Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 38 (12.5.1902)
- Date
- 1902-05-12
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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828 der weiter erforderlichen Geldmittel in wirksamer Weise zu fördern suchen. H- W ä g n r r - Darmstadt. .Unz a r n. Neutra, im Jjar. In der jüngsten Nummer Ihrer werthen Zeitschrist ließen Sie sich von Ihrem Korrespondenten über das traurige Vorkommniß im Schoße der Miskolczer Gemeinde berichten. Wir alle theilen seine Entrüstung über das Treiben gewisser Herren, denen rein Mittel zu verwerflich ist, um die hier in unserem Lande G. s. D. noch immer blühende Orthodoxie zu untergraben, auch wir bedauern das unliebsame Aufsehen, das durch solch' einen Fall stets erregt wird, und sind gerne bereit, über die töstlichen Witze zu lächeln, die zu glücklicher Stunde ihm bei der Schilderung des Sturzes des spaßhaften Spira einfallen. Aber Ihr Korrespondent ist gar aufgeregter Natur. Beim Anblick des Schlechten geräth sein heißes Blut in Wallung, er wird wüthend, haut um sich und trifft Böse wie Gute mit gleich schmerzendem Schlage. Wenn er es wagt, nach einer Philippika gegen Dr. Spira, mit demselben Athemzug nun auch sein Anathema gegen den „Neutraer Gemeindenotar", unter dem wir uns unseren allbeliebten Herrn Dr. Himmler zu denken haben, zu richten, so müssen wir mit der größten uns zu Gebote stehenden Energie das Wort unserer Weisen ihm zurufen: „Nicht deinen Honig brauchen wir, und nicht deinen Stachel." — Sehen wir uns die Sachlage doch einmal näher an.' Nur eine Sprache gibt es, die ausschließlich der Jude im Munde führen sollte, und das ist die Sprache, in der einst Gott geredet hat zu Seinem Volke, die heilige, die hebräische Sprache. Aber als wir in die Fremde gewiesen wurden, da flüchtete diese zu' unseren Gebeten, und die Sprache der Verbannung müssen wir seitdem reden, um im Verkehr mit den Nachbarn verständlich zu werden. Da ist es nun besonders uns jüngeren Ungarn ein Bedürfniß, nachdem wir leider nicht mehr ausschließlich unsere Sprache reden können, die Mundart des edlen und ritterlichen Volkes zu pflegen, das uns gastlich in seinen Kreis ausgenommen hat, das unser Wohl fördert und uns vertheidigt vor den Angriffen unserer Feinde. Diese Erwägungen, die sich ausschließlich nur gegen die Sprache der Germanen richten, an der nur ein falscher Standpunkt etwas Heiliges finden kann, veranlaßten vor mehreren Jahren unseren Vorstand, im vollsten Einverständniß mit unserem Oberrabbiner. Herrn Dr. . Himmler aufzunehmen. Damals drohte Gefahr. Ungarisch reden und neolog sein galt für gleichbedeutend, und da der Zug.der Zeit der ungarischen . Sprache günstig . war. hatten. auch die .Neologew ein. höchst.w.irHameA,Agi- . tätionsmittelin Händem. Da bleibt eS ein großes, Verdienst des Dr. Himmler, sich in unserer Gemeinde als einen Redner bewährt zu haben, der die ungarische . Sprache ausgezeichnet spricht, der aber zugleich durch " seine ernste und tiefe Frömmigkeit sich als würdiger Schüler seines Lehrers, des Herrn Rabb. Ir. Breuer zu Frankfurt a. M., zeigt. Schande dem Heuchler, der mit glatter Zunge den Frieden der Gemeinde vernichtet, aber Ehre auch, wem Ehre gebührt, und hier gebührt sie Herrn Dr. Himmler, dem noch lange Jahre segensreicher Wirksamkeit in unserer Gemeinde vergönnt sein mögen. F r a nkr eich. Paris, 11. Mai. Am Grabe des unvergeßlichen Dr. Klein s. A. sprachen der Oberrabbinec von Paris, Rabbiner Weiskopf, Baron Gustav von Rothschild und Dr. Iaval, Mitglied der Akademie der medizinischen Wissenschaft. „Univers. Jsr." veröffentlicht den Wortlaut der kurzen, aber kernigen Rede des Baron v. Rothschild, die wir im Nachstehenden wiedergeben: / Mt dem Gefühle der tiefsten Trauer rufe ich im Namen des Konsistoriums von Paris unserem theuren und sehr bedauerten Kollegen, Herrn Dr. Klein, welcher . während langer Jahre mit so vieler Intelligenz und so vieler Entsagung die Interessen des Judenthums vertheidigt hat, ein letztes Lebewohl zu. Es ist schwer, die Leere auszufüllen, die Männer wie er hinter sich lassen. Es gereichte uns nur zum Ruhme, ihn in unserer Mitte gehabt zu haben. Wir haben in Dr. Klein den rechtlichsten, festesten und verträglichsten Geist gefunden. Gleichzeitig durchdrungen von dem Gefühle der Pflichten, die ihm die hohe Mission bei seinen Glaubensgenossen auferlegte, und von dem Wunsche, welcher uns alle beseelt, die Einmüthigkeit und Einigkeit unter allen Mitgliedern der Gemeinde zu befestigen, durchdrungen von den heiligsten Ideen, hat ec mit Eifer und Ergebung alle Interessen des Judenthums und der Religion vertheidigt. Das Andenken dieses so tugendhaften Mannes wird in unseren Herzen eingegraben bleibenund niemals werden wir Dr. Klein vergessen. Lebe wohl, mein theurer Kollege, adieu im Namen, des Konsistoriums! Briefkasten der Kedaetton. Wer kann einige Adressen gut>r und billiger Mädchen- Pensionate der französischen Schweiz angeben? Trenesen Töplitz (Ungarn) Luftkurort und Schwefelbad. Die schöngelegene Parkrestauration, die sich im vergange» ■ neu Sommer ciucä so großen Zuspruches erfreute, wird am 10. Mai s. G. w. wieder eröffnet. Die von Gebrüder Hirsch aus - Mattersdorf geleitete Restauration ist mit allem Comfort der Neuzeit eingerichtet, vorzügliche Küche, ante Weine. Biere und beste Bedienung. Obgenannte find in derselben Lage schriftlich nachzu- - weisen, daß die hervorragendsten Rabbineu ÜncmrnS» Deutschlands ■ und Galiziens während der Saison bei ihnen Gäste waren.