Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 25-26 (27.3.1902)
- Date
- 1902-03-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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48» Jahrgang. MSSLS«. für das orLhodore ZudenthuM 'von Ashmsnn in :. . : Do««erftag, de« 27. MLrz 5TT2 (1882). » Da mit dem 1. Aprtt 1902 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir unS, die ge- _ _ ehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machendaß nameMlich bei der Post daS Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. - In der Postzeitungsliste pro 1902 eingetragen unter Nr. 3792. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten; gegen Vorlage der Postquittung) erhalten das Blatt bis Ende dieses Monatgratis. - . Nnsere nächste Nnmmer erscheirrt der Oster - Feiertage wegen Domrerftsg, den 3. April. Rumänien. Wenn von den kleineren Staaten im Südosten mänien als auf denjenigen Staat hin, der unter der Regierung des aus dem Hohenzollern Geschlechte stammenden Königs Caro! I. die größten materiellen und geistigen Fortschritte gemacht habe und sich in dieser Beziehung vor den übrigen Staaten der Balkanhalbinsel vorteilhaft auszeichnet. Es unterliegt keinem Zweifel, : daß Rumänien im Vergleiche mit Serbien, Griechenland und Bulgarien als staatliche Organisation viel mehr gilt und gelten muß, allein der Hauptgrund hierfür liegt weniger in seiner geistigen, als in seiner militärischen Entwickelung, die Rumänien zu einem werthvollen Bundesgenoffen und gefährlichen Gegner macht. Umsomehr sollte ein Staat, der für seine Macht so viel Anerkennung erhält und verdient, darauf bedacht sein, auch der Gerechtigkeit innerhalb seiner Grenzen Geltung zu verschaffen.' Gerade in dieser Beziehung macht sich aber in dem Königreiche an der unteren Donau ein sehr bedenklicher Mangel bemerkbar. Wir sind in der letzten Zeit leider mehrfach gcnöthigt gewesen, auf Zweideutigkeiten in der Politik der rumänischen Regierung hinzuweisen und diese Zweideutigkeiten sind es hauptsächlich, die ein Vertrauen zu den Programmen und Zusagen der Machthaber in Bukarest - nicht aufkommen lassen.. Da war zunächst die Zückerfrage, bei deren Behandlung die rumänische Regierung nicht so vorgegangen ist,, wie man es erwartete und erwarten konnte. Nachdem auf Grund des Gesetzes vom Jahre 1896, welches den rumänischen Zuckerproduzenten eine Fabrikationsprämie von 16 Centimes für einy: Mckex aus/eine Reihe von Lahren zMgte,Mmhe^ Kapitalien in der Errichtung kostspieliger Zuckerfabriken L! in Rumänien angelegt worden waren, haben Regierüng und Parlament diese Zusage hinfällig gemacht, Indem sie - eine Exportprämie von gleicher Höhe einführten. Von. einer vorherigen Verhandlung mit den betheiligten Firmen oder einer Entschädigung derselben scheint man < völlig abgesehen zu haben, was sicher nicht als korrekt ' oder als gerecht angesehen werden kann.':: In noch auffallenderer Weise ist diese Politik der Ziveideutigkeit in dem Gewerbegesetze und in der Vorlage betreffend die Landpolizei zu Tage getreten. In Leiden Fällen handelt es sich um eine Beschränkung der Rechte eines Theiles der rumänischen Staatsbürger, wie : sie in einem modernen Staate nicht Vorkommen dürfte. : Nach dem Gewerbegesetze haben sich Fremde, um ihr Gewerbe selbstständig betreiben zu dürfen, nicht nur den Bestimmungen, die für alle Rumänen gelten, zu unter-, werfen, sondern sie haben auch den Beweis zu erbringen, daß im Lande ihrer Herkunft den rumänischen Handwerkern gegenüber Gegenseitigkeit geübt wird. Das erscheint auf den ersten Blick als eine durchaus gerechte Bestimmung und sie ist es auch, sofern wirkliche Fremde, d. h. Angehörige anderer Staaten, in Betracht kommen, y Nun werden aber bekanntlich in Rumänien die Staats- J. bürger. israelitischer Konfession, sofern sie nicht durch? einen., besonderen Beschluß des.Parlaments daS Völlbürgerrecht erhalten.haben, als Fremde angesehen und