Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 42 (26.5.1902)
- Date
- 1902-05-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2449795-2449833--55963-2518725- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
! fö- - - (i |[ b: ik'..! 4$. Jahrgang. ja 42 Ein Kentrakfür das orthodoxe Iudenthum. Begründet von ' Dr. Dehursnn in MsinZk Montag, den 26. Mat 5662 (1962). ■j Unsere nächste Nummer erscheint des gesetzlichen Feiertages wegen bereits Mittwoch, 28. Mai. — Znseratenannahme bis Mittwoch Morgen 8 Uhr. abonnkrt man bei alle» Postanstalten für de» Monat A A L. L auf den „Lsrsvllt". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-ZeitungSfchalter des Wohnsitzes^ des Bestellers oder bei dem bei treffenden LandbrieftrLger aukaeaeben werden. lUD^ Die Briefträger sind berechtigt, den Abonnements-Betrag in den ersten 25 Tagen deS Monats gegen Qutttung in Empfang zu nehmen. Msland entsprechend HSHer. . Me Erpeditton des ^Israelit." Wissenschaft oder - Gelehrsamkeit. •' Von Rabbiner Dr. Daniel Fink—Wien. HI. . Was hier über den inneren Gehalt unserer Gebote ausgeführt worden, ist weit davon entfernt, einen der Sache fremden, ocn außen hineingetragenen Gesichtspunkt zu bedeuten. In diesem Sinne sind sie ursprünglich verstanden worden. Darauf weist der Ausspruch hin: edd wn pn 12-1 vh '2 5. B. M., Kap. 32, 47.) «Denn nicht enthält sie (die Thora) gehaltlose Dinge, deren Sinn euch unfaßbar bleiben müßte." Noch mehr, Moses weist sogar ausdrücklich darauf hin, daß diese Gebote einen Inhalt in sich bergen, dem gegenüber alle menschliche Weisheit weit in den Schatten zu rücken hat. ö»am wb ovru'w 02110211 kh '2 on’twn erneen. «Habet in Acht und bethätiget, denn das bedeutet eure Weisheit und eure Einsicht .vor den Augen der Völker." nwt nin.pji e2n 05 pp *bki nbtn a^pm bs tih Jmir nrn ^run. „Diejenigen, welche von diesen.Satzungen hören werden, muffen bekennen, ein .durchaus weises . und einsichtsvolles Volk, bildet diese große Nation." (5. B. M., 4, 6.) Ein gehaltloser Werkdienst, über den kein Mensch Aufschluß und Rechenschaft geben kann, wird doch in solchen Worten nicht gefeiert werden. V Welche Verblendung erst, wenn einer annehmen wolliger werde die bewundernde. Anerkennung aller. Welt er-. " langen. Diese. Auffassung theilt auch Maimonides im .More nebuchim. (Vergl,-).. B.M., Kap.-70^ 2. . ' Kap. 11 und 3? B. M., Kap. 14.) . .... '' . Daß eine Religion, welche das Leben so entschieden an der Wurzel faßt, um es im Sinne der höchsten. Er- . kenntnisse zu verklären, einen schweren Stand unter -. Menschen hat, ist ohne weiteres klar. Für die große . Menge wird der urwüchsige Trieb in seiner rohen Verfassung immer den Ausschlag geben. Ebenso klar .ist es, daß sie wiederum in den Seelen, in welchen sie ein- . . - mal gezündet hat, das geistige Leben zu einer ungeahnten Entfaltung zu bringen vermag. Beides zeigt sich im Verlaufe der ersten Periode der israelitischen Geschichte mit einer überwältigenden Deutlichkeit. Der Feind, mit dem sich die Lehre Moses auseinanderzusetzen hatte, war damals das mit allen Mächten' der Sinnlichkeit im Bunde stehende Heidenthunu Dieses nimmt den Menschen so hin, wie er sich in seiner natürlichen Rohheit gibt. Was es ihm bietet, ist nichts, denn ein Kultus der ungebändigten rohen Triebe. Immer von neuen Seiten dieselben in Aufruhr zu setzen, bildet das einzige, . aber doch so unerschöpflich vielseitige Mittel, wodurch es den Menschen zu. fesseln vermag. Auf solchem Boden , bewegen sich die-Menschen zwar eine Zeitlang in dumpfer Sicherheit, bis-er plötzlich in jähen Verheerungen seine vulkanische Natur '.offenbart.-,- ....