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Der Israelit · 1902-05-07 · Heft 37 (7.5.1902) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 37 (7.5.1902)
Date
1902-05-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
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. Oesterreich. Wien, 5. Mai. Dem Bericht über die Wirksamfcit des „Israelitischen Blindeninstituts" Hierselbst in den Jahren 1896—1901 entnehmen wir: In dem Zeiträume vom 1. Januar 1896 bis 31. Dezember 1901 erhielten 74 ordentliche und 29 außerordentliche Zöglinge Erziehung und Unterricht. Gegenwärtig, zahlt die Anstalt 55 Zöglinge — 34 männliche und 21 weibliche. Von diesen sind 4 aus Wien. 27 aus Galizien, 4 aus Mahren, 6 aus Böhmen, 1 aus der Bukowina, 2 aus Schlesien, 6 aus Ungarn, 2 aus Rumänien, 1 aus Serbien, 1 aus Frankreich, 1 aus Egypten, 1 aus Palästina, 1 aus Rußland. Die Anstalt hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihren Zöglingen eine religiöse Erziehung, einen ihrer psychischen Eigenart entsprechenden Unterricht in den Gegenständen der Volks- und Bürgerschulen zu ertheilen und ihre soziale Selbstständigkeit dadurch zu. begründen, daß sie zu tüchtigen Handwerkern, zu Klavierstimmern. Musiklehrern und Lehrern fremder Sprachen herangebildet werden.- R u ß l.a n d. Petersburg. Die Juden als Ackerbauer in Rußland erhalten von dem Agronomen I. A. Kowalski, welcher vor einigen Jahren von der russischen Regierung zum Pfleger der jüdischen Kolonien des Gouvernements Jekaterinoslaw bestellt worden ist, ein überaus glänzendes Zeugniß. „Man mutz selber sich längere Zeit in den jüdischen Dörfern aufgehalten haben," berichtet der christliche Regierungsbeamte, „um sich von der Tüchtigkeit, dem Fleiße und der Sauberkeit der zehntausend jüdischen Bauern des Gouvernements Jekaterinoslaw zu überzeugen. Jedes jüdische Dorf macht auf den Fremden den Eindruck einer Musterwirthschaft; die Straßen zeichnen sich durch Sauberkeit aus, und die Häuser sind mit Vorgärten umgeben, in denen die jüdische Bäuerin ihr Gemüse u. s. w. baut. Kein Dorf besitzt eine Schenke oder Verkaufsstelle für Schnaps; die Leute sehen gesund und blühend aus, und die jüdischen Rekruten aus diesen Dörfern werden in der Regel zur Artillerie genommen. Die vielfach verbreitete Ansicht, die Juden eignen sich für die Landwirthschaft nicht, wird durch die jüdischen Kolonien des Gouvernements Jekaterinoslaw gründlich widerlegt. Ich selber," so schließt Herr Kowalski seinen Bericht, „bin bis vor wenigen Jahren dieser Ansicht gewesen. Jetzt bin ich jedoch eines Besseren belehrt worden und bin fest davon überzeugt, daß unter gewissen Verhältnissen aus jedem Juden ein vorzüglicher Bauer werden kann." Dasselbe 'gilt von den jüdischen Tabakbaucrn in Südrußland. ÖerinffWes^ ~~ Berlin, 1. Mal Frau Johanna Abraham, -re Gattin deS Begründers deS „Israelitischen HermathanseS und Volksküche", Gormannstraße Nr S, wurde heute in -ihrer Eigenschaft als Deligirte deS Zweig-Vereins Berlin deS Vaterländischen Frauen-Vereins. Ihrer Majestät der Kaiserin, im' Schlosse vorgestellt. Die Kaiserin erkundigte sich angelegentlichst nach der Hülseleistung deS Vereins für die jüngst vom Baff«. Unfall Beschädigten und sprach sich über die Beschleunigung der Hilss-Action wohlwollend aus. Frau Abraham gehört seit sieben Jahren dem Vorstände drS Zweig-Vereins Berlin deS Vaterländischen Frauen-Vereins an u. entwickelt als Vorsitzende der Unlerstützungs-Commiffion eine sehr umsaffcnde Thangkeit.' Antwerpen, 2. Mai. Dcm soeben erschienenen Rcchensckaftsbcricht des israel. Kranken - Unter stützüngs- Vereins. O'vm Tp’3 rmn entnehmen wir: der Verein zählte im Berichtsjahre ca. 200 Mitglieder: Seine - Gesammteinnahmen belief, n sich auf 1526.03 Flts. de Ausgaben hingegen waren 2t 19.48 Fi cs., so daß ein Defizit von 633,45 FrcS. zu verzriLncn war, welches vom vorjährig n Cassa-Saldo bestritten werden mußte. - Neues vornehmes Pensionsliaus I. Ranges unter Aufsicht Sr. Ehrwiirden Herrn Kabb. Dr. Auerbach, Ilalbcrstadt, mit Genehmigung Sr. Ehiiv.' Herrn Landrabbiner Dr. R tt 1 f, Braunschweig.; - Stengr rituelles Etablissement. Am Walde an schttnst. 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Die Preise der Zi.nmcr sind rnätzig. bet bekannt aufmerksamer Bedienung. '• •' ' >-> . Lebensverstcherungs-Gesellfchast in Leipzig, auf Gegenseitigkeit errichtet 1830 (alte Leipziger). Das Jahr 1001 ist für die Gesellschaft sehr günstig verlauten. Trotz der anhaltenden, wirthschaftlichen Schwierigkeiten, hat dieselbe einen steigenden Zugang an neuen Äersicherungen und höchst erfreuliche, finanzielle Ergebnisse erzielt. Der Ueverschutz des Jahres 11)01 beträgt Mt. 7446 471. ifi der geätzte, den die Gesellschaft je erzielt hat und übertrifft dem Ueverschutz des Borjahres um nahezu »ine Million Mark. Die Ende 1001 vorhandenen, zur Bertbeilung an die Versicherten bestimmten Gcsammtüberschi'iffe bczinern sich^aus Mk. 28172500. von Mk. 200<XX) an den Extrareservefouds. der hierdurch die Höhe von Mk. 1 000000 erreicht. Das Gesellschaftsvermögen ist um Mk. 14140154 nui Mk. 210735507 gestiegen. Die Berwaltüngskosten der Gesellschaft, die zu allen Zeiten sehr niedrige waren,, haben sich noch mehr ermäßigt: sie stellten sich 1001 auf nur 5.18'/, der Prämien- und Zimeneinnahme. An Versicherungen sind, im Jahre 1001 insgcsammt 7205 über Mk. 56473100 Versicherungs- Verlauf der Sterblichkeit hat sich der RcinzuwachS an Verfich. ruiigcii auf 2407 Perfotlen und Mk. 25008150 Versicherungssumme, gestellt. Damit ist der Kesammtversicherungsbcstand Ende 1001 auf 70348 Personen und Mk. G24076030 Versicherungssumme ge» stiegen. Auch im Jahre 1002 hat sich das Geschäft günstig tociter. cntwilkelt. Im ersten Viertel desselben sind 1519 Versicherungen, über Mk. 11378800 Versicherungssumme (Är. 212200 mehr al»- iu der gleichen Zeit des Vorjahres) abgeschlossen worden.. - - . =v

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