Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 25-26 (27.3.1902)
- Date
- 1902-03-27
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2449795-2449820--55635-2518287- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
von religiösem Zelotismus, wenn auch ein unverbrüchlich greller Anhänger seines calvinischen Glaubens, j Wenn in jenen bewegten Zeiten auch so Manches ge- I schah, was noch der Aufhellung bedarf, so kann doch ' mit Bestimmtheit gesagt werden, daß Tisza durch die Konzession, welche in der Veranstaltung jenes Prozesses gelegen war, dem Judenthum vor Allem zu nützen bestrebt war, weil er ihm Gelegenheit bot, die schmählichen Anwürfe öffentlich zu widerlegen. iuianien; Bukarest, 24. März. (MassenAuswanderung, von jüdischen Handwerkern.) Bluter den jüdischen Handwerkern herrscht große Erregung, die nicht bloß durch ihre mißliche materielle Lage, sondern auch durch die Besorgnisse veranlaßt wird, welche die Votirung des neuen Gewerbegesehes ihnen für ihr künftiges Schicksal einflößt. Sie befürchten, daß sie in Folge der Bestimmungen des neuen Gesetzes betreffend die Reziprozität bei der Aufnahme von fremden Handwerkern in die Corporationen bei der Erlangung des Rechtes zur Ausübung eines fremden Gewerbes größeren Schwierigkeiten begegnen werden, als selbst jene Fremden, welche Unterthanen fremder Staaten sind. Diese Furcht vor der Zukunft bringt es mit sich, daß die Idee der Massenauslvanderung in immer höherem Maße unter den jüdischen Handwerkern Platz greift. So werden,, einer freilich schwer kontrolirbaren Meldung zufolge, noch im Laufe dieses Frühlings allein aus der Hauptstadt 80 Gruppen von jüdischen Handwerkern, 8000 Personen umfassend^ auSwandern. Uersonalie«. Echzell, 24. Marz. Am Sabbat 1127 'v beging unser ältestes Gemeindemitglied, Herr Süßkind Simon. seinen 81. Geburtstag. Der Genannte hatte es verstanden, in jeder Beziehung sich die Sympathie seiner Mitmenschen zu erwerben. Sein herzlich freundliches Wesen gewann ihm die Herzen Aller. In hervorragendem Mahr hat er sich unr unsere Gemeinde als Mitvorbeter verdient gemacht. Schon seit 60 Jahren wirkte er als solcher. Namentlich an den hohen Feiertagen betete er vor. Seine kräftige, wohlklingende Stimme, der man sein hohes Alter unmöglich anmerken kann, seine schönen, altjüdischen Melodien begeistern seine Zuhörer oft in solchem Grade, daß er oftmals Gegenstand von Ovationen wurde. Man ehrte den hochbetagten und doch noch so rüstigen Greis, umso mehr, weil dieser für seine schätzenswerthen Dienste keinerlei Gebühren annahm. An seinem 81. Geburtstage betete er abermals vor. Die ganze Gemeinde war tief gerührt, als er mit altgewohnter Frische die Gesänge vor dem Ausheben der Thora anstimmte. In seinem Segensspruche bedachte er alle Gemeindemitglieder und spendete reichlich für die Armen. Nach dem Gottesdienste stürmte.. Alles auf den Jubelgreis ein und brachte ihm die Herz- '1 lichsten Glückwünsche dar. Möge dieses Gemeindemit-y glied zu Gottes Ehre, zu unserer Gemeinde Freude noch viele Jahre uns erhalten bleiben. - . . Kleinwallstadt, im März, Am 30 d. Mts. feiert Herr Kaufmann Liebmann Fre.und dahier das Fest des silbernen Ehejubiläums. Der geehrte Jubilar, der sich in den weitesten Kreisen besonderer Hochachtung und Werthschätzung erfreut, ist gleichzeitig seit 24 Iah-' ren Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde/ welches Ehrenamt er in selten umsichtiger Weise bekleidet, wie die unter seiner Leitung geschaffenen Institutionen beredtes Zeugniß oblegen. Möge es dem Jubelpaare vergönnt sein, noch lange im frohen Familienkreise " Tage der Freude, der Gesundheit, und des GlückeS zu" verbringen! .. Marienbah, 24. März. Am 16. April l. I. feiert hier ein Mann das Fest seiner 26jährigen Thätigkeit im Dienste der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde, Herr Carl K 0 hn. Schächter und Kantor. Trotz seines hohen Alters von 79 Jahren ist derselbe heute noch ünermüdlich thätig im Dienste. y^^yyy y;.; .'-'yy---' y Mögen dem Jubilar, der als ein Mann von die- . derem Charakter, als gewissenhaft und streng-religiösim Dienste nicht blos bei seinen Mitbürgern, sondernauch bei der Unzahl der Kurgäste des In- und Aus- -, landes, welche zu den Besuchern des Weltkurortes Marienbad zählen, bekannt und beliebt ist, noch viele Jahres in voller Kraft, in dauernder Gesundheit geschenkt sein, möge er auch diese verbringen können im Dienste der^ Gemeinde, zu deren Nutz und Frommen. vermischtes Künigftein (TaunuSI Die israelitische KulluSflemeinde beabsichtigt in diesem Jahre mit dem Bau einer Synagoge zu beginnen.; Briefkasten der Redaktion. A. M.r Leider nicht geeignet, y y;; Briefkasten der Expedition.; ' A. N. in F.: Mk. IS.— empfangen. - -- H. E. in CH : M. 8.S8 empfange». -y Unserer heutigen Nummer liegt' der Spiel» plan der „V. Hessischen Landeslotterie^ der Haupt» kollektur Max Schlemlngcry Mainz, bei, worauf wir hiermit unsere Leser besonders aufmerksam macheu. .