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Der Israelit · 1902-06-16 · Heft 48 (16.6.1902) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 48 (16.6.1902)
Date
1902-06-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
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I 1011 gaben in der Gemeinde (Ref. Dr. Werner-München; 9) Wahl des Zentral-Ausschusses; 10) Antrag auf Statutenänderung (Dr. Cohn-Kattowitz) u. 11) Eventuelle Anträge. Hamburg, 10. Juni. Am vergangenen Freitag Abend 12122 'p rer fand in der Synagoge zu Wandsbeck die feierliche Einführung des neuerwählten Rabbiners Dr. Bamberger aus Würzburg, zuletzt in Jnowrazlaw, statt. Vom Gesammtvorstande begleitet, fand er die Gemeinde vollends versammelt, die ihn mit „Boruch habo" empfing. Nach dem Minchagebet hielt Herr Rabbiner Bamberger eine mit Wohlgefallen aufgenommene Rede, während die eigentliche Antrittsrede beim Mörgengottesdienst stattfand. Schreiber dieses war dabei der Entfernung wegen nicht zugegen, doch hörte er nur von allgemeiner Zufriedenheit. Möge Herr Rabbiner Bamberger auf dieser ehrwürdigen Stelle, seinen Kenntnissen und Fähigkeiten und seinem guten Willen entsprechend, eine Thätigkeit entfalten können, die ihm und seiner Gemeinde zur Ehre gereiche. H. B. Hamburg, 13. Juni. In einer der hiesigen Vorortssynagogen ließ der Vorstand neben der üblichen Bekränzung den Damen am ersten Sch'wuaustage'— Bouquets überreichen. Mit der Ausführung dieser Mizwoh betraute er den Schammes und so»:. .(WM2 birrr*? M2 bv »n '21)?) ließet die Beurtheilung dieses Novums ist'man sich nicht recht einig; die Einen bezeichnen es als Unfug; die Anderenals Unsinn. Für ein jüdisches Witzblatt würde dieses „lieber" dankbaren Stoff bieten. „ H. B. |! li . Oesterreich. - Wien, 2. Juni. Am 26. v. Mts. starb Frau Regine Neumann, geborene Pappenheim, Gattin des Großhändlers Michael Neumann, Vorstandsmitglied des Vereins Adas Jisroel (Schiffschul) und Obmann der Religionsschule dieses Vereines. Die durch Geistes¬ und Herzensbildung gleich ausgezeichnete Frau entstammte einer der angesehensten Familien^der ungarischen orthodoxen Judenheit und heirathete-in eine eben-- so fromme Familie, so daß ihr Haus das Muster eines echt jüdischen Hauses war. Die Leiche der Verblichenen wurde am 28. Mai nach Preßburg überführt und dort neben ihren daselbst begrabenen Eltern s. A. bestattet. In der Verstorbenen beklagt auch Herr Max Pappenheim, .Direktor des Creditinstituts für jüdische Gewerbetreibende und Beamte, den Verlust seiner Schwester. Vohm.-Leipa, 6. Juni. Die hiesige jüdische Gemeinde, eine der ältesten Böhmens, besitzt einen Friedhof. der bereits Jahrhunderte alt ist. Dem antisemitischen Gemeinderath aefiel es nun, zu befehlen, dieser alte Friedhof sei aüfzulassen. Anstatt einen eigenen Friedhof neu einzurichten/ hat der israelitische Kultus- ' Vorstand an den Gemeinderath sich' unterthänigst gewendet, daß man der israelitischen Kültüsgemeinde für : Deerdigungszwecke einen Platz auf dem Zentralfriedhof, 1 ’; überlasse. Dieser Platz wurde der israelitischen Kultusgemeinde zwar überlassen, aber unter Bedingungen, welche keine andere Kultusgemeinde aeceptirt haben würde. Es muß von den religiösen Gewohnheiten Abstand genommen werden, die Verwaltung, gehört nach wie vor der Stadtgemeinde und die Ausgrabung von jüdischen Leichen kann der Kultusvorstand nicht hinv dern. Trotz alledem hat der hiesige Kultusvorstand das Angebot angenommen. Die sog. „Aufgeklärten" erklären zwar, es bleibe sich ihnen gleich, wie und in welcher Art nach ihrem Tode mit ihren Leichen vorgegangen wird und'ob ihre Knochen nach Ablauf von zehn Jahren herumgeworfen werden. Allein. in die Kultusverwaltung gehören solche Tendenzen nicht, denn die Pietät gegen die verstorbenen Angehörigen war seit je das heiligste Erbgut des Judenthums, und man begreift, daß die Angelegenheit unter den noch jüdisch fühlenden Mitgliedern der Gemeinde einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen hat. . Ueberdies existiren hier eine Chewra-Kadischa und eine Chewra Rose hamitw. - welche über bedeutende Kapitalien verfügen, und man kann also nicht behaupten, daß es zur Errichtung eines eigenen Friedhofes an Geld gefehlt hat.. (Oesterr. Wochenschr.) - R u m a n r e n; Jassy. Die hiesige Vnei Brith-Gesellfchaft hat die Initiative ergriffen, die Idee ihres Präsidenten, Herrn A. S. Goldental, zu verwirklichen und in Jassy für die Juden des ganzen Landes eine Ackerbauschule. zu gründen. Die Anstalt wurde durch Herrn Rabbiner Dr. Niemirove.r mit einem Vortrag über die Bedeutung der Agricultur bei den Juden eingeweiht. Die Schule, welche mit zwanzig Schülern angesangen hat, lenkt vorläufig auf den praktischen Theil ihr'Augenmerk. Die rumänischen Juden setzen auf diese Anstalt große Hoffnung. Jsraelowitz. A m e r i k a. Montreal, im Juni. (Frtiheit und Gleich - heit i n C a n a d a.) Vor einigen Tagen würde hier eine auf Kosten des Baron Hirsch-Fonds erbaute jüdische Schule vom General-Gouverneur von Canada, Lord Minto eröffnet. Anwesend waren. KabinetSminister, Richter, Vertreter der katholischen und. protestantischen Kirche, der McGill-Universität, der Sfadt, , sowie die Konsuln Frankreichs und Rußlands. Der Minister der öffentlichen Bauten, Tarte, hielt eine An-. spräche, in der er ü. A. bemerkte: „Sie,'unsere jüdischen Mitbürger und wir .französischen Canadier, mögen uns in der Minorität befm- . den, aber trotzdem halten wir uns für ebenso gut wie der größte Engländer (the biggestEnglishman;) i)i«

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