotel Herzfeld zur Feier der Synagogeneinweihung ein Bankett statt, welchem außer den hiesigen Gemeindemitgliedern sehr viele israelitische Kurgäste beiwohnten u. welches höchst „unkurgemäß" sich bis 2 Uhr morgens erstreckte, ein Zeichen dafür, wie gemüthlich und fidel, das Zusammensein war. Das gestrige Festdinrr im Hotel Ehrenreich, dem sich eine große Zahl Theilnehmer, darunter auch viele Kurgäste eingefunden hatten, verlief in animirtester Stimmung. Aus der großen Anzahl der Reden, welche während des Mahles gehalten wurden und die alle die herzliche Freude und Genugthuung über den schönen Verlauf des Festes am vorhergehenden Tage und die Zufriedenheit, daß das Bauwerk nunmehr als vollendetes Ganzes dasteht, widerspiegelten, möchten wir besonders die Rede des Herrn Bankier A. Löwenthal jr. erwähnen, welcher zunächst einen Rückblick über die Geschichte der hiesigen Gemeinde gab, welch' letztere während der langen Zeit ihres Bestehens sich stets des fürsorglichen Schutzes unseres Herrscherhauses in reichstem Maße zu erfreuen hatte. Das Hoch galt daher dem Prinz-Regenten. Ferner stattete Redner den Dank der israelitischen Gemeinde ab an alle Diejenigen, welche den Bäu fördern halfen, sowie selbst zu dem Gelingen des Baues beitrugen, sei es durch wohlwollendes Entgegenkommen, so bei Erwerbung des Bauplatzes, oder 'durch direkte Unterstützung. Es toastete noch Herr Felix Ehrlich auf die anwesenden Kurgäste und auf Herrn Lehrer und Kantor 'Steinberger, Herr Lehrer Steinberger auf Herrn Rabbiner Dr. Eckstein, Herr Dr. Eckstein auf die hiesige Kultusverwaltung, Herr F. A. Bommel brachte den Dank der Geschäftsleute, welche an dem Bau mitwirkten, zum Ausdruck und ließ die Kultusverwaltung hochleben, ebenso Herr Hofkonditor Messerschmitt, welcher seine Landsmannschaft mit Herrn Rabbiner Dr. Eckstein entdeckte. Ein fremder Herr brachte den Dank der Kurgäste zum Ausdruck. Auch der übliche Toast auf das schöne Geschlecht, insbesondere die drei Ehrenjungfrauen, fehlte nicht. Bei dem Festmahle wurde auch ein am Samstag eingelaufenes Glückwunschschreiben des Bürgermeisters Herrn Hofrath Fuchs verlesen, in welchem derselbe bedauerte, den Festlichkeiten nicht anwohnen zu können, da ihn die wichtigen Landtagsverhandlungen in München zuriickhielten; er bedauere es, daß es dem früheren Rabbiner, Herrn M. L. Vamberger, nicht vergönnt sei, diesen Ehrentag mitzufeiern, er wünsche , der Gemeinde Glück. Küche und Keller der Geschwister Ehrenreich waren vorzüglich. ' : Holland. Vom Nörbseestrande. Obgleich die Badesaison erst am 15. Juni in Zandvoort anfängt, hatten wir am Schowuoth-Feste Gelegenheit, in einem- Nebengebäude des Koscher-Restaurant der Wittwe Gompertz mit Minjan zu l>eten. Ein.portugiesischer jüdischer Geschäftsmann aus Amsterdam, Herr J. del Canho, hatte eine Sefer-Thora mitgebracht. Zandvoort ist ein vielbesuchter Badeort, viele Amsterdamer wohnen dort im Sommer. Mit der elektrischen Bahn ist man in 20 Minuten in dem von lauter Gärten und Wälder umgebenen Haarlem und mit der Eisenbahn fährt man in 32 Minuten nach Amsterdam. Telegramm. Darmstadt. (Hessischer Landtag.) Der Bericht des ersten Ausschusses der zweiten Kammer über den Antrag des Abg. Backes ist soeben erschienen. Dieser Antrag geht dahin, die Regierung zu ersuchen, möglichst bald den Ständen eine Gesetzesvorlage zu machen, welche die Ausbildung der israelitischen Religionslehrer, sowie deren Anstellung und Besoldung zeitgemäß regelt. Die Regierung ist dazu bereit, da sich schwere Mißständr gezeigt haben, und glaubt, dazu auf Grund des Kirchensteuergesetzes befugt zu sein. Der Ausschuß ist ebenfalls mit der prinzipiellen Regelung der Frage einverstanden und empfiehlt daher'in der Richtung zu veranlassen, daß die gesammte jüdische Bevölkerung des Landes zur Tragung der Kosten verpflichtet wird. Der Ausschuß beantragt deßhalb, dem Antrag Backes zuzustimmen. __ Briefkasten der Kevaetton. S. L. in U.: Frage I: Ja. — Frage II: Das kommt auf die näheren Umstände und auf die Auffassung des Richters an. . * D. I.: Wenden Sie sich gefl. an Herrn Adolf Stiebet, Weinhandlung. Kitzingcn; weitere Mittheilungen lassen folgen. ' Bradford 44: In Leeds kann man NV2 leben, doch ist uns der Name eines Restaurateurs nicht bekannt. — Bradforder Verbältnisse uns unbekannt. Neues vornehmes Pensionshaus I. Banges unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Rabb. Dr. Auerbach, Ualberstadt, mit Genehmigung Sr.Ehrw. Herrn Dandrabbiner Dr. Rülf, Braunschwelg. Stengr rituelles Etablissement. Am Walde an schönst, staubfreier Las«, 40 Salons mit Balkons der Neuzeit elegant eingerichtet. Bekannt aussergewöhnllch gute Kttehe. Diners und L la carte zu jeder Zeit, volle Pension mit extra guter Verj pflegung incl. 'Wohnung von 6,50 Mk. »«- Jeden Samap»g Gottesdienste eigener von Herrn Professor Geb, Hannover, erbauten Synagoge im Parke des Hotels. [3769 _GeSffnet^vom 1. Mai bis 1. Oktober. Besitzer? Wgglfeeht. Friedberg (Hessen). Die Zahl der die hiesige Gewerbe-Akademie besuchenden Techniker ist in der letzten Zeit ganz rapid gestiegen, so daß die bisher in Gebrauch befindlichen Räumlichkeiten des alten Augustinerklosters bei weitem nicht mehr ausreichen. In der jüngsten Stadtverordnetensitzung wurde beschlossen, als Nothbehelf bis zur Fertigstellung des projekttrten großen neuen Skademie-Gebaudes auf dem Schulhofe einige Baracken als Zeichensäle zu errichten und entsprechende.Betrage für Herstellung und Einrichtung bewilligt. .,r

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