Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 19 (6.3.1902)
- Date
- 1902-03-06
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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würden. Trotz dieses zutreffenden Bedenkens wurde der Antrag Kroner mit sieben gegen sechs Stimmen zum Beschluß erhoben, nachdem kluger Weise der Vertreter Posens den Antrag seiner Gemeinde zu Gunsten der Resolution zurückgezogen hatte. Zu dem zweiten Anträge des Gemeindeverbandes Posen betr. der Mitwirkung der Synagogengemeinden bei Feststellung der Lehrpläne für den jüdischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen und bei Ertheilung des Unterrichts, erklärt der Referent, Syndikus Dr, Minden- Berlin, die Bereitwilligkeit des Ausschüffes, bei der Behörde vorstellig zu werden. In einem sehr sorgsamen Referate erörterte alsdann Amtsgerichtsrath Levy-Veuthen die Rechtsverhältnisse der Provinzial- und Bezirksverbände und empfahl den letzteren, juristische Personen des öffentlichen Rechts und nicht solche durch Eintragung in's Dereinsregister zu werden. Sein Antrag wurde debattelos zum Beschluß erhoben. Nach Absetzung des Punktes 6, betreffend die provinziellen Wohlthätigkeitsinstitute, war die Tagesordnung erledigt. Der Vorsitzende dankte den Mitgliedern für ihre rege Theilnahme an den Verhandlungen, während Kirchenrath Dr. Krön er dem Danke der Versammlung für die vortreffliche Leitung des Verbandstages Ausdruck gibt.. ' . ZetturrgsnachriHterr und CorresponDerrzen. Deutschland. Berlin, 3. März. (DieJuden als Urheber des südafrikanischen Krieges gegen die Buren.) Sowohl die deutsch-nationalen als auch die christlich-sozialen Antisemitenblätter verbreiten und kommentiren einen giftgeschwollenen Artikel der „Berliner Kreuzzeitung," welche nicht nur die „jüdischen Millionäre" Veit, Eckstein & Comp., sondern alle Juden in Südafrika anklagt, durch verbrecherische Umtriebe zum Zwecke der Börsenspekulationen den Krieg angezettelt zu. haben. Die „verfluchte Goldgier" der „Weltjuden" war die Ursache von Jamesons Raubzug und dir Börsenjobber von London haben das unschuldige englische Volk zu dem Burenkrieg verführt. An der Londoner Börse spielen aber die Juden eine kaum nennenswerthe Rolle. Umsomehr kehrt die Anklage gegen die genannte „jüdische" Firma Veit, Eckstein & Comp, immer wieder. Ein württembergischer Gutsbesitzer schreibt nun der Zeitschrift „Im deutschen Reich" auf Grund genauer Personrnkenntniß Folgendes: „Einstein ist der Sohn des verstorbenen Pfarrers Eckstein in Birkach, Oberamt Stuttgart. Seine Mutier wohnt noch hier, Silberburgstraße 175, sein Bruder, Wilhelm Eckstein, wohnt Christophstraße 5, hier. Äaß man in Birkach jemals einen jüdischen Pfarrer gehabt hat, ist mir neu. Ecksteines Wittwe und Bruder und seine zahlreichen hiesigen Verwandten sind lauter gute evangelische Chirsten, die wohl noch Niemand außer der „Kreuzzcitung" für Juden oder für Nachkommen von Juden gehalten hat. Die Firma, von der das „fromme Blatt" fabelt, heißt: Wernher Veit & Eckstein in Johannesburg, und mir wird versichert, daß auch diese nicht mit Juden verwandt sind, doch fehlt mir jede Veranlassung, deren Taufscheine einzufordern. Das überlasse ich der „Kreuzzeitung," sie kann hier aber zuverlässigen Bescheid darüber erlangen, die Familie Eckstein hier ist zur Auskunft erbötig und wird sich geradeso wie ich darüber amüsiren, daß ihr Verwandter als guter Jude den Burenkrieg mit herbeigeführt hat." \ ' Spr e ch s a a l. Breslau, 2. März.... Geehrter Herr Redakteur! ' '' — Hierdurch ersuche ich Sie höflichst. folgende Er-, klärung zu veröffentlichen, da die sog. „Richtigstellung" im Sprechsaal der Nummer vom vorigen Donnerstag, nur theilweise der Wahrheit entspricht. Ich erkläre hiermit: . '; ' 1) Daß nicht nach meiner Ansicht nur dieienigdn als Juden zu betrachten seien, die streng an den alten, orthodoxen „Gebräuche n" halten, sondern daß ich diejenigen nicht als wahre Juden ansehen könnte, welche die jüdischen „Gesetze", wie z. B. die Heilighaltung des Sabbats, eines der Houptgesetze, verwerfen. Auch Sie, geehrte Redaktion, werden mir wohl hierin beipflichten. (Gewiß. Red.) Die Herren Becker; B o s ch w i tz u. s. w. verwechseln also „Gebräuche" mit „Gesetzen"; und übrigens ist dies nicht eine meinem Geist entsprungene Ansicht, sondern in der „Thora" niedergelegt. Auf diese wollte ich mich auch/ nur berufen. :.4. 2) Daß sich „Zion wie Antizion durchaus nicht in maßvollster Weise, trotz der Ausnahme dieses einen Herrn, vertheidigte." da außer den bereits erwähnten Worten, Schimpfnamen gebraucht wurden,, auf deren Wiedergabe ich init Rücksicht auf den Ton dieses Blattes verzichten muß. Im Uebrigen wurde der „Israelit" so scharf angegriffen, daß ich Mühe und Roth hatte, Ihre Zeitung zu vertheidigen. Wenn ferner ein Herr S. B. (ich glaube Sally Boschwitz annehmen zu dürfen) in der letzten Nummer der „Israelitischen Rundschau" den „Israelit" in einer Mittheilung über die betreffende „Gräh"-Sihung als „frömmelndes Blatt" und'mich als Berichterstatter desselben mit völlig aus der Luft gerissenen Behauptungen, wie: „Das letzte Mal hätte, ich von einem glänzenden Siege über die Zionisten berichtet." „Jetzt hätte ich schon zum zweiten Male einen