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Der Israelit · 1902-07-10 · Heft 55 (10.7.1902) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 55 (10.7.1902)
Date
1902-07-10
Page
– (sequence 12)
Language
German
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daß anzunehmen ist. daß in Zukunft alle Rabbiner zu unseren Versammlungen kommen werden; ich, als Zionist, stimme auch Herrn Dr. Bär zu, daß Religion nicht Privatsache sein darf. Die Zionisten muffen hierin auch zu uns kommen und diesen Rath möchte ich den Führern ertheilen. Schlußwort des Herrn Rabbiner Dr. R ü I f: Ich habe zu dem Anfangs Gesagten, daß meine Kollegen im Herzen gute Zionisten sind, nichts hinzuzufügen. Die Ausführungen Bär's und Goitein's haben gezeigt, daß wir alle gute Zionisten sind. Der Leiter der Versammlung, Herr Sondheimer, schließt nach 12 Uhr Abends die Versammlung, die ruhig und sachlich ver laufen ist. Aus Württemberg, 2. Juli. Der 71. Bericht der israelitischen Waisenanstalt „Wilhelmspflege" in Eßlingen pro 1. April 1901—1902 ist wieder ein recht befriedigender und verzeichnet einen gleichmäßigen Gang in Haus und Schule. Der Unterricht erfuhr im Zeich^ nen und Handfertigkeit beachtenswerthe Verbefferungen. Die Zahl der Zöglinge beträgt zwanzig. Vereinnahmt wurden an Legaten 4637 Mk., Zinsen 13,616 Mk.. Spenden und Beiträge 7910 Mk. Ihre Majestät die Königin hat dem Sparhafen der Kinder 40 Mk. gespendet. Verausgabt wurden für Lebensmittel 6906 Mark, Besoldungen 3961 Mk., Baukosten 1361 Mk.. im ganzen ca. 20,000 Mk.. wovon wieder Kostgeldansätze abgehen. Das Vermögen ist auf 426,628 Mk. angewachsen. An der Anstalt wirken der Hausvater Lehrer Rothschild und Hilfslehrer Adelsheimer. Ungarn. Prestburg, im Juli. Die hier seit zwei Jahren bestehende humanitäre Anstalt zur Heranbildung israelitischer Krankenpflegerinnen hielt dieser Tage unter dem Vorsitze des Primar-Arztes Dr. Jacob Fischer ibre zloeite Jahresversammlung ab. Die bisherige Thätigkeit der Anstalt hat sich hauptsächlich auf die theoretische und praktische Ausbildung der Krankenpflegerinnen beschränkt. Den Unterricht ertheilen außer dem Vorsitzenden die Herren Dr. Samuel Fischer, Dr. Carl Glaser. Dr. David Hechi und Oberlehrer Bernhard Spitzer. Die praktische Ausbildung erhielten die Pflegerinnen mit Genehmigung des Direktors, Sanitätsrathes Dr. Josef Pantocsek, zumeist im hiesigen Staatskrankenhause. Nachdem zwei Pflegerinnen die Prüfungen mit vorzüglichem Erfolge absolvirt haben, wurden sie zur Privatpflege zugelaffen und stehen dieselben jüdischen, eventuell auch andersgläubigen Familien. und zwar für Arme unentgeltlich, für Wohlhabendere gegen eine entsprechende Entlohnung, jederzeit zur Verfügung. Die Versammlung votirte den genannten Herren, sowie den Prüfungskommiffären Dr. Stein und Dr. Löwy den Dank. Das Vorstandsmitglied der.israelitischen Kultusgemeinde, Herr David Naß, sprach im Namen des Vorstandes dem Vereine den Dank dafür aus. daß unseren jüdischen Kranken endlich auch geschulte jüdische Pflegerinnen zur Verfügung stehen. Der Vermögensstand beträgt 16,000 Kr., an Mitgliedsbeiträgen und Spenden sind im abgelaufenen Jahre je 1000 Kr. eingelaufen. — Die „Preßburger Zeitung" schreibt: „Es freut uns. das Gedeihen dieser Anstalt zu konstatiren, welche nicht nur dazu geschaffen ist, unseren israelitischen Mitbürgern einen neuen und edlen Lebensberuf zu erschließen, sondern in Folge ihrer überaus löblichen, humanen Tendenz sich auch dem Gemeinintereffe nutzbar erweist." Diesen warmen Worten der Anerkennung haben wir noch hinzuzufügen, daß wir die kräftigste Unterstützung dieser Institution für höchst wunschenswerth halten. vermischtes. Rijitra Novak, 6. Juli. Am 6. d. erschien der hiesige Bäcker, der sich vor Jahren taufen ließ und zur katholischen Religion übergetreten ist. beim hiesigen Rabbiner H. R eich, mit der Bitte, er möge Anstalten zu seiner Wkederbekehrung treffen, denn er bereue seine unüberlegte That. Diesem Ansuchen hat der genannte Herr Oberrabbinrr in in Gegenwart eines TU auch Genüge geleistet. BriefraSen der Kedaetto«. I. S. in Nyttra Novak: Adreffen lauten: Nathan Singer, Marseille. 63 rue Forlan. I Grommer, Paris, Avenue de Gobelins 1. D. M. in P.: Ist uns nicht bekannt. S. G. in N-: Bedauern für die Broschüre keine Verwendung zu haben. Keues -vornehmes Pensonsbaus I. Ranges unter Aufsicht Sr. Ehrw&rden Herrn Rabb. Dr. Auerbach, Halberstadt, mit Genehmigung Sr.Ehrw. Herrn Landrabbiner Dr. RUif, Braunschweig. Streng rituelles Etablissement. Am Walde an sebSnst. staubfreier Lage, 46 Salons mit Balkons der Neuzeit elegant eingerichtet. Bekannt anssergewOhnllch gute Koche. Diners und & la carte zu jeder Zeit, volle Pension mit extra guter Verpflegung incL Wohnung von 6,50 Mk. an. Jeden Samstag Gottesdienst in eigener von Herrn Professor Geb, Hannover, erbauten Synagoge Ina Parke des Hotels. [3769 Geöffnet vom 1. Mai bis 1. Oktober. Besitzer: 3Xsx Hecht. Neu eingegangene Bücher. (Besprechung Vorbehalten.) Brandeis' illustrirter israelitischer Bolkska len der für das Jahr der Welt 5663 (1902—1903). Eigenthum u. Verlag von Jakob B. Brand eis, Präg. Predigt, gehalten beim Festgottesdienste am Samstag den 8. März 1902 aus Anlaß der hundertjährigen Gründungsfeier des Wohlthätigkeitsvereins .Chewro Kadischo de Metbarim' von Rabbiner I. Glaser. Straßburg i. E. 1902. : Alt-Lemberg. Von Nathan Samuely. Wien 1902. Verlag der »Oesterreichischen Wochenschrift".

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