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Der Israelit · 1902-03-27 · Heft 25-26 (27.3.1902) · page 28

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 25-26 (27.3.1902)
Date
1902-03-27
Page
– (sequence 28)
Language
German
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Mtarbeitern abgesehen, z. B. an Fasttagen, wenn das sonst zur Fabrik gebrachte Morgenessen ausfiel, hatte ich jahraus, jahrein, im Winter, wo ich um 6 Uhr im Atelier stehen mußte und daher mein Morgengebet nicht zu Hause verrichten konnte, alle Mühe in der 8 Uhrpause in einem füllen Winkel meine Thephillin zu legen und zu beten, und mutzte ich oft alle meine Findigkeit aufbieten, um nicht von übelwollenden Mitarbeitern in der Andacht gestört zu werden. Und wenn . an einem Freitag Abend im Winter, wenn die Nacht früh hereinbricht, eine Maschine fertigzustellen oder zu montiren war oder auswärts gerade am Samstag eine gelieferte Maschine zusammenzusetzen oder ein Schaden an einer solchen auszubessern war, so hatte ich manchen Vorwurf meines Meisters hinzunehmen, wenn ich z. B. vor Sabbatanfang mein Arbeitszeug zusammenpackte und die andern damit übel oder wohl fertig werden ließ. Passirte es mir doch einmal, daß bei einer dringenden Bestellung der Meister, dem Pförtner verbot, mir an einem solchen Freitag-Nachmittag das Thor zu öffnen, weil meine Mithülfe noch unbedingt nothwenvig wäre, und ich nur in Folge meiner Betheuerung, daß ich unter keinen Umständen . noch ein Handwerkszeug anrühren würde und auf Fürsprache des herbeigeholten gutmüthigen Fabrikherrn schließlich doch herausdurste. Mein religiöser Starrsinn mußte meinen Vorgesetzten um so auffälliger erscheinen, als sie wußten, wie sehr ich mit meiner großen Familie, Frau, mehreren unerwachsenen Kindern und von mir unterstützten Eltern sammt Schwiegereltern, von ihrem Wohlwollen abhängig war. Bei einer Kündigung ihrerseits, der ich doch bei solchem Auftreten immer gewärtig sein mußto, wäre ich ja vollständig rathlos dagestanden. Ich hatte die Wahl zwischen religiöser Pflicht und Brod. Die. Wahl ist mir gottlob nie schwer gefallen. Um so wohler? war es mir dann nach solchen Auftritten in meinem Freitagabendstübchen bei Lichte der funkelnden Sabbatlampe, und um so freier und gehobener fühlte ich mich an unserem Gottgebotenen Ruhetage. Holte ich doch die versäumte Arbeit leicht am Sonntag Morgen oder durch- Ueberstunden nach und verdiente ich bei stückweiser Bezahlung doch schließlich ebensoviel, wie die anderen. < .. Ich schreibe diese Erinnerungen im Kreise fröhlicher. Kinder, Kindeskinder und Urenkel nieder und hat mir die himmlische Gnade über gar viele Lebenschikanen soweit hinweggeholfen und einen zufriedenen Lebensabend beschieden. Möge sie mir auch weiter beistehen. Der Zweck dieser Zeilen wäre erreicht, würdest Du, o theurer Leser, in dieser Zeit der allgemeinen Sabbatfahnenslucht voraus die Wahrheit der Worte unserer Weisenbestätigt finden, daß der himmlische Vater jeden Menschen den Weg führt, den er sich selbst gewählt hat. Hast du den festen unabänderlichen Vorsatz, nur in Gottes Wegen zu wandeln, so steht dir die göttliche Gnade in allen Nöthen bei und sie hilft dir dein Ziel zu erreichen, ohne Anstoß. Und lvcnn auch nur einer meiner Leser, der, Gott behüte, im Begriffe steht, aus Kleinmuth sein bestes Gut, den Sabbat, für irdischen, problematischen Gewinn preiszugeben, durch diese Zeilen seinen Weg rückwärts zu jenem glückbringenden Kleinod, genannt Schabboth, wieder finden könnte, so sind sie nicht umsonst geschrieben. ' ' -.mr M n % e i T s n. Für den folgenden Theil ist die Nedaction nicht verantwortlich. Dir Nedaction unternimmt niemals eine Prüfung in Sejngaus die rltneUe ZuverlässtgkrU der angrvriefenen Wa reu. die Kcsteher habe», wenn sie in dieser Hinsicht gesichert sein wollen, die Anpreisungen. Reserenren etc. selbst einer Controle zn nnterwerfe». Schtust der Inseratenannahnrellt stets: für die Montagsnummer, Sonnrag Früh v Uhr» für die Donnerltagsnmnmer, Mittwoch M itt.,g IS Uhr. , Unser Klatt gelangt rrgrlmiWg Montag und Donnerstag in den Abendswnoen rum Versandt. Reklamationen wegen \n späten Eintreffen» de- ' liebe man bei der betreffenden postanstalt ja machen. Offerten auf Ghlfferannoucen werden täglich, mit Ausnahme von Sqmltaa und Sonntag, writerbefördert. Isr. NüäLLsiL-k'tziLZLoAut Bad Cleve, Steinweg 17. Aum 1. Hlovembsv.1901 rreu errichtet. Gründl. Anleitung im Führen eines feinen Haushaltes» Kochen, Handarbeiten, Schneidern, Wäschenähen, unter Leitung einer akademisch auSgebildeteu Kraft. Gesellschaftliche Ausbildung. Auf Wunsch Musik u. Sprachen. Ia. Referenzen. — Näheres durch die Vorsteherin [7117 Frau Wwe. S. Golvschmidt. - S8MmLttcheWtmren als Pflaumen. Dirnen, Ayfelfchnitz. Kartoffelmehl. Hücker. Hamb. ' Bolchen- KfiocoTo.be, Caeao. Spiritus. Liaueure. Gemuse-Conserven und Früchte vrtt iS2n des klndvinatS d. 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