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Der Israelit · 1902-03-06 · Heft 19 (6.3.1902) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 19 (6.3.1902)
Date
1902-03-06
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. von A. Mannheimer—Dettelbach. (Fortsetzung.) Aus dem reichlich zu Gebote stehenden Material hat, wie bereits angedeutet, eine weise Stoffauswahl stattzufinden, vom Vortragenden berechnet für seine Verhältnisse, d. h. für s e i n e n Wirkungskreis. Das pädagogische Gefühl muß dabei leiten. „Eines schickt sich nicht für alle, sehe jeder wie er's treibe." Wir haben auch schon darauf hingewiesen, daß im Grunde genommen die Stoffauswahl nicht einmal sehr schwer fällt bei dem weiten Gebiet, das unsere Religionslehre umspannt und bei dem beschränkten Maße von Kenntnisien, das im allgemeinen und bedauerlicherweise vorauszusetzen ist. Wir stehen sozusagen vor einem embanas de ricliesse, vor einer erdrückenden Ueberfülle und suchen den Ausweg, die Auswahl. ' Seit altec Zeit ist uns aber ein solcher Weg ge> zeigt. Man hat unsere Thora in 54 Abschnitte zerlegt und so ihren Inhalt auf die einzelnen Wochen des Jahres vertheili. Dieser weise Plan gibt uns für jeden Sabbat ein Pensum zum regelmäßigen Vortrage, zur jedesmaligen Durcharbeitung. Die Besprechung dieser Abschnitte dürfte ein für jeden Lehrer gangbarer Weg sein. Daß es der e l e m e n t a r st e Weg ist, beweist der Ausspruch x-ipcb ow trcn p zur Genüge. Ja, dies war die „ursprünglichste Form der Belehrung" an Israel zu der Zeit, da die Tradition noch wirklich „mündliches" Gesetz war. Man nahm die Thorarolle und sprach über deren Inhalt zum Volke, zu den Schülern. Erst im Drange der Zeiten mußte man die ideale Lehrform aufgeben und sammelte das mündliche Gesetz zur Mischnah. (S. S. R. Hirsch, neunzehn Briefe über Judenthum.) In der That beschreiten heute noch zahlreiche Lebrer den Weg der Erklärung des jeweiligen Wochenabschnittes. Es soll daher in Folgendem zunächst darauf eingegangen werden. Unsere Thora enthält zwei von einander nicht geschiedene Theile: Geschichtliches und Gesetze, wie der Talmud die Halacha und Agada. Ein Uebersetzen und einfaches Erklären des Inhaltes ist wohl Jedermanns Sache, schon aus dem Pentateuchunterrichte her. Es dürfte nicht schwer fallen, einen oder mehrere Kommentare dazu zu benützen. Da zu erreichende Ziel muß sein, das Verständiß für das heilige Thorawort, das I n - terresse an demselben zu fördern. Da nun die Genesis wie auch ein großer Theil der Exodus erzählenden Inhalts ist, so dürfte für die meisten Wintersabbate die Erläuterung des Textes Stoff in Fülle bieten. Nehmen wir nun die zum wöchentlichen Vortrage zur Verfügung stehende Zeit mit einer halben Stunde an, es soll jedoch etwas Abgerundetes, in sich Geschloffenes geboten werden, so wird die Stoffbehandlung dahin zu treffen sein, daß zunächst in freier Sprache der Hauptinhalt der S i d r a dargelegt werde. Zum Beispiel zum Wochenabschnitt Wajeze: Jakob muß als armer Flüchtling die Heimath verlassen. Gottes Verheißungen im nächtlichen Traume. Jakobs Erwachen und Gelübde. Seine Ankunft in Charau. Die schweren Dienstjahre bei seinem Onkel Laban. Die betrügerischen Manipulationen des letzteren. Jakob wird trotzdem reich. Das erregt den Neid Labans und seiner Söhne. Dazu kommt die Aufforderung Gottes, wieder heimzuziehen. Jakob entweicht heimlich von Laban. Des letzteren furchtbarer Racheplan. Das Dazwischentreten Gottes. Jakobs glänzende Vertheidigung und Rechtfertigung, seine Entrüstung über Labans Gebühren. Der Friedensbund zwischen Beiden. — Ich habe hier mit Wohlbedacht einen inhaltsreichen

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