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Der Israelit · 1902-05-05 · Heft 36 (5.5.1902) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 36 (5.5.1902)
Date
1902-05-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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gewandelt bin und diejenigen Einrichtungen gegeben habe, welche. Ihre Ansprache erwähnt, so habe ich damit nur eine mir hinterlaffene Ehrenpflicht erfüllt. Ich that es aus innerster Ueberzeugung und im festen Vertrauen und ich bin gewiß, daß Sie dieses Vertrauen auch in Zukunft rechtfertigen werden.* ... — Herr Rabbiner Dr. Bamberg er dahier erhielt .vom Großherzoglichen geheimen Kabinet nachfolgendes Schreiben: Nr. 1685.) Großherzogi Geheimes Kabinet. ' . Karlsruhe, 26. April 1902. Euer Hochwürdcn beehrt fich das Großherzogl. Geheime Kabinet unter Bezug auf das gefällige Schreiben vom 18. d. Mts. im Höchsten Auftrag ergebenst mitzutheilen, daß Seine Kgl. Hoheit der Großherzog von dem Inhalt Ihrer aus Anlaß Höchstfeines 6Ojährigen Regierungs-Jubiläums veröffentlichten Schrift: „Dokumente zur Geschichte der Vücherzenfur" mit Interesse Kenntniß genommen habe. Seine Kgl. Hoheit lassen Ihnen für die Zusendung dieser Arbeit bestens danken. . . . gez. von Dato. Seiner Hochwürden Herrn Rabbiner Dr. M. L. V a m b e r g e r, hier.. Rastatt, 26. April. Die hiesige israelitische Gemeinde ließ am Freitag ein Glückwunschtelegramm an den Großherzog abgehen. Am Samstag traf, folgende Antwort ein: „Synagogenrath Rastatt. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog lassen der israelitischen ' Gemeinde für freundliche Glückwünsche.bestens dankew .'.v V-;' -• . ‘ Auf höchsten Befehl:. S e Y b." Ungar n.. Budapest, Ende April. Zweimal binnen acht Tagen wurde der antisemitischen „Volkspartei" des ungar. Reichstages in öffentlicher. Sitzung gründlich heimgeleuchtet. Zuerst vom jüdischen Abgeordneten Paul Sandor, der haarklein und. unter . allgemeinem Beifall nachwies, wie schädlich die von der hetzerischen Partei creirten, sog. „christlichen" .Konsumgenossenschaften nicht nur für die Juden im Allgemeinen, gegen die sie sich richten, sondern ganz, besondersfür den ungarischen Kleinhandel gumiä meme sind. Ferner konstaiirte er,-daß die meisten dieser Konsumgenossenschaften insolvent jUibJ Dies war-.den antisemitischen Depuv tirten begreiflicherweise unangenehm, weßhalb > siechen ' Redner durch Znüschenrufe: zu störey: suchten^! Er aber rief ihnen zu: „Mit Lärm imponirt man mir nicht. . Ich konstättre nach all' dem Gesagten, daß^Jhre Genossen-' schäften keineswegs einen ungarischen Charakter haben, daß sie nur den konfessionellen Haß erwecken." ’7: '- Vei der zweiten Abferttgung war es kein geringerer, als der Kultus- und Unterrichtsminister Dr. WlassieS, der den antisemitischen Kampfhähnen im Parlamente eine kurze, aber kräftige Lektion ertheilte. Er hielt ihnen bei der Rede über sein Budget das Unsinnige ihres Beginnens vor, jede Frage vom - unduldsamen konfessionellen Standpunkte au^ufaffen. Es sei nothwendig und nützlich, das religiöse Gefühl in allen Schichten der Bevölkerung nach Kräften zu fordern, aber konfessionelle Unterschiede bei jeder Gelegen-, heit hervorzukehren, kann nur schädlich wirken: — Hier feierte Herr Rabbiner L. Pollak dieser Tage in aller Stille seinen 80. Geburtstag. Dieser Fiel auf Rosch-Chodesch Nissan, an welchem Tage seine Intimen, die davon wußten, ihm herzlichst gratülirten. Einen bitteren Wermutstropfen in dieses Geburtstags- . fest des ehrwürdigen Greises erregte Tags zuvor der Appellsenat des hiesigen Gerichtshofes, der eine Berurtheilung des Rabbiners wegen Beleidigung eines Schochet in zweiter Instanz bestätigte. So gering auch die zehn Kronen betragende Geldfrage ist, mag sie dennoch Se. Ehrwürden schmerzen, weil sie ihn daran erinnert, daß er sich im Zorn dazu Hinreißen ließ, einen Schochet vor Zeugen „Lump" zu nennen und ihm die Thür, zu weisen. Der Zorn, dieser schlechte Berather, ließ den hochbetagten Rabbiner den Inhalt des „fünften Schulchan-Aruch" ganz vergessen. -. - . . . — Zum Kultusvorsteher der Pester orthodoxen. isr. Gemeinde wurde Herr Isidor Ab e l e s gewählt, der sich durch strenge Frömmigkeit, und edlen Wohlthätigkeitssinn auszeichnet 'und dieses Ehrenamtes in vollstem Maße würdig ist. vermischtes. v Berlin, 30. April. Der langjährige, überaus thalige und tüchtige 1. Vorsitzende des hiesigen großen Vereins „Gewul Tow", Herr Gustav Michaelis, ist gestern an der Friedrichstrabe in Folge Herzschlages plötzlich im Aller von 57 Jahren verschieden. Dirser Fall erregt allgemeine Theilnahme. M erfreute sich großer Belebtheit. ' . Königshofen. Die hiesige israelitische Kullusgemeinde vergiebt zum Neubau der zu errichtenden Synagoge eine Anleihe von 18 000 M. in Obligationen ü. 2VO M. zu. 4 Pro» zent verzinslich. ■ ■ ' ' v-:' BriefSayerr der Kedaettott. Plout Almoni, Nexingen: Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Ansichtskartenaustcrusch. 7 SrtttheUunge« für diese Rubrik werde« koftenstei öerSffenUicht. AnsichlSkaritn, vo» wo immer gegen Rrwemche erbitte«: Rozalia..Homnann. Panvnhahma via Györ, Ungarn. — .Iren GoldUein. Dreßbrrrg. Sch!o8grundgasse 26. —Journalist Samuel Friedlaender. -Hubnickeu b. Palmmken Ö^-Pr.. — Bank-Beamter H. N. Weinberg, Turka b. Cyyrow (Galizien.)'— Fräulein Jolan Jungreitz. TiZ^a-Füred (Com. Hebest Ungarn)^'-Fräulein MMna Bollak. Fräulein Sidome Pollar. Fräulein Minna Koün, Fraulein '^nm Koppel. Fräulein! Fried.a Rosa Koppel. Fräulein Adel« .Koppel, .sammtlich .in Wiesen Sopran (Ungarn). — Julian Lehmann. Malm. Große Bleiche-45. iiiüetz min -allgemeine Sujets. — trautem Kleopatra Liebesdurstz Cassirerin oeim Granv Cas« Watzulik. Nagy-Szombat, (Ungarn).

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