Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 29 (10.4.1902)
- Date
- 1902-04-10
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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43. Jahrgang k'W t. Reformgedanken von einem rheinischen Tchulmanne. . virr-m twn csb mn ernnn „Diese Erneuerung sei E u ch ein Anfang von Erneuerungen," gebietet uns der Anfang des diese Woche aus dem zweiten Buche verlesenen Gesetzes. Schon die Erklärer in dernn^-rv weisen darauf hin, daß trm nicht in erster Reihe „Monat" bedeutet,- daß der Vers uns sagen will, die Monatserneuerung sei czbv rrvun Euer Vorbild, während der rwp d. h. der in Wasser fallende Sonnenstrahl Erinnerungszeichen, der ganzen Menschheit sein soll, ihr kund zn thun, daß selbst in trüben Zeiten der Sonnenball seine heiteren Strahlen nicht zurückhält. Während also zum Wahrzeichen der Menschheit der in immer gleicher Größe leuchtende Fixstern, eingesetzt wurde, lautet das erste Pflichtgebot an das jüdische Volk, den in stetem Wechsel fich uns zeigenden Trabanten der Erde, den dunkeln Mond, sich zum Muster und zur Richtschnur zu nehmen. Entspricht dennnicht auch die jüdische Geschichte den Phasen des Mondes? Hingegen begann nach jedem Nullpunkte auch wieder die steigende Tendenz. In solch' wechselvollem Wandel hat sich das alte Kulturvolk bis in's zwanzigste christliche Jahrhundert hinein bervegt. Wir bitten zwar allmonatlich n *p:cbö pn w uiyc w xVi nr:s rsxfah »ist „Möge Gottes Wille sein, die Lücke des Monats derart auszufüllen, daß keine Verkleinerung mehr erfolge!" Wir nehmen aber mit Mißmuth und Verstimmung wahr, daß die Mondlücke immer größer wird, ohne daß Anzeichen dafür vorhanden sind, daß auch die znnehnrende Phase wieder in Sicht kommt. Wir treffen ganze Gegenden, in denen das altjüdische Licht geradezu zu. erlöschen droht. Trotz alledem verzagt der echte Jude nicht. Gerade zur rechten Zeit fordert uns die frohe Lenzesbotschast auf: Den bleichen Mond nehmt Euch zum Muster! Er führt aus Finsterniß und Dämmerung immer wieder zum heiteren, milden Lichtesschimmer. An die Führer und Leiter Israels war und ist dieses Frühlingsgesetz gerichtet, Ihnen, liegt vor allem Und grundsätzlich die Hut' und die Pflege des Lichtes ob. •eitnn wn emnn , > 11. Dem Volke, der Gemeinde aber ward' zugerufen: „Am 10. d. M. sollen sie alle ein Lamm nehmen für; ein Elternhaus öder ein Lamm für das Haus./Wenn aber das Haus für das Lamm z ir k l e i n' wird, so nehme er und sein Nachbar, der seinem Hause nahe steht, durch Hinzuzählung von Personen; jeden nach Maßgabe seines Essens sollt Ihr zu dem Lamm hinzuzahlen!. Die Zeit ist nun da, von welcher Vers 4 dieses Gesetzes spricht. Der Einzelne ist zu schwach geworden, allein das Opfer zu bringen; denn sein Haus ist zu klein, so spricht der Coalitionsgeist der Neuzeit, um den verschiedenen Anforderungen nachzukommen. Air leben im Zeitalter der Konsortien und Trusts; sollen ' wir dieses Vereinigungssystem, das Uns schon bei der Gründung des jüdischen Volksvereins in Mizräim nahe gelegt und empfohlen wurde, nicht auch einmal zum Wohle des wahren Judenthums anwenden? Mensch sein heißt. Kämpfer sein, sagt Göthe, und Israelit sein heißt Gotteskämpfer sein, lehrt die Thauroh. Wenn schon dem ersten jüdischen Führer empfohlen wurde, seinen Nachfolger zu kräftigen und zu stärken, um wieviel mehr sollte diese Kräftigung für uns schwächliche Epigonen vonnöthen sein! v'pmiv jA» ' v'pmiv p». Man soll und kann nur solche stärken und kräftigen.-die bereits zum Theil gestärkt sind, bemerken unsere Weisen zu jener Stelle. Auf unsere Zeit angewendet, dürfte dieser Rath folgendermaßen zu beherzigen sein: Spräche auch Jemand mit Engelszungen, er würde schwerlich einen,.!Ane, einen ms'-.v '»')», einen irb m don feinen Gewohnheiten abbringen. Opfern wir lieber unsere Kraft, sei sie geistig oder materiell, denjenigen Brüdern, die nur mit aller Mühe und Noth, unter denschwersten Entbehrungen den Pflichten des jüdischen Gesetzes und den Anforderungen der Zeit Nachkommen' können. Stehen wir mit Rath und That allen denen bei, die gerne als Juden leben, wollen und es nur schwer können, stärken wir vor allem diejenigen Brüder, .die in ihrer Eigenschaft als Juden unserer Mithilfe bedürfen. bx nnpn vatn xn npbi rwo mim nmn vvv' vm .MVV2 NV2V2 IN».. . - III. V.:;: Es sind keine neuen Vorschläge, die hier vernommen werden; sie sind sogar schon zum Theil realisirt worden, aber nur als schüchterner Versuch, nicht als kräftiges System. Im Lande der ' roihen Erde, also derjenigen preußischen Provinz, in der wahrscheinlich die wenigsten gesetzestreuen Jehudim lebest/ wurde mit kühnem Muihe und gutem-Geschicke das Experiment erprobt, sämmtliche Jehudiin unter das alte Panier mit dem bewährten Motto Arr '.nb m zum Kampfe gegen daS goldene Kalb, gegen Gleichgiltigkeit -Und Nächatzmüngswuth zu sammeln. 'Praktische Arbeit im'Sinne der Thaüro ' sollte geleistet werden, üm den dorten in zwiefacher Diaspora lebenden Brüdern durch die^That beizustehen; Nunmehr rüstet'sich stuch die Schwesterprovinz Rheinland, dieselbe Politik der Sammlung, zu .. ."