Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1902-04-03 · Heft 27 (3.4.1902) · page 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 27 (3.4.1902)
Date
1902-04-03
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2449795-2449821--55673-2518356
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ohne Nachricht gelassen; von ihnen war zuleht 1 in Oesterreich und 1 in Transvaal. In verschiedenen Fallen sind wir im vorigen Jahre genöthigt gewesen, Lehrlinge, die nur kurze Zeit in der Anstalt waren, theils auf eigenen Wunsch, theils weil wir von der Lehre keinen Erfolg voraussahen, wieder zu entlassen. Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß sich nur solche junge Leute als Gärtnerlehrlinge in unserer Anstalt eignen, die körperlich durchaus gesund, dabei geistig normal entwickelt sind und beim Eintritt sich innerhalb der Altersgrenze von 14—16 Jahren befinden. Wenn diese Grenze überschritten ist, so pflegen sich junge Leute selten der Disziplin, die zur Erziehung eines Lehrlings nöthig ist, zu fügen. Mehrfach wahrend des letzten Jahres sind von Staatsbehörden Anfragen an uns gestellt worden, ob wir bereit seien, Knaben aufzunehmen, die auf Grund des sog. Fürsorge-Gesetzes einer Anstalt zur Erziehung überwiesen werden sollen. Wir geben im Nachfolgenden die Antwort wieder, die wir auf eine solche Anfrage ertheilt haben: „Ew...... beehren wir uns, hierneben ein Exemplar unseres Statuts zu überreichen und erlauben uns, unter Hinweis auf § 2 desselben, ganz besonders hervorzuheben, daß unsere Anstalt den Zweck verfolgt. Kinder armer Glaubensgenossen dem Klein- und Hausirhandel zu entziehen und sie im Handwerk und in der Bodenkultur praktisch zu unterweisen und heranzubilden; solange dieselben noch schulpflichtig sind, erhalten sie den regelrechten Unterricht einer Volksschule. Unser Bestreben ist darauf gerichtet, jeden Zögling, der bei uns zur Aufnahme angemeldet wird, aufzunehmen, und wir thun dies, soweit der zur Verfügung stehende Raum und unsere Mittel solches zulassen, und wenn es sich nicht um so sehr verwahrloste Knaben handelt, daß ihre Aufnahme eine Gefahr für die Erziehung der übrigen Zöglinge bilden könnnte. Demgemäß wird sich ein gewisser Theil der Fürsorge zu überweisenden Zöglinge zur Ausnahme in unsere Anstalt nicht eignen; jedoch sind wir durchaus nicht abgeneigt, solche Knaben aufzunehmen, deren Verwahrlosung noch keinen zu hohen Grad erreicht hat. , Als Vergütung werden wir bis auf weiteres, neben einer einmaligen Einkleidungsentschädigung von 45 Mark, jährlich 300 Mark berechnen." Aus dieser Antwort bitten wir zu entnehmen, daß unsere Anstalt gern bereit ist, die Ausführung des fraglichen Gesetzes zu unterstützen, soweit, nicht etwa die Lage des einzelnen Falles uns mit Rücksicht auf unsere übrigen Zöglinge gebietet, dem der Fürsorgeerziehung überwiesenen Zögling abzulehnen. . Im Durchschnitt fanden sich während des Jahres IM 78 Zöglinge in der Anstalt, gegen 75 im Jahre 1900. Beim Bau des neuen Mädchenhauses, dessen Pläne wir in Gemeinschaft mit den verehrt. Mitgliedern des Damenkomitees festgelegt hatten, ist bei der günstigen Witterung schon im Laufe des Winters begonnen worden, und wir hoffen, vor Ende des JahreS . 1902 das Haus fertig stellen zu können, um .sodann mit der Aufnahme von Mädchen zu beginnen. An größeren Geschenken sind eingegangen, bezw. zugesagt: Mk. 40,00 aus dem Nachlasse des Herrn Jakob Plaut in Nizza, theilweise durch ihn selbst verfügt, theilweise laut Verfügung des Familienraths. 15,000 Mark aus dem Marcus Nordheim'scksn Nachlaß. 10,000 Mk. von Herrn und Frau Sartorius Reinhold, hier, zum Andenken an die verstorbenen Eltern der Frau Reinhold, Adolf und Meta Levy. Mk. 10.000 von Herrn Konsul Simon. Hannover. Mk. 5000 von Herrn Eduard Cohen, Frankfurt a. M> Mk. 5000 von Herrn Geh. Kommerzienrath Arnhold, Berlin. Noch weitere Mk. 6000 sind uns von einem Freunde zugesagt worden.;; Die Kosten des neuen Mädchenhauses ohne die erforderlichen Anbauten, als: Waschhaus, Stallung für einige Kühe etc. und ohne die innere Einrichtung sind auf rund 90,000 Mark veranschlagt. Wir müssen aber außerdem noch ein Gebäude errichten, welches die Schulräume für sämmtliche Kinder (Knaben und Mädchen, zusammen), eine Turnhalle und einen großen Betsaalausnehmen soll. Auch für dieses Gebäude besitzen wir die Mittel noch nicht, und wir richten daher die dringende und herzliche Bitte an unsere Freunde, uns durch größere Spenden die Erbauung dieses Hauses zu ermöglichen. An sonsügen einmaligen Beiträgen vereinnahmten wir im Berichtsjahre rund 14,200 Mk. Die' jährlichen Beiträge unserer Freunde haben im Jahre 1901 rund Mk. 14,200 betragen. '',, Englan d. London, im März. Anläßlich der bevorstehenden - Krönung des jetzt regierenden Königs von England, die im Sommer dieses Jahres stattfinden wird, bringen mehrere Blätter die bei solchen Gelegenheiten üblichen Festlichkeits-Programme in Erinnerung, die in dem konservativen England schon durch ihr hohes Alter geheiligt sind. Eine der interessantesten Nummern dieses in größtmöglichster Pracht sich vollziehenden Aktes ist die Prägung und Verteilung von Krönungs-Medaillen, wie sie wohl auch in anderen Staaten üblich sind. In England wurde die erste Krönungsmedaille beim Regierungsantritte des Königs Eduard VI. im Jahre 1646 geprägt. Dieselbe trug die Inschrift. in lateinischer Sprache auf der einen Seite und in ginechischer und hebräischer Sprache auf der anderen. Der Text der letzteren lautet nach der Mittheilung des Fach- ' blattes „The Sphere," welches in einer seiner jüngsten NumMLrn-"rin Facsimile dieser Medaille revroducirt. ' folgendermaßen:.' - - I - sw wo*m 1V3M1V, vcfxnt •fio vTibrr jra wi cm,-re; rnw» vwi wrrrni Vnpn pien :nxo«ri

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.