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Der Israelit · 1902-06-02 · Heft 44 (2.6.1902) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 44 (2.6.1902)
Date
1902-06-02
Page
– (sequence 12)
Language
German
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ggW.r Dr. Naphtatt Theodor Klein ^"2, Paris. Thatfache, daß die Waisenanstalt schon seit siebzig Jahren besteht, haben den Eindruck erweckt, wir besäßen große Reichthümer. Bielleicht ist dies der Grund, warum wir von unseren Freunden nicht mehr so reichlich bedacht werden, wie in früheren Jahren." . Der Bericht des Schatzmeisters Otto H. Kahn läßt ersehen, daß die Gesamm teinnahmen im verflossenen Jahre Doll. 251.696.31 betrugen und die Ausgaben sich auf Doll. 249.000 beliefen. Das Budget für das nächste Fiskaljahr weist Kostenvoranschläge in der Höhe von Doll. 218.000 auf, welchem Betrage Einnahmen aus regelmäßigen Quellen, im Betrage von Doll. 160.000 gegenüberstehen. Den interessantesten Bericht lieferte der Superintendent David Adlermann, welcher zeigte, daß im verflossenen Jahre von den neunhundert Kindern nur ein einziges starb, und zwar am Scharlachfieber. Diese Krankheit war im Januar im Hospital epidemisch aufgetreten und hatte 5 pCt. der Insassen auf's Lager geworfen. Seit drei Jahren ist dies der zweite Todesfall, welcher sich innerhalb der Mauern des Waisenhauses ereignet hat. Die Volksschulen werden von dreihundert Waisen besucht, sieben Mädchen erhalten ihre Ausbildung auf dem . Normal College und sechs Knaben auf dem City College, und sämmtliche Waisen zählen zu den besten Schülern ihrer resp. Klassen. Die bisherigen Beamten wurden einstimmig wiedergewählt, , und zwar sind dies die Herren: Louis Stern, Präsident; Henry Rice, Viceprasident: Otto Kahn, Schatzmeister; Emanuel Lehmann, Ehrentrustee: - Henry S. Allen, Edward Lauterbach, N. Necarsulmer, Moses Amsel Weinberg und Samuel Ullmann. - — Herr William Guggenheim von Nr. 71 Broadway hat an den Präsidenten der United Hebrew Charities, Herrn Henry Rice von Nr. 336 zweite Ave., einen Check von Doll. 60,000 mit einem Begleitschreiben übersendet, in welchem der humane Geber bestimmt, daß diese Summe als Nucleus eines Fonds von 100.000 Dollars dienen und als der „Barbara Guggenheim Memorial Fund" geführt werden solle. Die übrigen Doll. 50,000 sind nach den Bestimmungen des Direk- - toriums anderweitig aufzubringen. Herr Guggenheim ist der Ansicht, daß die United Hebrew Charities mebr philantropische Arbeit in der Stadt leisten werden, wie irgend eine andere wohlthätige Organisation. Er erkennt auch die Unterstützung, die man den Hilflosen angedeihen läßt, indem man sie in den Stand setzt, selbst ihr Brod verdienen zu können, als das beste Mittel an* um der Armuth zu steuern. Ferner verpflichtet sich Herr Guggenheim, für den permanenten Fond 40,000 Dollars für jede Dollars 50.000 beisteuern zu wollen die' am oder vor dem 1. Januar 1903 dem Institute geschenkt werden, bis diese Beiträge die Höhe von Doll. 250,000 erreicht und daher seine weiteren Beiträge Doll. 50.000 betragen würden, doch sollen alle seine Beiträge dem vorerwähnten Gedächtnißfonds zugeführt werden. vermischtes. Glogau. Ter tapfere Graf Pückler-Kl. Tschirne scheint sich der Verantwortung vor den Gerichten dauernd entziehen zu wollen. Die schweizerische Regieruug hat, 'wie nach Glogau gemeldet wird, die beantragte Auslieferung des steckbrieflich verfolgten Grafen Pückler abgelehdt. Graf Pückler werde, so wird im Anschluß daran berichtet, nunmehr dauernden Aufenthalt im Ausland nehmen. „Itioir iiiib (IMisicr“, so nennt sich ein von Rechtsanwalt H. Burckas r herans- . _ . . _ gegebenes Merkchen (Verlag von Feodor Remboth m Leipzig, Preis Mk. 1.50). welches die legren Bankkatastrophen zu Grunde legt und sich mit der Frage beschartlgt. ob un Konkurse einer Aktiengesellschaft den Aktionären noch Rechte am Vermögen der Gesellschaft. insbesondere deren Reservefonds und deni sog. Regrekansoruch am Aufsichtsrath und Direktion Wichen. Ziemlich aNaemem herrscht die Ansicht, daß der Aktionär beim Konkurse der Aktiengesellschaft nichts erhalten könne, so lange nicht zuvor die Gläubiger voll befriedigt seien. — dieser wert verbreiteten Meinung tritt der Verfasser entgegen und wiederholt dieselbe, in einer leicht verständlich geschriebenen und icharfsinnigcn Wcue nicht nur auf Grund des ihm vielfach zur weite stehenden Wortlautes der Gesetze, sondern auch auf Grund der bereits ergangenen rcichsgerichtliche Entscheidungen. Direkt such zwar die m .dem Schristcheii beantworteten {fragen richterlich noch, nicht entschieden. der Verrasser nimmt aber auf eine Reihe Entscheidungen Bezug, aus denen er indirekt die Richtigkeit seiner Aiisichten.begrtliidet. Möge nun die richterliche Entscheidung der aufgeworfenen Fragen, falls cs in dem einen oder anScren Falle zu einer solchen kommen sollte.,dem Verfasser Recht oder Unrecht geben. ..io sollte irdr Aktiengesellschaft, jeder Aufsschtsrath oder Aktionär, jeder Rechtsanwalt uiw Richter im eigensten Interesse nicht veysaulnen. sich über das Wesen der in Frage kommenden Institutionen ZU iilsoclineren und dieses interessante Büchlein zu KluW|eiuUrttC blC e setinse Ausgabe sich wohl sehr gut

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