Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 24 (24.3.1902)
- Date
- 1902-03-24
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Die Anstalt verfügt über alle Heilmittel der mo-; deinen Medicin und für Beschäftigung, auf welche in vielen Fällen großes Gewicht gelegt wird, ist in der großen eigenen Landwirthschaft und in eigenen.Werkstätten vielfach Gelegenheit geboten. Für Ermunterung und Zerstreuung ist vielseitg gesorgt: Billard-, Musik- und Lesezimmer, Wintergarten, Lawn-Tcnnis, gesellschaftliche Abende und Tanzkränzchen, kleine Reisen nach Coblenz und Bad-Ems, und herrscht in der Anstalt ein gemüthliches Familienleben (gemeinsame Mahlzeiten u. Spaziergänge, gemeinschaftliche Spiele.) Dem Bedürfnisse nach religiöser Erbauung wird durch regelmäßigen Gottesdienst in der Anstalts- Synagoge an Sabbat und Festtagen, an Jahrgedächtnißiagen der Patienten etc. genügt. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß die Preise in Anbetracht der komfortablen Einrichtung, der vorzüglichen .Verpflegung und der sorgfältigen ärztlichen Behandlung, nicht hoch und wesentlich geringer sind, als in vielen christlichen Privatanstalten. Besonders auch für Pflege-Kranke mit dauerndem Aufenthalt besteht ein sehr mäßiger Tarif. Die große Ausdehnung, - welche die. Anstalt in ihrem nunmehr 30jährigen Bestehen genommen, beweist, daß sie einem großen Bedürfnisse abgeholfen, und daß sie das Vertrauen, welches man ihr allseitig entgegen bringt, in reichstem Maße verdient. Ru m 8 n i e n. Bukarest, 18. März. (Das neue Gewerbegesetz.) Heute ist im Amtsblatt das von den gesetzgebenden Körperschaften angenommene neue Gewerbegesetz veröffentlicht und damit die letzte Hoffnung auf Nichtanwendung dieser, eine ernste Bedrohung der materiellen Interessen aller in Rumänien lebenden fremden Handwerker, enthaltenden Neuerung vernichtet worden. Namentlich fühlten sich die zahlreichen isr. Handwerker im höchsten Grade durch die Befürchtung beunruhigt, daß man die zwar in Rumänien geborenen, aber nicht naturalisirten Israeliten bei Ausführung des Gewerbegesehes-ebenso, wie bei allen anderen Anlässen, wo es sich nicht um die Erfüllung von Pflichten, sondern um die Ausübung von Rechten handelt, nicht als Rumänen, sondern als Fremde betrachtet und von ihnen bei ihrer Bewerbung um die Zulassung zum selbstständigen Betrieb eines Handwerks alle von den Fremden im Allgemeinen verlangten Nachweise fordern wird. Ist das aber der Fall und wird von den außerhalb Rumäniens kein Vaterland besitzenden israelitischen Handwerkern außer der Erbringung der im Gesetze vorgesehenen Fähigkeitsbeweise auch noch der Nachweis verlangt, daß im Lande ihrer Staatsangehörigkeit die rumänischen Handwerker bezüglich ihrer Zulassung zum selbstständigen Betrieb eines Gewerbes geradeso, wie die eigenen Landeskinder behandelt werden, so ist damit den. nicht naturalisirten israelitischen Handwerkern Rumäniens der selbstständige Betrieb eines Handwerks hierzulande ganz unmöglich gemacht. Aus diesem Grunde hat schon vorgestern hier in Bukarest eine sehr zahlreich besuchte Versammlung israelitischer Professionisten stattgefunden, in. welcher der Beschluß gefaßt wurde, durch eine cm den Domänen-, und Handelsminister zu entsendende Delegation Aufklärung zu erbitten, ob die im Lande geborenen und nirgends andershin zuständigen, aber noch nicht naturalisirten Israeliten im Sinne deS Gewerbegesetzes als Rumänen oder als Fremde behandelt werden sollen. 'Den gesetzgebenden Körperschaften hat diesbezüglich ' die Regierung, trotz mehrfacher Anfragen, keme Auskunft ertheilt, und es gilt daher als zweifelhaft, daß die bei diesen Gelegenheiten zwar nicht direkt verweigerte, wohl aber vorsichtig umgangene Aufklärung jetzt in einer die berechtigten Besorgnisse der israelitischen Handwerkerschaft Rumäniens zerstreuenden Weise gegeben werden wird. Sollten sich aber diese Zweifel als begründet er- , weisen, so hat die mit der Bitte um Auskunftertheilung beauftragte Delegation die weitere Vollmacht, den Ministerpräsidenten und Minister des Innern um die Ausfolgung von Auswanderüngspässen für die in Rumänien an der Ausübung ihres Handwerks behinderten einheimischen Israeliten zu ersuchen. Briefkasten der Kedaetton. G. Fischer: 7. Frage: Kohlhöfen 35. — II. Frage Frag!. Exempl. können Sie von uns beziehen. — III. Frage Durch ein Inserat im „JSraeiit* von Conan Doyle ist die sensationelle neueste Erscheinung der englischen Romanlitteratur. Der Held der Geschichte ist Syerlok Das ist der Fall auch im „Hund von Baskerviltes^ Eine düstere Saqe der Vorzeit wird mit einem gehcimuißvollen Kriminalfall unserer Tage in eine merkwürdige Verbindung gebracht. Die Geschichte, deren landschafllicher Hmtergrund — ein altes englisches Schloss am Rande des Moors von Dortmor — mit groüec Schönheit geschildert ist. fübrt eine ganze Reihe scharf gezeichneter und psychologisch interessanter Charaktere ein und halt den Leser durch die geistreiche Verschlingung der Fäden bis zum Schlüsse in alhemloser Svauuung. Der Verfasser, Conan Doole. ist ein in seiner englischen Heimath gefeierter Romandichter, der durch eine Reihe , einer Schriften auch in Deutschland bereits rühinlickst bekannt ist. Der „Hund von Baskerorlles" büdete die Sensation des „strawi Magazine", in dein dieser Roman im vorigen Jahre zuerst erschien, und dem er Tausende von neuen Freunden zusübrte. Das Honorar, welches der Verleger dieser englischen Zeitschrift für den Abdruck dieses Romans an den Autor zaylte. betrug nicht weniger als 40000 Mark. Die einzig autorijirte deutsche Ueberseßung des bemerkenswerthen Werkes erscheint setzt im ..Berliner Tageblatt. Jeder zum 1. April neu' eintretende Abonnent des „Berliner Tageblatt" erhält bie bis dabin erschienenen Fortsetzungen des Romans von der Expedition di-s-r Zeitung gegen Einsendung der Abonncmentsquittung pro n. Quartal gratis und franco geiiefert. Man abonmrt bei allen. Postanstalten des Deutschen Reiches aus das H. Quartal des «A<rlmer Tageblatt". mit seinen sechs werthvollen Beiblättern: dem jeden Montag erscheinenden „Zeitgeist", wissenschaftlichen und feuilletonistischen Zeitschrift, der jeden Mittwoch erscheinenden «Technischen Rundschau. illustrirten polytechnischen Fachzeitschrift, d-un jeden Donnerstag und Sonntag erscheinenden „Weltspiegel", illustrirten Halbwochenchronik, dem an jedem Freitag erscheinenden „ulk", farbig illustrirten satyrisch-volitischen Witzblatt. und der an jedem Samstag erscheinenden illustrirten Wochenschrift für Garten- und Hauswirthschaft „Haus Hof Garten", zum Preise von 5 M. 75 tSfg. für alle 7 Blätter zusammen. ..