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Der Israelit · 1902-04-21 · Heft 32-33 (21.4.1902) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 32-33 (21.4.1902)
Date
1902-04-21
Page
– (sequence 25)
Language
German
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•T rJ: 43. Jahrgang. ro blin gsw eb e n. •iiiii i in Und wieder ist der Lenz gekommen. Des Jahres Kreislauf ist vollbracht — Und was der Winter uns genommen Im Lenz entsteht's mit neuer Pracht. Der Strom sprengt seine Eisesbande Und wallt den majestät'gen Lauf, Ein Freiheitsruf schallt durch die Lände, Ihr Schläfer Alle wacht nun auf. . Was da gefangen lag verborgen In tiefer Erde dunklem Schoß, ' Es ahnt nach länger Nacht den Morgen Und ringt sich von den Banden los. Ein Frühlingssehnen', Frühlingshoffen Durchzieht die schlafende Natur, Die' Freiheit mächt'die Thore offen. Das ist des holden Lenzes Spur. , Und uns, dem Volk der Gottesstreiter, Uns ist des Frühlings junges Weh'n, Sein Antlitz offen, licht und heiter. Ein Freudenfest, das doppelt schön. Wie die Natur sich losgerungen. Aus Winterleid und Winterharm, So hat auch Israel bezwungen Den mächt'gen Feind, der Knechtschaft Arm., Gedrückt in niedere Sclavenbanden, Ein Spielball der Tyrannenwuth, Die zwar es machen wollt' zu Schanden, Wird es gepeinigt bis auf's Blut. Nach Freiheit riefen unsre Ahnen, Zum Himmel drang ihr Wehgeschrei, Hoch Pelten ste des Glaubens Fahnen, Da brach das Sclavenjoch entzwei.' -, Noch mehr der Lieb' und Wunderwerke Der Heil'ge Seinem Volke zeigt, Es preiset laut des Höchsten Stärke. Als sich das Meer vor ihnen neigt.. Und trocknen Fußes es jetzt schreitet Durch's rothe Meer bei Tag und Nacht,. Der Herr sein Volk in Frieden leitet,.. ■, Als Wolk' und Feuersäule wacht. Der Feinde Schwarm versank mit Grausen Vor ihren Augen in das Meer, Die Wasser deckten sie mit Brausen, " ’ Nicht wieder gab's die Leute her. Und Israel sang mit Jubelschalle Das erste junge Freiheitslied, Wie Gott den Feind gebracht zu Falle Und Freud' durch seine Seele zieht. Natur und Menschen. Beid' empfinden Der Sehnsucht Macht, der Freiheit Drang, Und frohen Blickes sie es künden ' Durch Freudenlied und Festgesang. Laß niemals die Erinnerung schwinden . Und. dank ans tiefstem Herzensgrund Dem Herrn, der Wege stets kann finden Zu thun uns Seine Wunder kund. , - -' - Und wenn er Trübsal uns gesendet,; Die Geist und Leib gefangen hielt, So hat Er's gnädig auch gewendet. Der Herr, der unser Speer und Schild. Und wie mit jedem jungen Lenze - Die Flur sich schmückt mit jungem Grün, So flechten wir der Freiheit Kränze . Zum Fest mit dankerfülltem Sinn. . - Rosa Ludwigs; r-

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