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Der Israelit · 1902-07-21 · Heft 58 (21.7.1902) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 58 (21.7.1902)
Date
1902-07-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Em /* ' " i' *;* * KenLrak-Hrgan für das orthodoxe Iudentßum. - , Begründet von ' . Br. in Hain{. . t Montag, den 21. Juli SSSS (1902). i ' M DMei MmM abonakrt man Lei allen Postanstalten für den Monate ZGMsWlss»' auf den „ferßellt". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeittg am Post-AeitungSfchalter des Wohnsitzes des Bestellers oder bei dem bei treffenden LandbrieftrLaer aufgegeben werden. F^T“ Die Briefträger sind berechtigt. den Abonnements-Betrag in den ersten 25 Tagen deS Monats gegen Quittung in Empfang zu nehmen:" Äuslattd^eulfprechend höher? - — — - - Me Erpedttion des «Israrlil." Klüt Sorlftitnfl Hem Kcsrse's filier Ms.°> Die Lehren der neueren Geschichte, die Offenbarungen der menschlichen Natur, wie wir sie täglich um uns sehen, würden uns in der wesentlichen Abweichung des hebräischen Staatswesens von dem egyvtischen die Einwirkung eines mächtigen Geistes darthun, selbst wenn nicht die hebräische Tradition, sowohl von dem Einfluß eines solchen Geistes Zeugniß ablegte, als auch von der beharrlichen Neigung, mit welcher die gewohnten Ideen in den Grmuthern des Volkes'wiederauferstanden. Immer und immer wieder bricht das Murren aus. Kaum hat Moses den Rücken gewendet, als nuch schon der Ruf: „Dies sind deine Götter, Israel!" das Ausrichten des rgyptischen goldenen Kalbes verkündet. ' Die fünf Bücher Moses tragen in ihren großen Zügen den Stempel eines seiner Zeit und seinem Volke weit vorausgeeilien Geistes, eines Geistes, welcher nach den Ursachen der Dinge forschte, welcher sich nicht von dem Strome der Ereignisse fortreißen ließ, sondern ein bestimmtes Ziel verfolgte. . , *) Bergl. unsere RedactionS-Bemerkung in voriger Nummer. Die wenigen Züge, die uns die Urkunden von dem Charakter Mose's geben, die kurzen Berichte, die, wo immer die Bibel gelesen'wird, die Einbildungskraft lebhaft beschäftigen, stimmen in jeder Weise mit diesem Gedanken überein. Nicht ein Reich, wie'es in Egypten zur vollen Blüthe gelangt war,' oder wie es in unvollkommener, patriarchalischer Form bei deü Stammen, ringsum bestand, wollte Moses gründen. Es war auch nicht eine Republik, in der die Freiheit des Bürgers auf der Knechtschaft des spartanischen Sclaven beruhte und die Persönlichkeit dem Staate geopfert'wurde.' . Es war -einMmeinwesen auf dem Individuum begründet/ ein' Gemeinwesen, dessen Ideal es wa< daß Zeder unter seinem eigenen Weinstöck und Feigenbaum sitzen sollte, ohne daß einer ihn quälen öder erschrecken durfte; ein Gemeinwesen, in welchem Niemand'zur unaufhörlichen Mühseligkeit verurtheilt sein,.in welchem es selbst für den Sklaven eine Hoffnung, für das Lastthier Ruhe geben sollte. Ein Gemeinwesen,' in dem, weil bittere Armuth aus ihm verbannt, die männlichen Tugenden, welche aus persönlicher Unabhängigkeit entspringen, sich zu einem starken Nationalcharakter stählen konnten, ein Gemeinwesen, in welchem die Familienliebe ihre Ranken um jedes einzelne-Glied winden' konnte, die Einzelnen, fester als mit stählernen Ketten, ' zu einem lebenden Ganzen verbindend. - M der Schutz des Eigenthums, sondern der Schutz der Menschlichkeit ist das Ziel des'mosaischen Gesetzes. Seine Kraft besteht nicht darin, dem Starken zu helfen, Reichthümer aufzuhäufen, sondern vielmehr darin, daß der Schwache vor Ausbeutung und Unterdrückung geschützt werde.' Auf allen Punkten errichtet es seine Schranken gegen die egoistische Gier, welche,'wenn ungehemmt, sicherlich die Menschen in Grundbesitzer und Leibeigene. Kapitalisten und Arbeiter. Millionäre und Landstreicher. Herrscher und Beherrschte scheiden wird. Sabbat-Tag und Sabbat-Jahr sichern " selbst' dem Niedrigsten Ruhe und Muße. Mit' dem'Schall der Jubeltrompete geht der' Sklave frei aus, die Schuld,

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