Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 21 (13.3.1902)
- Date
- 1902-03-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Kentrat Hrgan für das orthodoxe B*- Dehrnanrr iuWtatnx Do««erftag, de« 13. März S««S (1S0S), Die Botschaft Escher's. Grne WeLvcnHLung zum /Durimfeste von Hermann Löwinger-Franffurt r. M. Frankfurt a. M., 12. Marz, - 'IV2p. inox erb• rmte rrwp 12 ^xvV 21 nox' *122 vb rwbü ,mfflxn uHd'vs nx nx:p rb vbv jtrtfb t'2 '«) vlvi ns Ävd, LDN ^21 bl ZX N2'N2 r“ Esther sandte folgende Botschaft an die Weisen: Ver- ' ewiget meinen Namen den kommenden Geschlechtern, — Diese ließen ihr. antworten: Willst Du den Neid und Haß bei den Völkern gegen uns erwecken? (daß wir uns über ihreNiederlage freuen.) — Hierauf ließ sie den Weisen die Antwort überbringen: Mein Name ist f bereits in der Chronik der Könige Mediens und Persiens verzeichnet. — Diese Worte unseres Talmüdweisen rufen nach Aufklärung. Wie vereinigt sich, muß sich Jeder fragen, das Ansuchen Esthers mit dem Bilde, welches uns die Megilla von deren Persönlichkeit entworfen. Die bescheidene, elternlose, von ihrem Pflegevater Mordechai auf das einfachste erzogene Esther, die keine Spur von Gefallsucht und falschem Ehrgeiz besaß, die alle Schönheitsmittel, als sie. vor den König Achaschwerosch hintreten sollte, zurückgewiesen. diese sollte so selbstgefällig und ehrgeizig sein, das ganze \ emo c: ihrer Person allein zuzuschreiben, und den Antheil, den ihr Pflegevater Mordechai als der eigent- T lich anregende Theil an der wundervollen Errettung, die seinen Glaubensbrüdern von Gott zu Theil wurde, L hatte, ganz ignoriren? Auch die Antwort Esther's auf! den Einwand der Chachomim, daß durch die Perl ewigung der an ihren Namen sich knüpfenden Wunder-!, thajen Gottes — der Vertilgung der Feinde'des Judenthums — der Haß und der Neid der anderen Völ- . > ker erregt werden könnte, es sei ihr Name bereits in der Chronik der Könige Mediens und Persiens verzeichnet, ist unbegreiflich. Wozu stellt sie dann das Ansuchen an *\-v die Weisen, ihren Namen n 0 ch m a l s' zu verewigen? ' Zur Lösung dieser Frage gelangen wir erst durch die geistvolle Erklärung einer anderen schwierigen Talmud- ' ' , stelle im Traktate Megilla, Bl. 21, seitens meines . - großen Lehrers, Rabbi Samuel Wölf Schreiber'st A. Dort heißt es: ivx X21' ,u->xv' ud v'2i2o. D nnnxd' 'wo:' *pVn xvo 2i ->Lx?,r'Lnön bxn „Welchen Segensspruch sollen wir nach dem Verlesen s der Megilla aüssprechen? Der Eine lehrt: „Wir lobew-H^.^ ,Goti, . der ^unseren Bedrängern und Feinden he zahlt und vergeltet," Rawa wieder meint, daß " - unser Lobsprüch nur Gott, unsere m H elfer,-, gelten möge.. Hierzu entscheidet R. Pava, daß. wir da- ‘ , her alle beide Lobspruche aussprechen mögen. AlS V Grund für die eine Meinung, daß wir in unserem Lob-/', sprüche nur den pnren bxn Gott den Helfe r . und nicht Gott als Be r g eit er lobpreisen mögen, ist " der bekannte Ausspruch unserer Talmudweisen anzu- - nehmen, daß wir keinen Segenssprüch über die Ner-'? nichtung unserer Feinde aussprechen sollen, wie' auch 7 Gott beim Auszuge Israels aus Mizraim und dessen? Uebergang durch das Meer, gemäß Ausspruch unserer - 7 Midraschweisen, zu den die nn'V anstimmen wollenden^.'. Engeln die Worte zugerufen: vnxi v'2V2v. ' 'w!? v'ivix. '„Das Werk meiner Hände versinkt? 7 - in das Meer, und ihr wollet mir ein Loblied anstim-- >•.- men?" Wir sollen daher nur Gott unser Löb aus- '- '? sprechen, daß er unser Helfer und Retter war in der'? Zeit der Roth, daß er uns vom Untergang gerettet und - - - uns am Leben erhalten. Darin können wir auch einen; /Ä Trost für unsere Gegenwart suchen, wo wir ebenfalls von allen Seiten angefeindct, und sicher fein; daßv'x - nsn^o, daß Gott unseren Kampf kämpft ünd auch jetzt uns von unseren Bedränger^ den modernen -HamanS, befreien und seine Hilfe' spenden werde.' Nun drangt.: sich uns aber die Frage auf, was R. Papa eigentlich^ , veranläßt haben möge, dem Lobspruch vv«?' dxn mu^T