Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 30 (14.4.1902)
- Date
- 1902-04-14
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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680 Südafrika's große Verdienste erworben und bekleiden heute in allen Verwaltungszweigen des Landes angesehene Stellungen. Am Schluffe der lesenswerthen Abhandlung lobt der Verfasser das Abhandensein jedes Antagonismus im „sonnigen Südafrika," und gibt der Hoffnung Raum, daß auch in Zukunft daselbst religiöse Gegensätze unbekannt bleiben mögen. Egypten. Alexandrien. Man schreibt der „Alliance isr.": Wir hatten dieser Tage hier unsere kleine „Ritualmordbeschuldigung." Wir verdanken sie nicht dem schlechten Willen, sondern dem Fanatismus eines unwissenden Pöbels. Das Ereigniß trug sich im Viertel Hamamil zu, wo eine bunte Bevölkerung von Griechen, . Sizilianern und ausgewanderten rumänischen Juden wimmelt. Ein griechisches Weib weint und schreit. Eine Jüdin,, ihre" Nachbarin, fragte sie nach der Ursache. „Ihr habt mir mein Kind genommen, Ihr wollt es zu Euren Ostern morden, gebt es mir zurück! Zu Hülfe, meine Brüder!" Sogleich war das ganze Viertel in Bewegung. Die Griechen versammelten sich und besprachen die Sache. Der Vater des Kindes, Demosthenus Brok, hatte die Polizei benachrichtigt. Während seiner Abwesenheit fand sich der verloren geglaubte dreijährige Kleine wieder ein. Als der Vater ihn später erblickte, wollte er ihn in seiner Wuth schlagen, worauf den jammernden Kleinen unser Glaubensgenosse Isaak Mlawar in seine Arme nahm, um ihm vor den zu erwartenden Schlägen zu schützen. Vielleicht hat er. auch, nachdem er das Kind angetroffen hätte, es feinen Eltern zugeführt. Wie es auch sein möge, seine Güte wurde schlecht belohnt. Die Griechen umringten ihn und schrieen: „Da ist der. Jude, der das Kind fortgenommen hat!" und die Rasenden ergriffen den armen Mann und schlugen ihn krumm und lahm. Er war in einem sehr traurigen Zustande, als er im Karacal (Kommissariat) anlangte. Alle Griechen zeugen einstimmig gegen ihn, die Unglücklichen sind in der Mehrzahl überzeugt, daß der arme Milawar versucht hat, sich des Kindes zu bemächtigen, um ihm das Blut zu entziehen. Das Zeugniß der Polizeidiener, welche, ihn festgenommen, bestärkte noch das der anderen. Der Jude hat daS Kind weggenommen. Ein einzelner italienischer Zeuge sagte zu Gunsten unseres bestürzten Glaubensgenossen aus. Alle Zeugenaussagen wurden in ein Protokoll ausgenommen, welches dem Gerichtshof zugestellt wurde. Isaak Milawar wurde unter Kaution, in Freiheit gesetzt. Ohne Zweifel wird diese Sache basd .durch .die^ Verwirrung der unwissenderr und fanatisHn.Ankläger..zu.Ende kommen.':.7 - sich zur Ausgabe -gewachst hat, dre indische. Ju^nssder Kolonie zu Handwerkern auszubilden. Seit ihrer Gründung hat diese Gesellschaft fteilich nur 300 Schüler können ausbilden lassen, von denen die Mehrzahl heute selbstständige Handwerker sind, aber in den letzten 7 Jahren ist das Interesse der Juden in der Stadt Algier 7 mehr und mehr für die Gesellschaft erweckt worden und sie hat jetzt nicht weniger als 70 junge Leute jährlich in Pflege, die zum größten Theil die Handwerke erlernen, welche bisher unter den Juden nicht sehr zahlreich ver-' treten sind: nämlich die Klempnerei und die Eisenbearbeitung. Eine Anzahl ihrer Pfleglinge hat außerdem^ die Gesellschaft in der Ackerbaüfchule in der Allianz in Djedeida bei Tunis untergebracht. 7 1 ' J :. MllHrUllllgen aus Heu Mi». Ameuutteim uud M dleseldeu. 1; (Sämmtliche jüd. Wanderbettelvereine uns «allen für Durchreisende find gebeten» uns MittheUnnge» über Erfahrungen, die fie auf dem Gebiete ihrer . Thätigkeit mache«, zukommen zu lassen.) , 7 Schenklengsfeld, 8. April Warne, hierdurch. Armenkassen und Gemeinden vor einem Schwindler.. Derselbe besitzt ein Zeugniß — angeblich von dem Gemeindevorstand in Springen ausgestellt — nach welchem er Jsa k Kahn heißt, lungenkrank ist und sich, in sehr bedrängter Lage befindet. Nachdem er die hiesige Armenkasse und verschiedene Gemeindemitglieder geprellt hatte,' vermied er es, in der jüdischen Wirthschaft einzukehren, . begab.sich vielmehr in eine.andere, ließ sichdort auftischen und spielte mehrere Stunden Billard. . - . Nach eingezogenen Erkundigungen existirt in Springen keine jüdische Gemeinde, auch in Springe a. D.gibt es Niemanden unter dem Namen -Kahn. „Zeugniß mit Unterschrift und Stempel sind also gefälscht." Der Schwindler besitzt auch Papiere mit dem Namen Leopold Lehmann, Springen^ die er im'November v. I. hier vorzeigte. Der Gauner hat Mittelgröße, ist etwa 48—50 Jahre alt, trägt schwarzen- Vollbart und versucht zu hüsteln. Sollte Jemand den frechen Gesellen abfassen und ihn der Polizei ausliefer» können, so bitte ich/mich davon zu-benachrichtigen.; I. Grünew a l d, Schenklengsfeld. . vermischtes. Berlin. (Russische Rabbiner gegen den Zionismus). - Wie der russisch-offiziöse „Warshawskij. . Dnjewnit" jüdischen Blättern entnimmt, habe» mehrere Marsch au er Rabbiner' die riöntstisch e-'Pdeffe ^-' mit dem „Cherem" belegt und diein öe»i ShnagützSkr' «ck und jüdischen Gebethäusern bekannt gemacht. LÜLÄv.-no zdn;vv i AuS Hamburg wird.;u»s gejchriebem.daß.HerrrAdplf^^ H k an Yi 11m (rO«tH4tAH Sm - '-fix -**** 7^§^inParis.neben.Rothschlldhegrabeurs8iweud«rchat^j-ss ' .«tu 1 i| M. G. in A.r Mk. 6.60 dankend empfangen. -W