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Der Israelit · 1902-03-13 · Heft 21 (13.3.1902) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 21 (13.3.1902)
Date
1902-03-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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und Bedrängnisse der finstersten Zeiten vermöchten es s nicht zu verhindern, daß dem Judenthume in allen Generationen treubesorgte Hüter, nimmerermüdende Wächter seiner Lehren erstanden, die das Glaubensbanner unentwegt hoch hielten und allen Gottesberennern als Pfadweiser voranleuchteten. Dies sei auch die Mission des Judenthums für alle kommenden Zeiten, bis zum Erscheinen jenes Tages, von dem der Prophet verheißt,. daß alle Nationen der Welt, jegliche Zunge der Erde, sich zum einzigen Schöpfer bekennen, so daß zur Wahreit geworden der Spruch: „An jenem Tage wird der Herr einzig sein und sein Name Einziger!" Darmstadt, 1L März. (Zweite Kammer.) Abg. Köhler-Langsdorf (Antis.) wendet sich anläßlich eines besonderen Falles dagegen, daß, wenn Juden beleidigt würden, dann gleich 'die Staatsanwaltschaft im . öffentlichen Interesse eingreife. Er wünscht ferner Mittheilung des Erlasses des Oberstaatsanwalts Schlippe, der seiner Zeit so viel Aufsehen erregt habe. Äbg. 11 l r i ch (Soz.) meint, es solle überhaupt nicht seitens der Staatsanwaltschaft in Privatklagen eingegriffen werden, möge es sich nun um Juden oder Christen handeln, denn letzteres komme gerade so gut . vor. - Justizminister Dittmar möchte auf den besonderen Fall des Abg. Köhler nicht eingehen, da er ihn noch nicht beurtheilen kann, aber es könne sehr wohl im öffentlichen Interesse sein, wenn die Staatsanwaltschaft eine Privatklage zu der ihrigen mache. Was gerade die Judenbeleidigungen angehe, so müsse man zugeben, daß es sich da in einem bestimmten Fall nicht nur um eine Privatbeleidigung, handeln könne, sondern auch um die Störung des Rechtsfriedens. Der einzelne Jude sei im ganzen Fall Nebensache, Hauptsache sei für die Staatsanwaltschaft das Moment der Aufbäumung gegen den Rechtsfrieden. Der Justizminister bringt den Schlippe'schen Erlaß zur Verlesung, der datirt ist vom 20. Dezember 1890, also zur Zeit 'der antisemitischen Hochfluth, und in dem er die betreffende Behörde ersucht, anläßlich der antisemitischen Verhetzung im Odenwald der antisemitischen Bewegung sorgfältige Beachtung zu schenken und gegen sträfliche Ausschreitungen mit Strenge einzuschreiten. Der Justizminister erklärt, daß er auch jetzt noch die Verantwortlichkeit für diesen Erlaß trage. Abg. Gutfleisch (frs.) begrüßt die Antwort, der Regierung auf die Anfrage des Abg. Köhler- Langsdorf freudig und hofft, daß diese Stellung der Regierung dem religiösen Frieden förderlich sein werde. Nachdem sich darauf noch einige Antisemiten gegen den Erlaß gewendet haben,' wird Kapitel 88 des Etats, Ministerium der Justiz, im Sinne der Ausschußantrage bewilligt. vsmüfchte^ '‘''.7.:.:..; Berlin. Eine zionistische Sludenien-Bercinigüng „ha»- monLa* wurde an der Univcrfilät begründet. . Iserlohn, «. MLrz. Herr Prediger S äl om o n vbn hier wurde an der Bonner Universität zum Doktor der Philosophie promoviert. Die Dissertation deS Herrn Dr. Satomon stellt eine Erweiterung feiner PreiSarbett dar und ist betitelt: Perzeption und Apperzeption von Leibniz bis Kant. Hage« i. W., 6. MLrz. Es dürste für «eitere Kreise von besonderem Interesse sein, daß die hiesige jüd. Privarschule, infolge erneuter Unterhandlungen zwischen der Synagogen- und der Stadlgememde, ihren OeffentlichkeitScharakler durch Uebernahme auf dar Kommunalerat erhalten hat.. Neutra (Ungarn.) Am 20. Adar'ward in hiesiger Jrfchibah ein Sijum auf N7'2t2 'DD. Die dadel veranstaltete Feier verlief in gehobenster Stimmung; e» wurden viele Herz- und.geisterquickende irmhai gesprochen. J. L. > Briefkasterr ver Redaktion. Herrn A. Silbermau« in EperjeS: Ihre n'PNSö’ in Bezug auf 7N8V ">217 -p njrpn, wollen Sie durch Ihre» Herrn Rabbiner '"2 enscheidrn lassen. — Die Frage der Organisirung sämmtlicher ungarischer 512^, ist nicht durch die ro'tf'n mro zu lösen. Deswegen soll unseres Erachten» die Versendung eines diesbezüglichen Rundschreibens unterbleiben. Nur die rra’tP* ’DDin 0*7112 und die orth. LandeSkanzlei ist berufen und verpflichtet daS M'V'-Wese« auf Basis von Ndtli 71D2N niln zu organifirm, beziehungsweise auf dieser Grundlage zu erhalten. Jede Action der Talmudjüngrr selbst, ist ein todgeboreneS Kind und nur geeignet die ganze TQ’EP zu discredilircn. Die sollen lernen, lernen und lernen, aber nicht nach dem Muster der Universitätsjugend sogenannte Vereine gründen wollen. Selbst solche Vereine, die zum.Zwecke .de» .7.18-8 . und...homlletjscherl Uebungen gegründet werden, haben nur dann Werth und Berechtigung, wenn dieselben von den betreffenden geleitet und beaufsichtigt werden. So hat es z. B. allgemein befremdet und große Unzufriedenheit hervorgerufen, daß in der berühmten Preßburger Jeschlbah eine wahre Verein»-, gründungs Manie auSgebrochen ist. und da verstiegen sich die. jungen Theologen (?) so weit, daß sie an den Redacteur einer jüd. ungar. Zeimng, der das orth. Judenthum feit vielen Jahren schmäht und verleumdet, der die Ungar, mann TN2 unzählige mal alS Kulturseinde und Finsterlinge stygmattsirt^ der also einer der leidenschaftlichsten Zeschibahfelude ist; eine Huldigungsadresse richteten. Wir zweifeln nicht, daß der Herr Oberrabbiner und sein würdiger Sohn, der stellvcrtretcnde Rector »-), solch frivolen Ausschreitung« Einhalt gebieten werden. Solche Jünger muffen gemaßregeü werden. Neologe Taschenspieler mit politischen Allüren habe» überhaupt in der altehrwürdigen Preßburger Jeschibah, die eine Hochburg de» gesetzestreu« Judeuthum» blldet, nicht» zu suchen. ' /• An die Herrn Einsender der Preßburger Berichte: Mit Obigem glaub« wir Ihre» Intentionen entsprochen zu haben. ' „Talmuds in Preßburg: Mit Ihrer Beschwerde wenden Sie sich nur an de» Her« Oberrsbbiner.'"2. Bo» - diesem 7*ni2r2 7VU darf in solchem Tone , nicht gesprochen werden. - Wir sind auch nicht g«eigt, Sr. Ehrw. '"2auf publicisiischem Wege Rarhschlage zu ertheilem E. W.? Sanatogen ist in der That den JSraettt« zum Gmuß verbot^ Nach Erkundigung an fachkundiger Stelle hören wir, daß Glycerin^ welche» auS verbot«« animalischen Fetten hergestelÜ wird, ein wesentlicher Bestandtheil des Sanatogen ist. Unsere Bemerkung, daß Sanatogm au» Blut hergestellt wird, beruht auf einer Verwechslung. Deffmungeachtet ist Sanatog«unzweifelhaft als? verbale», zu erklär«. . /

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