Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 15 (20.2.1902)
- Date
- 1902-02-20
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Central-Organ für das orthodoxe Jlldenthum. für die israel. s«. Febr. KATWMchs Bsilszs LN Kr. ft. [9t«. 4. EMMvUNg. In dem offiziellen Protokolle des Verbandstages der jüdischen Lehrer-Vereine i. D. R. befindet sich ein Passus, der den Anschein erwecken könnte, als dätte ich gegen Herrn College»Herzberg—Oldenburg Partei genommen. Das war durchaus nicht der Fall. Ich habe auf dem Verbandstag ausdrücklich ^erklärt, daß ich mich zu der rechtlichen Seite dieser heikeln Angelegenheit, weil ich sie nicht genau zu prüfen in der Lage bin, jeder Stellungnahme und jeder Aeußerung enthalte. Ich protestirte bei Begründung meine- Antrages einzig und allein nur gegen die Art und Weise, wie dieser unerqu ckliche Fall im BerbandSorgan breitgetreten wurde, und bezeichnete solche Form als unzulässig und keineswegs geeignet, dem CultuSdeamtenstände oder dem Lehrerverband zu nützen. Die Devise des Verbandsorganes müßte kortitor in rs, aber suavitsiin modo sein; vor allem müßte es sich frei von jedem persönlichen Angriff, sei eS gegen Mitglieder oder Nichtmitglieder halten. Ueber alle andern im Protokolle mich betreffenden Punkte werde ich mich demnächst f. G. w. ausführlich aussprechen. Waldenburg i. Schl. Zaeob Dähr. Zleöer Kchiurlernen. von A. Mannheimer—Dettelbach. (Fortsetzung.) Wie bereits gesagt, sind wir bei der Apperzeption leider darauf im allgemeinen angewiesen, möglichst wenig vorauszusetzen. Einen religiös belehrenden Vortrag zu halten, ist darum — stofflich — insofern umso leichter, als ja ein weites Brachfeld zur Bestellung vor uns liegt, die Gelegenheit, Lücken im Wissen der Zuhörer auszufütten, umso reichlicher geboten ist, ja mehr als wünschenswerth. An dem Vortragenden ist es nun gelegen, mit feinem Gefühl, mit pädagogischem Blick, mit scharf entwickeltem „Spürsinn", jene Lücken ausfindig zu machen, damit er nicht auf Sand baut. Man wird in dieser Beziehung nicht vorsichtig genug sein können. „Die elementarsten Begriffe sind oft nicht elementar genug." Spricht man beispielsweise über die drei Wallfahrtsfeste, so wird man nicht umhin können, die N a m e n dieser Feste genau zu erläutern. Es gehört dies nicht etwa nur zur Vollständigkeit des darzubietenden Ganzen, es ist wohl meistens eine eiserne Nothwendigkeit. Man glaube auch etwa nicht, daß es überflüssig sei, zu sagen, was der Ausdruck Sch'mono Esre bedeute. Desgleichen ist Vorsicht geboten bei Stoffen, toelche die biblische oder nachbiblische Geschichte behandeln, womit man beim Schiurlernen ja unbedingt in Berührung kommt. Es ist wohl nicht anzunehmen. daß seitens der Zuhörer eine Vorbereitung stattgefunden ' oder stattfindet. Schulkenntnisse aber sind längst in's Grab der Vergessenheit gesunken. Erbauungsschriften und populäre Werke belehrenden Inhaltes finden sich leider nur in wenigen Familien und die Zeiten, wo allsabbatlich der Vater das „Verhör* seiner Kinder vornahm, den Wochenabschnitt zu erläutern suchte, sind vorerst dahin, sp p;dö kVti, was