Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 36 (5.5.1902)
- Date
- 1902-05-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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KenLrat-Hrgan für das orthodoXe Iudenthum. 43. Jahrgang. M 36. Begründet von . Br. 1£e$ttretm in Mstnr., Montag, den 5. Mat 5662 (LS02). Lostet nur LE ÄÄZ ' gro'toerL-a.jaaaaQ.ezaa. VLaa-erLtgreltliola.. MmkliNs in kr jWc« UMft. Vor kurzem ging ein Jubelruf durch's Land, Fanfarentöne erschollen, Trommelwirbel ertönte, und unaufhörlich wurde die große Glocke geläutet, denn es galt, den hundertsten Geburtstag Zacharias Frankel's zu feiern, des Mannes, den man zum Heros der deutschen, ja der gesummten Judenheit stempeln möchte. Fast in allen Städten, in denen Zöglinge des Breslauer Rabbinerseminars wirken, wurden Vorträge gehalten und ein Dreimonatshest der Monatsblätter ausschließlich mit Artikeln gefüllt, welche die Verherrlichung Frankens bezweckten. Wir sind gewiß die letzten, welche die Berechtigung nicht anerkennen, wirklich große Männer zu feiern; aber, so fragen wir uns, war doch auch vor nicht allzuferner Zeit der hundertste Geburtstag Luzatto's und Rappoport's, warum wurde da nicht in gleicher Weise in die Fanfaren gestoßen, warum blieben da die Jubelverkünder im Stillen? Allein man merkt. die Absicht. Frankel soll zu einem Apostel der Wissenschaft für eine gewisse Richtung im Judenthum gemacht werden; seine talmudische Gelehrsamkeit, seine wissenschaftliche Bedeutung, fein, ganzes Wesen, muß daher als etwas Unerreichtes hingestellt werden. Da aber die r jüngsten Erscheinungen auf dem Gebiete der jüdischen Wissenschaft das Gegentheil bewiesen haben, sucht man durch Worte und zwar dadürch, daß man den Mund so : voll wie möglich nimmt, den Mangel an innerer Berech- tigung zu verdecken. Können aber in der Wissenschaft Worte helfen?! Mit Worten kann man ein Laien-Publikum täuschen, das sich durch volltönendes Phrasenthum fangen laßt, - nicht aber Männer, welchen es um die geschichtliche Wahrheit ernst ist. Es scheint aber, daß. man gerade dieses Laien-Publikum im Auge hat, in es soll die Be-' geisterung für Frankel und damit für die seinen Stand- . Punkt und seine Richtung vertretende Rabbinerschule ' hineingetragen werden. In Nr. 14 der „Allgemeinen - Zeitung des Judenthums" wird uns dies in einer Besprechung der Frankel'schen Festschrift offen zugestan-- den. „Weiteren Kreisen soll der verdiente Gelehrte be- . kannt gemacht werden," und auch der, „welcher auf dem Gebiete jüdischer Wissenschaft weniger heimisch ist, .soll die Blätter nicht ohne Gewinn lesen." Ebenso bekennt^ Prof. Schwarz, Direktor der jüd.-theolog. Lehranstalt in Wien, in dem jüngsten Jahrbuch der Vereine für jüd. Geschichte auf S. 157: er hoffe, daß die unver-