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Der Israelit · 1902-03-20 · Heft 23 (20.3.1902) · page 29

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 23 (20.3.1902)
Date
1902-03-20
Page
– (sequence 29)
Language
German
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mfTT j ■ R-.- m: i? ik! i i i; i s Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. v,_ Mkätter für die israet. Schule. 20. März 1902.1 Ä'-l lNr 7. M e ö erSchiurterne n. von A. Mannheimer—Dettelbach. (Fortsetzung.). . Nachdem wir so Inhalt und Form des Schiur- Vortrages nach verschiedenen Gesichtspunkten besprochen und kennen gelernt, erübrigt uns noch ein Wort über den Vortragenden selbst, also über den Lehrer, der ja gewöhnlich „Schiur zu lernen" hat.. Wir haben zur Genüge die Wichtigkeit des Schiur betont, wir haben nachgewiesen, wie der Schiur sich zu einem förmlichen Unterricht der Erwachsenen gestalten kann und gestalten soll. Für den Lehrer folgt daraus vor allem eines: „unablässig an seiner Weiterbildung zu arbeiten," sowohl auf dem Gebiete der Religions- . Wissenschaft, als in den profanen Lehrfächern. Letzteres schon deßhalb, weil im Schiur auch Zeit- und Tagesfragen zu berühren sind, dies aber beim Vortragenden Weltkenntnis; und praktischen Sinn, Lebenserfahrung und Lebensverständniß voraussetzt. Ein rechter Lehrer wird überhaupt nie seine Fortbildung vergessen, Schaffensfreude gehört zu seinem Lebensgenuß, sie erhöht seine Geistesfrische und schafft innere Befriedigung bei oft wenig ansprechenden äußeren Verhältnissen. Wie beim Schulunterrichte wird der Segen : der „Arbeit an sich selbst" sich eo ipso auch beim Schiurlernen zeigen und geltend machen. Vielleicht l auch erfährt hierbei so mancher die Wahrheit des I Sprichwortes: den Geschickten hält man werth! k Wenn nun das Schiurlernen, soll es recht gehandl. habt werden, immerhin eine Arbeitsleistung für den | _/ Lehrer darstellen mag, wenn besonders für jüngere Kräfte es einiger Mühewaltung bedarf, so sollte doch nicht übersehen werden, daß — abgesehen von dem gu- 7 ten Zwecke der Sache an sich — „nebenbei der Lehrer sich selbst fördert." Er übt sich im Vortrag, er. übt sich weiter und weiter, schreitet dom Vorübersetzen zur frei vorgetragenen Erklärungeiner. Schriftstelle, zur freien Wiedergabe irgend eines schönen Gedankens, zur Begründung einer Lehre; er gibt in freier Rede eine biblische oder nachbiblische Geschichte wieder/ tun schließlich auch einmal die „Kanzel im öffentlichen ,7 Gotteshause" zu besteigen. Damit soll k e i n e s - . Wegs gesagt werden, daß die Kanzel höher steht, , als der Tisch, an dem Schiur gelernt, wird.. Ein' rechter Schiur, jahraus jahrein gelernt, stiftetsicher ..mehr Segen," als. die formvollendetste Predigt, die seltener wiederkehrt und eigentliche, positive Religionskenntnisse nach Lage der Verhältnisse nicht vermitteln, kann; sie kann höchstens erbaulich wirken. Man tadelt an den Litteratur-Vorträgen, wie sie zur Zeit im Schwünge sind, daß sie mehr Geschichte als Litteratur pflegen, daß sie an litterarische Erzeugnisse heran-, aber nicht in dieselben einführen, daß die Themata ohne Plan, ja nach der freien Wahl der jeweiligen Red-. ner aufeinanderfolgen, daß eine Vorbereitung seitens der Zuhörer nicht stattfindet, wenigstens in den seltensten Ausnahmen, daß sie für alle Parteischattirungen, ja mitunter für nichtjüdische Zuhörer berechnet sind. '; Ein großer Thess dieser Ausstellungen trifft auch bei Ein großer Thess dieser Ausstellungen, trifft auch bei

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