Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 57 (17.7.1902)
- Date
- 1902-07-17
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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1 1226 Schechita-Gegner für höchst bedenklich halten. Nie und nimmer darf auch nur der Schalten eines Verdachtes sich bieten, als sei die Schechita keine heilige Funktion und hochwichtige, jüdische Gemeinde-Institution. Zwischen Schechita und Metzgergewerbe muß ein ewiges bnmb stehen. Das soll jede unserer Maßnahmen berücksichtigen. Wenn nun auch nicht von einem direkt erziehlichen Werthe der Schechita gesprochen werden kann, so möchte ich doch Folgendes betonen. Der jüdische Religionslehrer wird und muß in seinem Unterrichte auch das rituelle Schlachtverfahren berühren. Er kann es bei der Wichtigkeit der Sache gar nicht übergehen. Oder kommen die Kinder im Leben nicht damit in Berührung? Machen sie nicht diesbezügliche Beobachtungen in ihrer frühesten Jugend? So gut ich nun ihnen die Beschaffenheit der Zizis und Tefillin, die Vorschriften für die Mesusah und die Laubhütte lehre, um die Nothwendigkeit der Tradition darzuthun, ebenso darf ich ihnen wohl sagen, daß das Schlachtmesser keinerlei Scharte haben darf, daß man nicht „pausiren". daß man die Lunge untersuchen soll u. s. w. Man halte das nicht für deplazirt, zu bluttrünstig. Die Kinder sehen esja vor sich^ sie bringen selbst Geflügel zum Schlachten und wissen es — Gott sei's geklagt — aus antisemitischen Angriffen und Blutmärchen. Umso segensreicher wirkt hier eine im heiligen Ernst gegebene Belehrung. Die Kinder sehen und hören aber auch von den wuchtigen Kopfschlägen, mit denen anderswo das Vieh betäubt wird, sie sehen — besonders auf dem Dorfe — wie man Schweine „sticht" und andere Hausthiere. Wenn ich ihnen nun sage, daß beim Schlachten immerhin dem Thiere sein Theuerstes, das Leben, genommen wird, daß dabei unsere Vorschriften mit einer heiligen Weihe umgeben sind, daß kein Volk der Erde dabei spricht ’«i wsp mmt» uenp *s«t, dann ist dem Akte auch jedes Verrohende benommen, dann habe ich direkt erziehlich gewirkt, Herz und Gemüth befruchtet. Zum Schluffe seiner Ausführungen beschäftigt sich Herr A. W. auch mit meiner Wenigkeit, besonders deßhalb, weil ich die Sache des „Israelit" zur Sache der Kollegen gemacht. Ich kann hier kurz auf mein „Offenes Wort" verweisen, ra nbvi, dort ist alles Nähere enthalten. „Nicht zu meiner persönlichen Ehre oder der meines Vaterhauses that ich es. sondern damit Zwistigkeiten sich nicht mehren in Israel." (Talmud Megillah 3. 1.) Es sind nicht die schlechtesten Freunde, die uns den Spiegel Vorhalten; und haben wir unsere Ansichten gegenseitig geklärt, dann wollen wir uns brüderlich die Hände reichen und weiter arbeiten. Sie. Herr A. W., geben selbst zu, daß man in der Affaire Geis, verschiedener Ansicht-sein kann; ebenso daß man verschiedene Auffassung über die Entrüstungskundgebung haben kann. Mehr will ja keiner. Nur gestatte man denn auch, diese Auffassung a n s z u - sprechen. Auf den Versammlungen sind solche Meinungen vielfach unterdrückt worden. Ich weiß das genau, und außerdem bezeugen mir es die verschiedenen schriftlichen Zustimmungen von Kollegen aus allen Vereinen, die mir in den letzten Wochen geworden. Da sagte ich mir doch, daß noch manch' anderer mit mir gleicher Ansicht ist. Was man auf . Resolutionen mitunter halten kann,, sehen Sie doch am besten daran, daß eine in denkbar schärfster Form gefaßte. in Fettdruck erschienene und als einstimmigen Beschluß proklamirte Resolution hinterher einfach als gar nicht bestehend erklärt wird. Auch ohne das „Flugblatt" des „Israelit" hatte man schon scharf Stellung genommen. Auch ohne dies war die Sache nicht mehr Angelegenheit der Redakteure in Magdeburg und Mainz. Eine Sache, die uns selbst betrifft, erheischt auch eine innere Stellungnahme unserer selbst. Nunmehr die gegenseitige Aussprache stattgefunden, kann wieder die Zeit der friedlichen und gedeihlichen Foriarbeit beginnen. So lange es Menschen gibt, wird es Fehler geben. Es ist aber noch nicht das Schlimmste, wenn sie erkannt und für die Folge vermieden werdem £ Für den foTflcuöcit Thcil ist die Rcdaction nicht verantwortlich. Sie Ertnrtton nntrrntmm» nicmnl» eine Prüfung in Kerug auf dir rituelle ZuverläMgkeit der angeprirfenea Wa ren. Die Seiirtzrr tzade», wenn fic In dieser ÄlnlMjt gelichtet fein wollen, die Anpreisungen. Rcfereurea etc. seid» einer Soatrole in unterwerfen. Schluß der Inserateninuahmeill Net»: für die MoutagsuniuMir. Sonntag Früh 0 Uhr. für dieZouuecüazauumner, üUittwoch LUirrag 12 Uhr» ilnftr glatt'gelangt regelmäßig Montag und Sonuerllug in den Abrndllundeu inm Serfaud». Nertamationrn weaen in späten Eintreffen» b* Utb« man bei der betreffenden postaujtait in machen. Offerten auf Lchissrrannancen werden täglich, mit Ausnahme von Samllug und Konntn», weiterbefSrdert. Sür Schabbos und Jomtol gerffenes Manufakturu. Wallwaaren « Engros - Geschäft wird per bald ein tüchtiger, brancheiunL.ReisenLer gesucht. Ansnihrl. Offerten mit Angabe d. bisher. ToäNgkeit unter Nr. 5391 an die Geschäftsstelle diese» Blatte«. Stmz ”)ED ISest&HFaraä Ttmz Inhaberin: üVwe. Bernheini. SUberUrntze 18. [3199 In der Räch« d«S srordbahnchokeS. — Renommierte, bürgert. Küche. — Referenz: Herr Grohrabbiner Stoch aus Detaieu. — Freundliche Zimmer. — Für die Herren. Reisenden aufmerksame Bedienung. — Mäßige Preise» - <£\ic Etementartechrer-, Cantot» «».Schochet-SteUeinHegenheim ist evenr. sofort zu besetzen. Gehalt 900 Mk. cvent. 1000Nebeneinnahmen 500 Mk^ freies Logi». Ledige Bewerber wollen ihre Zeugiuffe entsenden an [5357 Rabbiner Dr. Salomo» Schüler.