Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 46-47 (9.6.1902)
- Date
- 1902-06-09
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
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! H üji \1 ’i 1;! j I W! Ü ■ li \ i! HÜ I! )!! i'ij J n 999 f> Rabbiner mache, wo außer, uns selten Jemand da ist, wird der richtige Moment sein, um mein Geheimniß zu verrathen. Mirjam wird da auch dabei sein und — wer weiß? Alles vergeht, auch ein langer Jomtoftag und wäre er noch so herrlich und sonnenbeschienen. Die Minchozeit kam heran und mit ihr die Stunde, die sich David heute schon so oft in süßen Träumen ausgemalt hatte. Das Glück war ihm weiter hold und endlich saßen sie Alle beisammen in dem trautlichen Lernzimmer des Rabbiners, deffey, geöffnete Fenster den Dust der ersten Rosen aus dem Garten Hereinströmen ließen. Alle waren sie beisammen, wie David es gewünscht, hatte. In größter Verlegenheit aber war David, eine passende Einleitung für seine wichtigen Worte zu finden. ' „Ich muß Euch was Gutes sagen," platzte er endlich heraus, nachdem er lange unruhig auf rem Stuhle hin und her gerückt war, „ich bin gestern von Moses Burg aus Schönau auf nach Sch'wuaus engagirt worden und bekomme das doppelte Salair wie bisher." Nachdem die ersten Worte heraus waren und Alle mit Fragen auf ihn einstürmten, gewann David seine Ruhe wieder und konnte geordnet erzählen. Eine aber hörte ihm nicht zu, das war Mirjam, freudiger Schreck hatte ihr Herz bei den ersten Worten Davids erfaßt, blitzschnell hatte sie den Zusammenhang errathen und tief erröthend, das Herz voll Seligkeit, war sie hinauf in ihr Kämmerlein geeilt. Dort nahm sie das Tillim, das ihr die Mutter vor Jahren schon geschenkt hatte und suchte die Psalmen auf, die ihr der Vater als Dankgebete bei freudigen Anlässen bezeichnet hatte, um mit den ihr so heiligen Worten ihren Dank auszusprechen vor dem Allgütigen, der ihr ein ^o großes Glück hatte wiederfahren lassen. Inzwischen hatte From gebeten, mit dem Rabbiner einige. Worte allein , sprechen zu dürfen und das Resultat dieser Worte war, daß die Frau Rabbiner ihr Töchterchen aufsuchte, sie wußte wohl, wo eS zu finden war, und es fragte, ob es damit einverstanden sei, Rausch-Chaudesch Tamus die Verlobung zu feiern. Am nächsten Sch'wuausfeste kam David .nicht mehr allein'nach Laubbach zu Gast, da brachte er sein Weibchen, die holde Mirjam, mit und am übernächsten — nun, was braucht man das heute schon zu verrathen! . -xäjgr , ■■ : ■ -* Su unserem Bilde/ v Auf dem Marktplätze zu Mainz wurde im Jahre 1626 von Kurfürst Albrecht von Brandenburg ein schöner Brunnen, eines der ältesten Renaissance-Denkmäler am Rhein, errichtet. Dieser Marktbrunnen, dessen obere Krönung zu den anmuthigsten Werken der Frührenaissance gehört, ist nach seiner lateinischen Inschrift zur Erinnerung an die Schlacht bei Pavia (1525) und an die Beendigung des Bauernkrieges aufgestellt worden. .-jO Was uns Juden an dem Brunnen besonders interessirt, das ist ein an demselben angebrachtes Relief- Bildniß, auf welchem der Teufel dem Juden Geld dafür giebt, damit er die Brunnen vergifte; es war kurz nach der Zeit der furchtbaren Pest, „Schwarzer Tod" genannt, und der Wahn und der. Aberglaube war im Volke gar tief gewurzelt. Der Brunnen heißt deßhalb heute noch im Volksmunde der Judenbrunnen. Einige Kunsthistoriker meinen, daß das Bild mit dem mittelalterlichen Märchen garnichts zu thun habe, daß. dasselbe vielmehr eine Allegorie sei, die sich auf das früher gegenüber liegende Münzgebäude beziehe. Mag dem sein, wie dem wolle, danken wir dem Allmächtigen, daß jene furchtbaren Zeiten des Haffes und der Unvernunft vorüber und daß Er in seiner Gifte die Zeiten geändert hat. ' n % z X ö e u. Mr den folgenden Tbeil W die Redaction nicht verantwortlich. Ör‘flhrtt' aelänat rmlmfißiä Montag und Donnerstag tu den AdesdtzAoen rum Versandt. Neclamatioaea wegenr» waren VuM thde'mau dei der drUeffendeu poMrstait rn machen/ Vfferten auf M^annoncen werden täglich, mit Ausnahme von Kamst-» «n» Scheveningen, Rotterdam. Seiten Seinpost. Körte Hoogstraat [3970 M» n ■■ n1> n m Sen eröffnet. 2je^- Streng koscher. Hotel mil WMlillt erßekt Fernsprecher 3S47. Beptzer: ». »»“>• streng 1V2 Hordseebad Zani!?oQrt bei Amsterdam, streng wa gotel WamaLt. Wve. S. SvNyntz de Ken, Sertstraot 6. 13665 Gute Küche, Gomforiabl» Zimmer. Unter Aufsicht Sr. Gtzrtt». Herr« Cbtncbblaee St. 3. H Dü »«er. Alleinstehender Herr sucht I»ehrerstelle in einer vornehmen jü» U Familie, wo er Unterricht in Kettgioa, in »er sran». und engt. Sprache und in HandelSwtssenschaste» erthrUe« tSnnte. EefaAg» Vierten unter A, A. 4336 an »ie SeschSstsstell« diese» Blatte» erveteu.