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Der Israelit · 1902-04-14 · Heft 30 (14.4.1902) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 30 (14.4.1902)
Date
1902-04-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Gentrac-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. J \ Begründet von , ,; \\ , . Dr. ITfc&matm in Wtstrrz Montag, den 14. April SSSS (1«Ü2). Die vier Söhne der Hagada. Betrachtung von Rabbiner Dr. M. K. in E. -.</y i..' Sie sind wieder gekommen, die lieben, guten und vertrauten Gestalten der Hagada. Ein jedes Kind begrüßt sie mit lebhafter Freude; erinnern sie ja an jene innige, gemüthliche Feier des Sederabends, und verheißen sie dem Kinde so manche sonst nie zu erlangende Vergünstigungen und Annehmlichkeiten." Ihr Aeußeres -hat sich dem Sinne der Jungen wie der Alten fest eingeprägt nach den alterthümlichen Darstellungen, die sich auch in unsere modernen Hagadaausgaben herüber ge-, rettet haben, und wir sind so vertraut mit ihnen, als ob sie nicht jährlich, sondern täglich unsere Gesetze waren. Darum hat der psrseine abschreckenden Eigenschaften fast eingebüßt, er ist harmlos geworden, wie die anderen drei. Ja, er scheint nicht einmal so ganz unrecht zu haben mit seiner etwas derben Frage. Und der Chochom, nun ja, er ist ein aanz braver, gutmüthiger Geselle, aber er langweilt ein bischen mit seiner jedes Jahr wiederholten, wohlbedächtigen und ausführlichen Fragestellung. Ueber den Tham in seiner kleinen UnbeholfeNheit gehen wir wohlwollend hinweg zu dem Sche eino jodea lischol, dem wir aufrichtig zugethan sind; denn wer liebt nicht Kinder zwischen 3—4 Jahren, gar wenn sie so anmuthig mit den Aermchen und Händchen zu sprechen scheinen, wie wir es in unseren alten Hagada's dargestellt finden. Sollten aber unsere Weisen, welche die Ordnung der Hagada so wohlweislich festgesetzt, nicht anderes im Sinne gehabt haben, als sie diese vier Gestalten der Hagada einfügten, . denn ein heiteres Zwischenspiel zu schaffen? O nein. Da waren sie selbst viel zu ernst, die Sache viel zu heilig, die Gelegenheit zu. erhaben. Vielmehr wollten sie uns das Wichtigste, was es wohl für Menschen und ganz besonders für Eltern und Erzieher gibt, lehren, nämlich Menschenkenntniß und die Kunst, Menschen zu belehren und zu bilden. Und all' das Köstliche, das sie gefunden und errungen haben, schrieben sie nicht ihrer eigenen Tüchtigkeit zu; sie wollten es nicht zu ihrem eigenen Vortheile verwenden, sondern stellten es in den Dienst ihrer Thora; schrieben ihre Erkenntniß der Weisheit und Güte ihres Gottes zu. Deßhalb dankten sie auch der Gnade der Vorsehung, daß sie bereits in der Thora von jenen vier Arten von Menschen gesprochen habe, damit nicht später Israel sich wundere und entsetze darüber, daß es auch owr böswillige, trotzige Sünder, bEb rnv U'ue» noch nicht^ einmal zu einer geordneten Fragestellung fähige, unwissende Leute in seiner Mitte gäbe. Zugleich gibt die Thora auch an, wie man ihnen gegenübertreten muß. d^> jixH mr»n no *wsw nh no sw Was sagt der Böse? „Was sollte Euch dieser Knechtesdienst?" Zwei Wörter sind es, .welche'dieser Frage den Charakter der Böswilligkeit und den Ton der Ueberhebung verleihen. Jenes oabr „Gott hat „Euch" geboten, aber nicht mir" und die Bezeichnung rrop ,,e§ ist ein sklavischer Dienst," den ihr da verrichtet. Ja, meine Freunde, der svi ist aufgeklärt; er weiß, daß es unter den Menschen eine Wissenschaft gibt, die keinen Gott anerkennt; er weiß wohl, daß den Bekennern solcher Weltanschauung der Mensch als höchstes aller Wesen gilt, daß sie selbst sich Herren d-L Weltalls dünken und darum sagt und denkt auch er: „In den Himmel steige Ich hinauf, über die Sterne der Urwelt erhebe ich meinen Thron und sitze auf dem Throne,, wo sonst die Götter zusammen gekommen sein sollen; an den Seiten der Geheimnisse. Ich erhebe mich über die Höhe der Wolken, ich vergleiche mich dem Höchsten." (Jesaja 1. K., 13—14.) In feiner Ueberhebung erkennt er auch kein Gesetz und keine Schranke an. Ihm gibt es kein Sittengesetz, für ihn keine Liebespflicht; er ist ja Gott und s e i n e Willkür ist das Gesetz. Seine Nebenmenschen sind untergeordnete Geschöpfe und nur gut genug, von ihm'sich:

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