Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 21 (13.3.1902)
- Date
- 1902-03-13
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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- Beirut 1× ep/1047833
- Haifa 1× ep/1047930
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Ferry haben jüdische Frauen alles aethan, um die Noth zu lindern. Sie helfen den armLn jüdischen Auswanderern. Persönliche Wohlthätigkeit ist ihre Parole. Dr. Gottheil, Rabbiner am Tempel „Emanuel." organisirte vor jetzt dreizehn Jahren den „Schwesternbund jüdischer Frauen." 300 Damen sind Mitglieder. Diese Frauen sorgen für's Schulegehen der Kinder, besuchen die Armen und Kranken, stiften Jugend-Vereine. Alterskassen, sind thätig in Kindergarten u. s. w.. Es fei hier ein besonderer Fall angeführt. Vor zwei Jahren erhielt ein Israelit von diesem Frauen-Verein ein . Darlehen von 160 Dollars. Er gründete damit ein Geschäft. Im ersten Monate verkaufte er für - 261 Dollars, nach einem Jahre hatte er einen Umsatz von 13,000 Dollars gehabt. Längst hat der fleißige Mann dem Vereine die 160 Dollars zurückgezahlt; es geht ihm gut. Solche Vorbilder könnte ich viele erzählen. Vor zwei Jahren wurde vom Schwesterbunde in Orhardstreet ein „Versammlungs-Saal gegründet, der vor- - nehmlich für jüdische arme Mädchen bestimmt ist. Dort ist am Abend Gesang, Spiel etc., Lesezimmer sind da, und die Mädchen finden nach des Tages Arbeit wohlthuende Vergnügungsstunden, die sie von der Straße abhalten. Jetzt sind bereits derartige Hallen an fünf verschiedenen Plätzen im Osten von Newyork errichtet: eine wahre Wohlthat für die armen jüdischen Mädchen.^ Die Kosten werden von einigen reichen Damen gedeckt. Der Bund sorgt auch in' anderer Weise für Ernährung und Erziehung armer Kindermund er gibt ihnen durch gute Vorbildung die Kraft, ihre Stellung in der Gesellschaft einzunehmen. So werden tausende tüchtiger Menschen erzogen, die bald Wohlthätigkeit nicht mehr nöthig haben.. Ja gewiß, die Juden in Newyork thun viel Gutes an ihren Stammesgenossen, aber ebenso auch für Andere. -Viel Liebe - herrscht unter ihnen, die Feindin der Selbstsucht, und lvo Liehe gefunden wird, da brauchen wir nicht zu bangen, sie komme von Jude oder Christ." , P a last i n a. ' Palästina. Seit dem Jahre 1892 sind zum ersten ' Male Berichte von Konsuln im Oriente erschienen, welche sich dadurch vortheilhast von denen anderer Länder unterscheiden, besonders den englischen, daß sie viel eingehender sind, und auch neben Jaffa der anderen größeren Hafenplätze. Gaza, Haifa und Akka gedenken. Dieselben verzeichnen ein ständiges Steigen der Einfuhrziffern.. Darin offenbart sich der allmählich wachsende Wohlstand Palästinas und die Rückwirkung : i; n. deh bedeutendem Exports der jüdischen Kolonien. Jaffa ' v ■“hat im Jahre 1900 eine Einfuhr von rund neun Mill. von-rund zwölf MM doch ist bei w letzterem Posten dw Ausfuhr -äuSWM/WgerÄhrM^ Bezüglich lier Ein- resp. Ausfuhr vonHaifa und •■:*£ Akka haben wir zunächst nur genaue Angaben,über' die Gewichtsziffer, .doch lassen sich auch Werthbrrechnungen - anstellen. -Demnach würde der Export mit etwa. vier. MiL zu bewerthen sein. Rechnet man ^dazu die Ein- L und Ausfuhr einiger kleinen, nicht genannten Hafen/ : :j wie Tantüra , ferner die recht erhebliche . Einfuhr zu E Lande'von Beirut und Damaskus aus, sd wird man! die gefammte Ausfuhr im Jahre 1900 auf 22 Mill., die gefammte Einfuhr auf 15 Mill. Francs zu schätzen haben. Die wiederholte Erwähnung unserer, jüdischen 1 Kolonien in diesen Konsulatsberichten beweist deren : Bedeutung für die wirthschaftliche Entwickelung des Eiligen Landes. Weil in demselben die Bauthätigkeit eingeschränkt wurde, ging die Einfuhr von Baumaterial stark fühlbar zurück. Infolge ihres ständig größere .. Erträge liefernden Weinbaues -vermindert sich die Ein- - fuhr von Wein immer mehr; sie beschränkt sich zur Zeit fast ganz auf Champagner und billige, mit' Harz - - - . versetzte cyprifche Weine. Die Hauptexportartikel sind: Weizen 4y2 Mill.. Gerste 2*4 Mill., Seife 2VL». Apfelsinen 2Will... Sesam l^o Mill. und Wein . 1 Mill. Francs. Sehr bemerkenswertist, daß schon im Jahre 1900 der Weinerport zum weitaus größten Theile von den jüdischen Kolonien bestritten wurde. Sie lieferten für die Ausfuhr rund 16,000 Hektoliter, die Templer rund 4000 Hektoliter, ferner kamen mach etwa 1000 Hektoliter , sog. Jerusalemer Weines zum' Versandt.- Wir verrathen. kein Geheimniß, wenn, wir mittheilen, daß der Etport der jüdischen Kolonien im Jahre 1901 auf ca. 30,000 Hektoliter gestiegen ist, während derjenige der Konkurrenten sich fast gar nicht vermehrt hat. Sehr interessant ist auch die Beobachtung, daß die deklarirte Ausfuhr von . Olivenholz- und Perlmutterwaaren eine halbe Mill. Francs beträgt.. Da die ■ Touristen und Pilger, welche die Hauptkauser dieser > Artikel sind, sie schwerlich bei der Ausreise deklariren, so. wird man das wirklich zum Export gelangte Quan- \ tum in dieser Maare auf das Doppelte und Dreifache;] schätzen müssen. - - Die Einfuhr betrifft ln erster Linie Kaffee, Reis. . | Zucker, Petroleum. Holz, dann aber auch Manufaktur- -' ' § waaren, die in einem Gesammtwerthe von mehreren Millionen Francs eingeführt werden. Daran Partif cipiren die gestreiften Baumwollstoffe aus Damaskus .! noch mit mehreren Hunderttausend Francs, und diese l Waaren könnten sehr gut im Lande selbst, hergestellt / werden. Die „Aliance" hat mit der Weberei in Jeru- . . - ' salem einen schönen Anfang gemacht. Hoffen wir, daß. bei der großen Noth der jüdischen Bevölkerung Palästi- - nas die Erzeugung gewisser, bisher eingeführter Artikel - ,j im Lande selbst dazu benützt wird, den Darbenden Ar- . Beit unb batmt 93tob ju fl<6en! v-*?'