Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 24 (24.3.1902)
- Date
- 1902-03-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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43» Jahrgang. M 24L. Kentrat-Hrgan für das orthodoxe Begründet von ' . . / Dr. Dehrnsnn in Wtstnz. lontag/den 24. MLtz 5662 (1902)»: * Da mit dem 1. April 1902 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir unS, die ge- / ehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post däS Abonnement frühzeitig erneuert^werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1902 eingetragen unter Nr. 3792. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittüng) erhalten das Blatt bis Ende dieses MonatS gratis •, . - Unserer heut. Nummer Liegt der vierte Bogen der ,»Ms§sSslr Pesetch“ von Dr. Lehmann bei. Die drei ersten Lieferungen können von n«S'gegen' Voreinsendung von 43 Pfg. nachbezogen werde«. ...... s ' Das orthodoxe Zudenthum. y Von Wilh. Löwy in Sarbogard, Ungarn.*) f'‘v Das Gebet. y ... „Hinaustritt aus dem wirkenden Leben ist er (der Gottesdienst) zur Wiedererringung der zu beherzigenden Lebenswahrheiten, wenn sie uns verloren gegangen find, durch Täuschungen, Irrungen, Kämpfe und Reize des Lebens — dbzv map Erfüllung göttlichen Willens an unserm Innern, das ist Erhebung desselben und Läuterung; nben Erringung richtigen Urtheils über unser ganzes „Ich" in Bezug auf Gott, Welt und Menschheit. Dazu früher symbolische Opferhandlung; in Darstellung und Handlung Nichts als Symbol .. . Der Tempel ist gesunken, aber das Wort ist uns geblieben; und umso vollständiger, als auch jene mit zu ersehen ist. Ziel der nben — f&enn Läuterung, Erleuchtung, Wiedererhebung des Innern zur Anerkenntniß der Wahrheit; nicht Rührung und Andacht und Gefühlsschwärmerei und Thränenerguß, sondern Gedanken und Herzensreinigung. Das Leben raubt uns; das wahre Urtheil über Gott, Welt, Mensch, Israel! und über uns selbst in diesen Kreisen; aus dem Leben hinaustretend zu Gott hinan sollst Dü es wiederfinden . in der nton." (|&x rin», Neunzehn Briefe über Judenthum, von Ben Usiel. (S. R. Hirsch.) Frankfurt i a. M. 1889.14. Brief.) Die hier über das Gebet entwickelten Gedanken eines tiefen Denkers Und begeisterten Kämpen des überl lieferten Judenthums find echt jüdisch und durcht ' ~ *) Fortsetzung aus Nummer 19. aus ganz verschieden von' der äußerjüvischen AnschaUung. Wir glaubenmicht fehl zu gehen, 'wenn' witdas> deutsche „Gebet" von dem^ Verbum „bitten^ /nbleiten^ Iväs demmrch so viel'heißt: Gott'um etwas 6111 e «.7 (S. Grimm, Deutsches Wörterbuch so.) Thatsächlich' können wir dieses -.Bitten" bei den Andächtsübungen der anderen Konfessionen als Hauptinhalt des Gebetes vorfinden. Nicht so im Kreise des Judenthumsl' Beim jüdischen Gottesdienste nimmt das Bittgebet eine, untergeordnete Stellung ein, und selbstdienvp2N nburt; das wirkliche Bittgebet, klingt auch immer in eine N212, in eine Lobpreisung Gottes aus. So lautet auch das von der Halacha bestättgte Wort Rabbi Simlai's:. bbvm s'nm mpv b» ts» oin mb* nbvb *"s 2^. Stets ordne sich der Mensch zuerst die Lobpreisungen Gottes und nachher bete er. — In diesen wenigen Worten ist der hehre Geist, der das jüdische Gebet durchdringt, klar und bündig niedergelegt, und sie sind geeignet, eine ganze Fülle von falschen Vorstellungen in ein elendes Nichts zu zerstreuen. Wenn wir diesem Geiste etwas näher treten, doch nicht so nahe, daß wir die Objekttvität verlieren, und ihn. nach Gebühr würdigen, so gelangen wir zu der Erkenntniß, daß selbst die Bakoschauth an und für sich nichts weiter denn Beroschauth sind. Welchen Erfolg kann denn überhaupt unser Gebet erzielen, ' dürften wir ja sonst fragen, indem ' doch alles'von Gott im vorhinein bestimmt ist? Ist Er doch kein'Menschensohn', das Er durch unser Gebet beeinflußt und umgestimmt werden könnte, um Seine. Pläne zu bereuen Änd Seinen erhabenen Willen zu ändern! — Allein der Jude soll in seinen Bittgebeten nur bekennen und aussprechen und.